Angestellte im EN-Kreis im Ausstand

Gevelsberg/EN-Kreis. (as) Laut war’s, als sich der Lindwurm am Dienstag, 18. März 2014, durch die Gevelsberger Innenstadt schlängelte. Mit Trillerpfeifen verschafften sich die Demonstranten Gehör. Etwa 700 Bedienstete aus dem öffentlichen Dienst waren zur zentralen Veranstaltung am Tag des Warnstreiks nach Gevelsberg gereist. Sie kamen aus Sprockhövel, Wetter und Herdecke. Mit Fahnen und Plakaten machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam: Sie wollen mehr Geld. Denn: Wer in Zeiten sehr knapper öffentlicher Kassen immer zurückgesteckt hat bei den Tarifrunden, versteht unter einem Gehaltsplus auch ein Mehr an Wertschätzung.

Trillern für mehr Geld: Die öffentlichen Kassen sind nicht mehr so leer. Nach Jahren des Verzichts bedeutet mehr Geld für die Bediensteten des öffentlichen Dienstes auch mehr Wertschätzung. (Foto: A. Schneider)
Trillern für mehr Geld: Die öffentlichen Kassen sind nicht mehr so leer. Nach Jahren des Verzichts bedeutet mehr Geld für die Bediensteten des öffentlichen Dienstes auch mehr Wertschätzung. (Foto: A. Schneider)

Motto: „Wir sind die Guten“

Jochen Marquardt, Regional-Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes, formulierte es folgendermaßen: „Wir sind es leid, immer mehr zu tun und immer weniger dafür zu bekommen.“ Gefordert wird von der Gewerkschaft Verdi eine Erhöhung der Entgelte um 100 Euro plus 3,5 Prozent, eine spürbare Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro und eine Zulage für die Beschäftigten im Nahverkehr, damit der Beruf beispielsweise des Busfahrers für Berufseinsteiger attraktiver wird.

„Wir sind die Guten“, diese Worte waren auf einem großen Transparent zu lesen, das die Demonstranten durch die Gevelsberger City trugen. Die Bevölkerung sah es ähnlich. Denn: Auch wenn am Dienstag Kindertagesstätten geschlossen blieben, in den Rathäusern Notdienste verrichtet werden mussten, der Müll stehenblieb, in Jobcentern nicht beraten werden konnte und nur ein winziger Bruchteil der Busse durch den Kreis fuhren – die Menschen trugen es mit Fassung. Die Unterstützung für die Anliegen der Demonstranten war groß.

Am Donnerstag, 20. März 2014, begann in Potsdam die zweite Tarifrunde für die Angestellten der Kommunen und des Bundes. Bis tief in die Nacht wurde verhandelt – ohne Ergebnis. Die Gespräche wurden am gestrigen Freitag fortgesetzt. Bis Redaktionsschluss fand jedoch keine Annäherung statt. Sollten sich die Verhandlungsparteien nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen können, werden die Warnstreiks fortgesetzt. Der nächste Lindwurm, ausgestattet mit Trillerpfeifen und Transparenten, könnte sich am Donnerstag, 27. März 2014, wieder durch den EN-Kreis schlängeln.