Achtung, Raser!

Anwohner in Boele, Boelerheide und Dahl stellen sich quer

Hagen. (ric) Viele Menschen scheinen es ausgesprochen eilig zu haben. Überall in der Stadt wird gerast und gedrängelt – Tempo 50 und selbst Tempo 70 in Tempo-30-Zonen scheinen vielen Autofahrern nicht zu reichen. Die Liste der betroffenen Straßen und Orte ist lang. Die Redaktion erreichten jedoch besonders eindringliche Anrufe von Anwohnern und einer Fahranfängerin in den Bereichen Boele, Boelerheide und Dahl:

Gerast wird viel im Stadtgebiet - so auch in der Stormstraße in Boelerheide. (Foto: ric)

Es ist gefährlich!

In der Stormstraße in Boelerheide benötigen die Anwohner starke Nerven. „Seit die Standblitze in der Freiligrathstraße installiert wurde, nehmen viele Autofahrer den Weg über die Stormstraße“, erklärt eine Anwohnerin und fügt hinzu: „Hier gilt natürlich auch Tempo 30. Aber nur die wenigsten Menschen halten sich tatsächlich daran. Meist wird hier ordentlich Gas gegeben.“ Die ältere Dame, die seit vielen Jahren in Boelerheide wohnt, schätzt, dass einige sogar weit über Tempo 50 fahren. „Sie heizen richtig durch unsere Straße. Das ist nicht nur übertrieben, sondern auch sehr gefährlich!“ Gerade ältere Personen und natürlich Kinder müssten erheblich aufpassen, damit sie nicht „unter die Räder“ geraten würden.

Niemand hält sich daran

Und auch in Boele scheinen Geschwindigkeitsbegrenzungen schwer zu fallen. Die Hagener Straße im Ortskern wurde erst vor kurzem auf Tempo 30 begrenzt. Dies geschah im Zuge der neuen Straßenführung und Verkehrsberuhigung mitten im Stadtteil. „Das hat aber noch nicht jeder mitbekommen“, wissen die Anwohner. „Wenn man sich hier an die neue Geschwindigkeitsbegrenzung hält, wird man sehr häufig von den folgenden Fahrzeugführern ausgehupt. Von Ruhe im Ort kann also keine Rede sein.“

„Ich bin verunsichert!“

Eine weitere Strecke, die scheinbar richtig zum Rasen einlädt, ist die Volmetal-/ Delsterner- und Dahler Straße. Obwohl zahlreiche Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden – dabei gibt es fest installierte und mobile „Blitzen“ – und Autofahrer bei dem überwiegend erlaubten Tempo 70 gut voran kommen, geht es vielen noch zu langsam. „Auf der Strecke werde ich laufend überholt und angehupt, obwohl ich mich nur an das vorgeschriebene Tempo halte“, sagt Maike Bissner. Die Fahranfängerin fühlt sich oftmals genötigt und verunsichert, wenn sie die Strecke nutzt. Da sie jedoch in Dahl arbeitet, ist sie darauf angewiesen, täglich dort unterwegs zu sein. „Bevor ich den Führerschein hatte, bin ich täglich mit dem Bus hier entlang gefahren“, so die 18-Jährige. „Damals habe ich mich noch sehr darauf gefreut, bald meinen Führerschein zu machen. Schließlich wohne ich in Vorhalle – mit dem Bus hat es also sehr lange gedauert, bis ich endlich in Dahl war.“ Nun ist sie zwar schneller an ihrem Arbeitsplatz, dafür „kostet es mich aber auch unendlich viele Nerven.“ Deshalb kann sich Maike Bissner der Boelerheider Anwohnerin nur anschließen: „Runter vom Gas – das geht uns alle etwas an!“

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