150 Jahre Rotes Kreuz: Immer dabei – selten im Blickpunkt

Eine wichtige Organisation, in der auch die gemeinsame Freizeitgestaltung nicht zu kurz kommt, ist das DRK Gevelsberg. Das Herz bilden die aktiven Helfer, die hier mit den „Alltagsmenschen“ am Ennepebogen eine Polonaise bilden. (Foto: DRK)

Gevelsberg. (zico) Es ist, wie so oft: Das Rote Kreuz ist dabei, aber doch längst nicht im Blickpunkt. Wenn in Dortmund der BvB um Tore und Punkte kämpft, dann sind es die Rotkreuzler, die im Hintergrund Verletzte versorgen. Auf der Gevelsberger Kirmes stehen sie an der Ecke Lindengrabenstraße/Elberfelder Straße, immer bereit, zu helfen, wenn es zu unterschiedlichsten, die Gesundheit der vergnügungsfreudigen Menschen betreffenden Zwischenfällen kommt. Und auch bei großen Feiern oder Kulturveranstaltungen sind sie vor Ort, sichern das Wohl der Gäste, damit sich niemand um die Versorgung in Notfällen sorgen muss. Erst recht sind die Rotkreuzler unverzichtbar, wenn es zu Unfällen oder gar Katastrophen kommt. Die Aufgabenfülle des Roten Kreuzes ist kaum überschaubar.

Machen sich für das Gevelsberger DRK stark: (von links) Mario Fuchs, Hans-Günther Adrian, Jan Peterson, Udo Vogel und Timo Pollhaus. (Foto: Frank Schmidt)

Doch nicht einmal jetzt, wo doch in diesen Tagen vor 150 Jahren die internationale Rotkreuzbewegung ihren Anfang nahm und somit ein bedeutendes Jubiläum feiert, beherrscht das Rote Kreuz die Schlagzeilen. Stattdessen auf den Titelseiten: Papstrücktritt und politischer Aschermittwoch. Auch wenn das Rote Kreuz für den einzelnen Menschen ganz schnell von weitaus existenziellerer, mitunter lebenswichtiger Bedeutung werden kann – überall auf der Welt, mitunter auch als „Roter Halbmond“ oder „Roter „Davidsstern“ – „auch wenn das rote Kreuz nicht auf das christliche Symbol, sondern schlicht auf die Umkehrung der Schweizer Nationalflagge zurückgeht“, wie Gevelsbergs DRK-Geschäftsführer Hans-Günther Adrian betont.

Im schweizerischen Genf nämlich, in der Heimatstadt des Gründers Henry Dunant, traten am 9. Februar 1863 Dunant sowie der Jurist Gustave Moynier, die Ärzte Louis Appia und Théodore Maunoir sowie der Armeegeneral Guillaume-Henri Dufour zusammen, um ein Komitee zu gründen. Unter den Eindruck der grausamen Schlacht von Solverino galt es, eine Organisation zu schaffen, die unabhängig von staatlichen Institutionen und auf der Basis freiwilliger Hilfe den Schutz des Lebens, der Gesundheit und der Würde sowie die Verminderung des Leids von Menschen in Not zur Aufgabe haben sollte. „Und zwar ohne Ansehen von Nationalität und Abstammung oder religiösen, weltanschaulichen oder politischen Ansichten der Betroffenen und Hilfeleistenden“, wie der neue Gevelsberger DRK-Vorsitzende Jan Peterson betont.

Eine Woche nach ihrem erstmaligen Zusammentreffen beschlossen die fünf Gründungsmitglieder die Umbenennung der Kommission in „Internationales Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege“. Der Grundstein für das Rote Kreuz war gelegt. Seine ausschließlich humanitäre Mission ist, basierend auf den Prinzipien der Unparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit, der Schutz des Lebens und der Würde der Opfer von Kriegen und innerstaatlichen Konflikten.

In Gevelsberg waren es Fabrikant Wilhelm Schmitz, Rektor Otto Grünewälder, die Sanitätsräte Dr. Braschofs und Heinrich Knops sowie 15 freiwillige Helfer, die 1895, neun Jahre nach der Stadtgründung, mit einer „Freiwilligen Sanitätskolonne“ den Vorläufer des DRK Gevelsberg aus der Taufe hoben. Heute besteht das örtliche DRK aus rund 1050 Mitgliedern – die meisten davon sind Fördermitglieder, die die Tätigkeit des DRK für gesellschaftlich wichtig halten und deshalb jährlich einen finanziellen Beitrag dazu leisten, dass das DRK seine Aufgaben erledigen kann.

Die Geschicke des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverband Gevelsberg, leiten der 1. Vorsitzender Jan Peterson, der 2. Vorsitzende Jürgen Deitenbeck, Schatzmeister Udo Vogel, Justiziar Dr. Alexander Michael, Geschäftsführer Hans-Günther Adrian, Rotkreuzleiter Mario Fuchs, dessen Stellvertreter Oliver Berner und Timo Pollhaus, die Leiterin des Arbeitskreises Blutspendedienst Roswitha Riedl, die Leiterin des Arbeitskreises Kleiderbörse Heidi Wilcke sowie die Beisitzer Dieter Dummann, Josef Fitzon und Ronald Menzel. DRK-Arzt ist Dr. Thomas Heidenreich.

Organisiert ist das DRK im Kreisverband Ennepe-Ruhr; der wiederum dem Landesverband Westfalen-Lippe angehört.

Der wochenkurier wird in den kommenden Wochen in einer Serie verschiedene Aspekte des Deutschen Roten Kreuzes beleuchten und so der enormen gesellschaftlichen Bedeutung des DRK anlässlich des 150. Geburtstages Rechnung tragen.