Sarah Schwarz
21. April 2017 | Stellenmarkt

Hilfe für Flüchtlinge bei Bewerbung und Co.

Bilder
Etwa 30 Geflüchtete ließen sich von Fotograf und Dokumentarfilmer Markus Matzel für ­Bewerbungsfotos ablichten.(Foto: Flüchtlingshilfe Sprockhövel)

Etwa 30 Geflüchtete ließen sich von Fotograf und Dokumentarfilmer Markus Matzel für ­Bewerbungsfotos ablichten.(Foto: Flüchtlingshilfe Sprockhövel)

Sprockhövel. Viele Geflüchtete sind auf der Suche nach Ausbildungsplätzen. Die Flüchtlingshilfe Sprockhövel bittet deshalb die regionalen Unternehmen um Unterstützung. Zugleich hilft sie Geflüchteten bei der Bewerbung und bietet Betreuung beim Umgang mit den Behörden an.

Zu einem professionellen Foto­shooting für Bewerbungsfotos kamen jetzt 30 Geflüchtete im Haßlinghauser Flüchtlings-Treffpunkt „Mach Mit“ zusammen, um sich von Fotograf und Dokumentarfilmer Markus Matzel ablichten zu lassen. Dieser dreht zurzeit eine Dokumentation über Geflüchtete und hatte sich und seine Ausrüstung kos­tenlos zur Verfügung gestellt.
Unterstützung bieten
Die Fotos sind für Bewerbungsunterlagen gedacht, dazu kommen Lebensläufe, die ebenfalls mit Unterstützung der Flüchtlingshilfe erstellt werden. Zugleich werden die Geflüchteten bei der Arbeitsagentur registriert.
Langfriste Integration
„Wir haben viele, besonders handwerklich begabte Interessierte“, erklärt Koordinatorin Miriam Venn. „Sie suchen nicht nur kurzfristige Jobs und schnelles Geld, sondern Ausbildungsplätze. Denn sie wollen eine langfristige Integration. Zusätzlich verbessert ein Ausbildungsplatz ihre Bleibeperspektive.“
Der 20-jährige Amidu aus Ghana ist ein Beispiel: Obwohl er in seiner Heimat von kriminellen Banden und korrupter Polizei verfolgt und in Libyen ein Jahr lang eingesperrt und gefoltert wurde, ist sein Asylantrag abgelehnt worden. Er klagt gegen diese Entscheidung und sucht eine Ausbildungsstelle im Baugewerbe oder Garten- und Landschaftsbau, weil er dort schon Erfahrungen gesammelt hat. Er würde aber auch eine andere handwerkliche Ausbildung machen, weil sie ihm den Aufenthalt in Deutschland zumindest für dreieinhalb Jahre sichern würde.
Alle Arbeitssuchenden nehmen an Deutschkursen teil. Entweder durchlaufen sie staatliche Integrationskurse oder lernen bei einem der 29 Kurse der Flüchtlingshilfe. Deren ehrenamtliches Kursangebot hat der Awo-Ortsverein Hiddinghausen gerade mit einer Spende von 300 Euro unterstützt.
Sicherheit schaffen
„Uns kommt es vor allem auf schnelles Handeln an“, betont Miriam Venn. „Denn wir wollen für die Geflüchteten Sicherheit schaffen. Jedes Angebot für eine Ausbildung oder ein Praktikum hilft. Deshalb beraten wir auch ausbildungswillige Unternehmen beim Umgang mit den Behörden.“ Sie erwartet, dass die Nachfrage noch steigen wird, wenn im Sommer zusätzliche Interessierte nach Abschluss ­ihrer Integrationskurse auf den ­Arbeitsmarkt drängen.
Wer Ausbildungsplätze anbieten möchte oder weitere Informationen wünscht kann sich melden unter mail@fluechtlingshilfe-sprockhoevel.de.