Anja Schade
07. Februar 2017 | Total Lokal

Vergessene Kluterthöhle

Bilder
Das Gelände der Kluterthöhle in Wehringhausen wurde 1929 eingeebnet und mit einem Sportplatz überbaut. (Foto: privat)

Das Gelände der Kluterthöhle in Wehringhausen wurde 1929 eingeebnet und mit einem Sportplatz überbaut. (Foto: privat)

Haspe. Verborgen im Untergrund, vom Menschen überbaut, von vielen vergessen und doch voller Geschichte – das ist die Kückelhauser Kluterthöhle im Osten der Hestert. Ihr Name wurde bereits vor langer Zeit von der bekannteren Höhle in Ennepetal abgeleitet, als „Klutert“ in unserer Gegend möglicherweise das Synonym für Höhle war. Von Johann Caspar Harkort – Sprössling der berühmten Hasper Kaufmannsfamilie – wurde sie schon 1689 schriftlich erwähnt.
Überbaut
Inschriften an den Höhlenwänden belegen, dass die Höhle bereits vor mindestens 300 Jahren von Menschen besucht wurde. Auch zur Brauchtumspflege wurde der Bereich um den Höhleneingang genutzt. Doch mit alldem war es 1929 vorbei. Das Gelände wurde eingeebnet und mit einem Sportplatz überbaut.
Heute erinnern dort noch die „Kampfbahn Klutert“, der „Kleingartenverein Klutert“ und der „Klutertweg“ an ihre Namensgeberin.
Der mit der Erforschung der Höhlen in Hagen betraute gemeinnützige Arbeitskreis Kluterthöhle (AKKH) mit Sitz in Ennepetal hat sich daran begeben, die Kückelhauser Klutert aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken.
Stefan Voigt, erster Vorsitzender des AKKH: „Bereits vor Jahren haben wir den Zugang der Höhle vom Müll befreit und wieder für regelmäßige Einsätze hergerichtet. Die Ergebnisse der mehrjährigen Forschungen haben wir nun in einem Buch zusammengefasst.“ Das Buch zur Höhle ist just erschienen und in einigen Buchhandlungen erhältlich.
Höhleneingänge entdeckt
Vorgestellt werden darin unter anderem bislang unbekannte Höhlengänge, wo Tropfsteine noch unbeschadet menschliche Zerstörung überdauert haben.
Doch nicht nur im Höhlenlehm, sondern auch tief in den Archiven haben die Forscher „gebuddelt“ und so eine ausführliche und umfangreiche Dokumentation der Kulturgeschichte zusammengestellt.
Seit jeher faszinierte der größte Raum der Höhle – die sogenannte Kirche – die Besucher. Auf einer Fläche von achtzehn mal zwölf Metern und mit einer Höhe von bis zu elf Metern sucht sie in unserer Region ihresgleichen. Auch das Klima der Höhle wurde intensiv untersucht und mit bereits über zweihundert Jahre alten Temperaturmessungen verglichen.
Doch eine Entdeckung überraschte besonders: Durch die Abgeschiedenheit der Höhle konzentriert sich das radioaktive Edelgas Radon dort so stark, wie es bislang in einer Höhle in Deutschland noch nicht gemessen wurde.
Kluterthöhlen nicht verbunden
Und schließlich kann noch mit einer Legende aufgeräumt werden. Die beiden Kluterthöhlen stehen nicht miteinander in Verbindung. Auch wenn sie in der gleichen geologischen Schicht liegen, so ist zwischen ihnen kein zur Höhlenbildung geeignetes Gestein durchgehend vorhanden.