Auf du und du mit Eule und Uhu

Gevelsberg. (Sche) „Der Auerhahn ist ausgerottet“, bedauerte Stefanie Benz-Beckmann, Obfrau für den Lernort Natur des Hegerings Gevelsberg, angesichts eines ausgestopften Exemplars in der neu errichteten Waldstation des Vereins an der Kirchwinkelstraße: „Damit es den anderen hier gezeigten Tieren aus heimischen Wäldern nicht genauso geht, betreiben wir unsere Aufklärungsarbeit.“

Mit Dachs, Marder und Sau vertraut: Stefanie Benz-Beckmann, Obfrau für den Lernort Natur des Hegerings, wird geprüfte Waldpädagogin. (Foto: Stefan Scheler)

Mit dieser befassen sich die Waldfreunde besonders intensiv am Samstag, 12. Mai 2012, wenn im Neuen Forsthaus und am Damwildgatter an der Kirchwinkelstraße von 11 bis etwa 18 Uhr das 4. Waldfest des Hegerings Gevelsberg die Schönheit von Wald und Flur vermittelt. Dabei unterstützen die Kreisjägerschaft EN, der Naturschutzbund NABU, die AG Natur- und Umweltbildung ANU, der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, die Technischen Betriebe der Stadt Gevelsberg, der Imkerverein, der Tierschutzverein, die Jagdhundehilfe Krambambuli, die Hasencleverschule und das Rheinische Waldpädagogikum Düsseldorf, um nur einige der Beteiligten zu nennen.

„Um das Fest rund um den heimischen Forst lehrreich und unterhaltsam zu gestalten, haben wir auch den Bund der Falkoniere aus Münster mit ins Boot geholt“, verkündete Hegering-Schriftführer Siegfried Kuhn: „Er zeigt lebende Greifvögel wie Uhu und Falke sowie den ebenfalls selten gewordenen Raben.“ Überhaupt stehe eine lebendig gestaltete Information über den Lebensraum Wald im Vordergrund der Veranstaltung. „Nicht trockener Frontalunterricht“, versicherte die zurzeit eine waldpädagogische Ausbildung in Arnsberg absolvierende Stefanie Benz-Beckmann: „Stattdessen die Natur selbst anschauen und erleben.“ „Dazu trägt auch die von uns beigesteuerte Präsentation von Wildbienen und Fledermäusen bei“, lädt Michael Schüngel, Obmann für Naturschutz beim Hegering Gevelsberg, zu entsprechenden Angeboten der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) ein: „Auch ein ,mobiles Ameisennest‘ der Ameisenschutzwarte NRW ist dabei.“ Für Hundefreunde sind die Vorführungen der Tiertherapeutin Sabine Sieban, die einen Münsterländer und ihren Dackel „Finn“ vorstellt sicher sehr aufschlussreich.

Vor der Waldstation haben sich (von links) Carsten Förster (TBGev), Michael Schüngel, Hegering-Obmann Naturschutz, Rainer Sprenger (Stadt Gevelsberg), Hegering-Schriftführer Siegfried Kuhn und Hegering-Obfrau Lernort Natur Stefanie Benz-Beckmann versammelt. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi, selbst ein Freund des edlen Waidwerks, und der Vorsitzende der Kreisjägerschaft EN, Karl-Heinz Reinke, begrüßen die Gäste, und die Jagdhornbläser des Ennepetaler Hegerings spielen dazu auf. Das Neue Forsthaus bildet den gemütlichen Rahmen für Waffelgenuss im Café, und draußen am Damwildgatter lässt sich für Jung und Alt Natur hautnah erleben. „Das ist besonders für die Jugend wichtig“, hat Stefanie Benz-Beckmann in ihrer Ausbildung erfahren: „Viele Stadtkinder wissen schon gar nichts mehr von den Ökosystemen vor ihrer Haustür.“ Dass sich dies ändert, ist ein besonderes Anliegen der vom Hegering Gevelsberg in der Waldstation, aber auch praktisch unter freiem Himmel betriebenen Waldschule. Bei den Lehrgängen des seit 1946 bestehenden Vereins haben von März bis November 2011 3.389 Kinder und Jugendliche aus Schulen und Kindergärten viel über das Leben im Forst gelernt, was sie beim Waldfest auf einem Waldparcours an ihre Altersgenossen weitergeben. Zum Programm des Projekts „Lernort Natur Waldstation Hegering Gevelsberg“ gehören Walderlebnistage für Schulen und Förderschulen sowie Natur- und Waldpraktika für Förderschulen. „Da haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht“, berichtete Michael Schüngel: „Junge Menschen, von denen wir es gar nicht erwartet hatten, zeigten echtes Interesse und Engagement.“

Beim 4. Waldfest des Hegerings Gevelsberg, zu dem Einzelheiten bei Siegfried Kuhn unter Ruf 02302/ 690735 zu erfahren sind, lässt auch der städtische Spielflächen-Verantwortliche Rainer Sprenger seine Kreissäge röhren und schafft faszinierende Skulpturen aus Holz.

„Das Interesse am heimischen Wald sollte sich nicht auf das Fest beschränken“, motiviert Stefanie Benz-Beckmann: „Der Schutz dieses Lebensraums, zum Beispiel auch die Aufforstung der vom Sturm ,Kyrill‘ zerstörten Bestände, ist von großer Wichtigkeit für eine ökologisch gesunde Zukunft.“