Theater am Fluss zeigt Komödie „Frohe Feste“

Erstes Theaterstück im neuen Jahr

Drei Paare auf dem Weg ins Chaos: Probenfoto von „Frohe Feste“. (Foto: T.a.F.)

Schwerte. Beim ersten Theaterstück im neuen Jahr ist bei den Zuschauern Lachen und Schmunzeln angesagt. Unter der Regie von Sina Weber hat die britische Komödie „Frohe Feste“ von Alan Ayckbourn am Freitag, 28. Januar, um 19.30 Uhr in der Halle 4 der Rohrmeisterei Premiere. Zwei weitere Vorstellungen folgen dort am 29. um 19.30 Uhr und 30. Januar um 18.30 Uhr. Am 11. Februar gastiert das Theater am Fluss im Kulturzentrum Werkhof in Hohenlimburg.

Die Formel ist einfach: 3+3+3=1. Drei Ehepaare auf drei Weihnachtsfeiern in drei aufeinander folgenden Jahren – immer endet es in einem einzigen Chaos. Sidney, der Besitzer einer Ladenkette hofft, durch den Bankmanager Ronald einen hohen Kredit für seine Expansionspläne zu bekommen. Darum lädt er ihn und seine Frau zum Weihnachtsfest ein. Aber auch Sidneys Freund, der Architekt Geoffrey, und seine Frau sind eingeladen, denn Geoffrey will durch Ronald an einen Großauftrag kommen.

Das Interessante an dieser Komödie ist, dass die eigentlichen Weihnachtsfeiern sich im Wohnzimmer abspielen und der Zuschauer nur das mitbekommt, was sich in der Küche abspielt: Er schaut sozusagen hinter die Fassade der Party. Dabei wird deutlich, dass jeder der Gäste neben dem Feiern noch ganz andere Vorhaben verfolgt. Da die Feste sich über drei Jahre erstrecken, bekommt der Zuschauer die Entwicklung der Beziehungen, Berufe und Charaktere jeder der sechs Personen genau mit.

Alan Ayckbourn schrieb das Stück – Originaltitel „Absurd Person Singular“ – im Jahr 1972. Die Idee, den Schauplatz in die Küche zu verlagern, kam ihm erst während des Schreibens.

Sina Webers Inszenierung lässt den Zuschauer nicht nur hinter die Fassade der Feste, sondern auch hinter die der Charaktere blicken. Jede Person hat ihre eigenen Ziele. Nur der Zuschauer kennt sie alle und wird auf diese Weise vom allwissenden Beobachter zum Vorahner, denn er merkt sehr schnell, dass alle diese Ziele nicht miteinander zu vereinbaren sind. Weber: „In meiner Inszenierung entsteht der Witz nicht etwa durch rasante Türenspiele oder Tortenwürfe, sondern durch den sensiblen Umgang mit wahrhaften, nicht überzeichneten Charakteren. Denn nichts ist amüsanter als das wahre Leben. Den Zuschauer erwartet ein unterhaltsamer Abend!“

Die gebürtige Schwerterin Sina Weber (22), studiert an der TU Dortmund Kunst und Mathematik auf Lehramt. Nach mehreren Regieassistenzen an der Naturbühne Hohensyburg und auch bei Lars Blömer am Theater am Fluss hatte sie 2009 mit „Sterntaler“ an der Naturbühne ihr Regiedebüt, auf das weitere Inszenierungen an der Syburger Freilichtbühne folgten.