„Blick zurück im Zorn“

Premiere im Theater am Fluss

Schwerte. Die englische Gesellschaftsgroteske „Blick zurück im Zorn“ von John Osborne hat am Mittwoch, 27. April 2011, im Theater am Fluss Premiere. Weitere Aufführungen finden am 29. und 30. April sowie am 4. und 5. Mai jeweils ab 19.30 Uhr in Halle 4 der Rohrmeisterei Schwerte statt.

Der rebellische Jimmy Porter hat es an der Universität und später auch im Beruf zu nichts gebracht. Er ist aggressiv, geistig ruhelos und reagiert seinen Weltekel an Alison, seiner Frau, ab. Sie, die aus einem bürgerlich-konservativen Haus stammt, hat Jimmy gegen den Willen ihrer Eltern geheiratet. Stolz auf seine Wurzeln in der Arbeiterklasse, sucht er verzweifelt nach der guten Sache, an die er seine moralische Leidenschaft verschwenden könnte. Immer wieder gibt er dabei seiner Frau die Schuld an seiner Unzufriedenheit. Jimmys Freund und Mitbewohner Cliff sowie Alisons Freundin Helena geraten mit in das Debakel, an dessen vorläufigem Ende die Flucht in ein trügerisches, privates Phantasie-Idyll steht.

Das Stück, das bei seiner Uraufführung 1956 in London zunächst nur auf Unverständnis und Ablehnung gestoßen war, entwickelte sich schnell zum Kultstück und hat den noch heute geläufigen Begriff der „zornigen jungen Männer“ geprägt.

Intendant Lars Blömer verlegt die Handlung in die 90er Jahre und sieht in Jimmy einen für diese Zeit typischen Charakter. Blömer: „Jimmy will ein einsamer Kämpfer gegen die seiner Meinung nach schlechte Gesellschaft sein, aber er weiß selbst nicht so recht, wofür oder wo gegen er kämpft. Er ist Rebell, um Rebell zu sein, er rebelliert, weil er nichts anderes kann. Seit dem schmerzlichen Verlust seines Vaters ist er auf der Suche nach seiner Identität und glaubt, diese in der Frontstellung gegen die Gesellschaft gefunden zu haben, gibt ihr aber keinen Inhalt. An Jimmy wird quasi zeitlos deutlich, dass die Figur des Rebellen wider die etablierte Gesellschaft eine klassische ist. Und: Nur die äußeren Erscheinungsformen ändern sich jeweils, das Scheitern ist immer vorprogrammiert.“

Karten zu neun Euro, ermäßigt fünf Euro, gibt’s über info@theateramfluss.de, Telefon 0 23 04 / 25 18 00 und in der Ruhrtal-Buchhandlung.