Ach ja – die erste Scheibe…

    Als QuENgelbert ein junger Bub war und alles noch aus Holz war, fand er schon früh Zugang zur Musik. Das erste Lied, an das er sich erinnert und welches er mit Inbrunst mitsang, bevor er so richtig sprechen konnte, hieß „Delilah“ von Tom Jones. Der kleine QuENgler hat natürlich nicht die leiseste Ahnung, worum es da ging. „aber die Zeile „Meimeimei, die Leila“, ließ sich prima mitträllern. Wer oder was auch immer „die Leila“ nun war…

    Als der Knabe dann ein paar Jahre später mit frischem Taschengeld durch die Einkaufsstraße seines kleinen Örtchens ging, stach ihm in der Auslage des Radiogeschäfts eine LP der schon nicht mehr bestehenden, weltberühmten „Beatles“ ins Auge: „Let it be“! Zum Sonderpreis von nur zehn Mark! Und weil des QuENglers Schwesterlein passenderweise gerade den ersten Plattenspieler geschenkt bekommen hatte, wurde „Let it be“ QuENgelberts erste Schallplatte, wenn mal mal von „Winnetou“ und „Hui Buh“ absieht. Sie, liebe Leser, erinnern sich sicher auch noch an ihre erste „Scheibe“.

    Aus dem QuENgelknaben wurde ein Jüngling, und die ersten ernstzunehmenden Konzerte folgten. Supertramp für 15 Piepen in der Westfalenhalle – „The logical Song“ war seinerzeit der Top-Hit der britischen Band. Und wenig später sollten Pink Floyd nach Dortmund kommen – ungeheuerliche 50 Mark wollten die unverschämterweise haben, und dabei nahmen sie sich noch die Frechheit heraus, die halbe Zeit gar nicht zu sehen zu sein, sondern hinter einer Mauer zu agieren. „The Wall“ hieß das Jahrhundertprojekt.

    Warum ihnen QuENgelbert das alles erzählt?

    Weil es sooo schön ist, sich an seine ersten Scheiben und Konzerte zu erinnern. Und weil diese „Hottentottenmusik“, wie sie von unseren Großeltern beschimpft wurde, entgegen allen Unkenrufen überlebt hat, so wie auch Mozart, Beethoven und Brahms noch heute erklingen. Es gibt sogar Ensembles, die die Musik derer, die aus unterschiedlichsten Gründe nicht mehr selbst auf die Bühne bringen, bis zur Perfektion nachspielen und damit auf Tournee gehen. So sah QuENgelbert unlängst die Beatles-Show „All you need is love“ und verlebte einen tollen Abend mit vielen Fans, die zum Zeitpunkt der Bandauflösung noch gar nicht auf der Welt waren. Der ein oder andere von ihnen hatte vielleicht auch kurz vorher die Sparkassen-Ausstellung in Ennepetal gesehen, in der sich mit Klaus Voormann einer der engsten Begleiter der Beatles an seine wilden Jahre erinnerte.

    Heute abend aber schlägt des QuENglers Herz ganz besonders hoch. Denn am heutigen Samstag ist er in Oberhausen und sieht in der KöPi-Arena „The Australian Pink Floyd-Show“, die 40 Jahre nach Erscheinen des erfolgreichsten Albums aller Zeiten, „The Dark side of the moon“, diesen unglaublichen Klassiker, in perfekter Qualität wieder aufleben lässt. Ein paar Tage später gastiert die Show übrigens auch noch in Köln. Keine Scheibe ist länger in den Charts gewesen – in den USA 15 Jahre lang ununterbrochen. QuENgelbert ist sooo froh, noch Tickets für diese Eins-zu-Eins-Kopie ergattert zu haben. Denn, mal im Vertrauen: Bei „The Wall“ ist er damals gar nicht gewesen – das Taschengeld hat seinerzeit nicht gereicht für die Herren Waters, Gilmour, Mason und Wright…