Alleinerziehende Frauen suchen Weg auf den Arbeitsmarkt

Die Teilnehmerinnen des Lehrgangs „Frauen, Arbeit, Zukunft“ erarbeiteten im Rahmen einer „selbstaktivierenden Projektarbeit“ eine Ausstellung unter dem Titel Missbrauch von legalen und illegalen Drogen“. (Foto: Frank Schmidt)

Gevelsberg/EN-Kreis. (zico) „Für mich bedeutete die Teilnahme zunächst eine große Umstellung. Ich bekam Schlafstörungen und wusste kaum noch, wie ich die alltäglichen Dinge wie zum Beispiel das Waschen der Wäsche noch erledigen sollte“, sagt Adele Horeva-Mösta, alleinerziehende Mutter von vier Söhnen: „Aber ich habe mich durchgebissen, und ich bin froh darüber.“

Die 43-Jährige ist eine von 18 Frauen aus dem EN-Kreis, die seit November des vergangenen Jahres am Projekt „Frauen, Arbeit, Zukunft“ teilnehmen. Dieses sechsmonatige Projekt wird von der AWo im Auftrag des Jobcenter EN für alleinerziehende Frauen mit Kindern angeboten, die Arbeitslosengeld II beziehen und in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden beziehungsweise eine Ausbildung antreten sollen. Entsprechende Maßnahmen gibt es bereits seit 2005.

Das Projekt beinhaltet neben der Berufsorientierung, einem Bewerbungstraining und einem Gesundheitsmodul auch ein Mobilitätstraining, in dem es um die regionale, berufliche und persönliche Mobilität der Einzelnen geht. Auch eine „selbstaktivierende Projektarbeit“ steht auf dem Programm. Im Rahmen dieser Arbeit geht es darum, ein Gemeinschaftswerk zu erstellen und dabei bestimmte Kompetenzen zu schulen. „Es ist zum Beispiel wichtig, einen Zeitplan einzuhalten, zu organisieren, bestimmte Aufgaben auch zu delegieren und stets im Blick zu haben, wie das Ergebnis am besten verwirklicht werden kann“, so Diplom-Pädagogin und Lehrgangsleiterin Beate Schwartz von der AWo, die die Teilnehmerinnen auch während der Projektarbeit betreute und anleitete.

Die Teilnehmerinnen hatten sich für eine Ausstellung unter dem Titel Missbrauch von legalen und illegalen Drogen“ entschieden, da mit diesem Thema eigentlich jeder konfrontiert ist. So entstand eine mehrere Meter breite Schautafel, die von den Frauen inhaltlich konzipiert und handwerklich erstellt wurde. Die Teilnehmerinnen Anke Scholz und Daniela Smolka stellten das in jeder Hinsicht überzeugende Arbeitsergebnis vor wenigen Tagen im AWo-Fachbereich Arbeit & Qualifizierung an der Mühlenstraße in Gevelsberg vor.

„Für uns war dieser selbstaktivierende Ansatz neu. Unsere Eigentätigkeit in der Planung, Durchführung und Organisation, unsere Handlungsorientierung, unser Gruppenzusammenhalt und unsere Zusammenarbeit, die Kommunikation untereinander und unsere Präsentation des Produktes machten unsere vielfältigen Fähigkeiten wieder erlebbar“, so der Tenor innerhalb der Gruppe. Die Schautafel war jedoch nicht nur hilfreich, um die sozialen Kompetenzen der Teilnehmerinnen zu fördern, sondern ist auch geeignet, um zum Beispiel Jugendlichen die Gefahren von Sucht, die Wege dorthin sowie die Folgen des Konsums von legalen und illegalen Drogen aufzuzeigen. Interessenten, zum Beispiel Schulen, können sich daher an die AWo wenden, um die Schautafel für entsprechende Zwecke auszuleihen.

Auch wird es weitere Projekte „Frauen, Arbeit, Zukunft“ unter dem Dach der AWo geben.