125 Kunstfenster als Jubiläumsgeschenk

Pfarrer Thorsten Wader, Mitinitiator Klaus Bruder, Koordinator Friedhelm Olschewski und Künstlerin Carmen Wader (von links) vor dem Fußball-Bild von Elke Henschen, für welches man noch ein Fenster sucht. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) Die Idee ist so ungewöhnlich wie originell: Der Stadt Gevelsberg zu ihrem 125. Geburtstag künstlerisch gestaltete Fenster in der Anzahl der Jahre seit der Stadtrechts-Verleihung zu stiften. „Dabei ist der Begriff ,Fenster‘ beileibe nicht wörtlich zu verstehen“, gibt der Koordinator der Bürgerinitiative Chagall, Friedhelm Olschewski, zu bedenken: „Es kann sich, wie an der Mittelstraße bereits geschehen, um vergängliche Kunst wie Pflastermalerei handeln oder um gemalte Bilder wie zum Beispiel Elke Henschens noch unbenanntes Fußball-Bild, welches im Untergeschoss des Hauses der Freien evangelischen Gemeinde an der Gevelsberger Weststraße hängt.“

Für dieses Werk werde übrigens noch ein Fenster in Gevelsberg gesucht, in dem man es der Öffentlichkeit vorstellen könne, wirbt Friedhelm Olschewski für die außergewöhnliche Aktion, welche sich locker an das Schaffen des russischen Malers Marc Chagall (1887-1985) anlehnt. „Die vom 13. bis 20. Oktober im Zentrum für Kirche und Kultur an der Südstraße gezeigten Werke des Meisters sollen allerdings nur ein Baustein in dem künstlerischen Geburtstagspaket für Gevelsberg sein“, erläutert Ideengeber Klaus Bruder das Konzept: „Begleitend zur Ausstellung sind Abendveranstaltungen, zum Beispiel Vorträge des Chagall-Experten Heiner Eberhardt aus Obernhof an der Lahn, geplant.“

Die Auslegung der schon angelaufenen Aktivitäten rund um die Chagall-Ausstellung zielt auf eine künstlerische Umsetzung von biblischen Texten ab, deren Ergebnisse möglichst für die Allgemeinheit gut sichtbar in den Fenstern der Engelbertstadt auftauchen sollen. „Da sind besonders die Geschäfte und Amtsgebäude als Multiplikatoren gefragt“, präzisiert Friedhelm Olschewski die Zielrichtung: „Das Rathaus ist zum Beispiel ein möglicher Präsentationsort, zumal Bürgermeister Claus Jacobi die Bemühungen unter seine Schirmherrschaft gestellt hat.“

Der Koordinator der Bürgerinitiative, Friedhelm Olschewski, Pfarrer Thorsten Wader, Künstlerin Carmen Wader und Ideengeber Klaus Bruder (von links) laden zur Jubiläums-Kunstaktion ein. (Foto: Stefan Scheler)

Aus der Geschäftswelt zieht die immer um kulturelle Bereicherung des Lebens in Gevelsberg bemühte Buchhandlung Appelt mit. „Wir würden uns als weitere Partner die Händlergemeinschaft Pro City wünschen, deren Geschäftsstelle an der Mittelstraße ein Geburtstags-Kunstwerk schmücken könnte“, wirbt Klaus Bruder um rege Teilnahme: „Ein echter Hingucker wäre mit Sicherheit ein Riesengemälde an der Fassade des ehemaligen Rupprecht-Kaufhauses, das vielen Gevelsbergern noch als Horten-Haus bekannt ist.“

„An der Bürgerinitiative, die mit der Ausrichtung auf biblische Themen als Vorgabe für die Arbeiten in christlichem Sinn Stellung bezieht, nehmen Mitglieder der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) teil“, stellt Pfarrer Thorsten Wader klar, dass es sich um keine offizielle Veranstaltung der Kirche handelt: „Wir treffen uns regelmäßig in den Räumen der FeG an der Weststraße 14 b; das nächste Mal am Dienstag, 13. September, um 19.30 Uhr. Zu diesem Informations- und Planungstreffen sind Interessierte herzlich eingeladen.“

Alle Bürger können sich in das außergewöhnliche Kunst-Geburtstagsgeschenk für ihre Stadt wie Thorsten Waders Ehefrau Carmen einbringen, die bereits an der Gestaltung eines ästhetisch aufgewerteten Fensters arbeitet.

Für niveauvolle Entspannung und regen Ideenaustausch richten die Organisatoren begleitend zur Ausstellung der Werke des großen Russen im Zentrum für Kirche und Kultur an der Südstraße 8 ein „Chagall-Cafe“ ein, welches nachmittags als Treffpunkt aller kunstbegeisterten Bürger dient.