Abgelegene Firma Theis: Immer wieder Übergriffe

Ganze Eimerfüllungen von Farbe wurden in der Nacht zum Volkstrauertag an die Wände des Firmengebäudes Wilhelm Theis gegossen. Iris Klotz und die Firma Theis haben eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro zur Ermittlung der Täter ausgesetzt. (Foto: Frank Schmidt)

Ennepetal. (zico) Immer mal wieder hatte es bei der Firma Wilhelm Theis, Lohernockenstraße 36 in Ennepetal-Voerde, Spuren von Vandalismus gegeben. „Das bleibt wohl nicht aus, denn das Gelände ist abgelegen, und soziale Kontrolle findet kaum statt“, beklagt Iris Klotz, Frau von Geschäftsführer Ralf Klotz und kaufmännische Angestellte in dem Metall verarbeitenden Betrieb. Doch in den vergangenen Monaten häufen sich die Übergriffe, so dass die Firma Theis nun härtere Maßnahmen ergreift. Für die Ergreifung jener Täter, die das Firmengebäude in der Nacht auf den 14. November (Volkstrauertag) mit gelben, roten und blauen Farbschmierereien verunstaltet haben, hat Theis jetzt eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro ausgesetzt.

„Bereits vor einen halben Jahr hatten wir hier Ärger, als diverse Glasbausteine zerstört wurden. Das hat uns seinerzeit 1.785 Euro für die Reparatur gekostet“, so Iris Klotz, die immerhin froh ist, dass die Täter ermittelt werden konntan. Es handelt sich um zwei Schüler im Alter von acht beziehungsweise neun Jahren, die in die Tagesbetreuung der Stiftung Loher Nocken besuchen. Und im vergangenen Jahr wurde ein Lkw demoliert, der sich hinter (!) einem Rolltor befand – abgeknickte Schweibenwischer und zwei aufgeschlitzte Lkw-Planen waren zu beklagen, von den Tätern fehlt jede Spur. „Dazu kam, dass uns zuletzt täglich die Zeitung gestohlen wurde. Die lassen wir mittlerweile nach Hause kommen“, so Iris Klotz.

Iris Klotz zeigt die zerstörten Glasbausteine am Firmengebäude Wilhelm Theis, die bereits vor Monaten demoliert wurden. (Foto: Frank Schmidt)

In der Nacht zum Volkstrauertag trieben es erneut unbekannte Täter im wahrsten Sinne des Wortes sehr bunt. Ganze Farbeimerladungen wurden an die Wände und an die Tür gegossen; allein eine Grobreinigung der Tür verschlang schon über 1.000 Euro. „Und die Gummidichtungen kriegen wir gar nicht sauber; eine spezielle Reinigung würde noch einmal einen hohen Betrag kosten“, ärgert sich Iris Klotz. Pauschale Verdächtigungen in Richtung der Nachbarschaft möchte sie auf keinen Fall äußern: „Dafür habe ich keine Anhaltspunkte.“ Eine Versicherung gegen Vandalismus würde sich im Übrigen nicht rechnen: „Da wären die Prämien viel zu hoch.“

Auch Senior-Chef Waldemar Klotz hat indes mittlerweile genug von den Übergriffen: „Wir lassen uns das jetzt nicht mehr gefallen. Hoffentlich hilft die Belohnung, dass der oder die Täter ermittelt werden.“ Wer sachdienliche Hinweise hat, der kann sich unter Ruf 02333/88031 mit Iris Klotz in Verbindung setzen.

Farbschmierer scheinen übrigens in diesen Tagen Hochkonjunktur in Ennepetal zu haben. So wurde vor wenigen Tagen die gerade erst von Profisprayern gestaltete Bahnhofsunterführung mit häßlichen Tags verunziert – eigentlich ungewöhnlich, denn in der Szene gilt ein Ehrenkodex, wonach von Sprayern bemalte Wände nicht übersprüht werden. Aber was gilt schon ein Ehrenkodex bei Menschen, die sich grundsätzlich eher unehrenhaft gegenüber dem Allgemeingut verhalten.