Beratung bei „pro familia“ in Schwelm

Schwelm. (anna) Die Beratungsnachfragen bei der „pro familia“-Beratungsstelle in Schwelm haben im letzten Jahr deutlich zugenommen. Neben den üblichen Themen wie Familienplanung, Schwangerschaft, Schwangerschaftskonflikte und Sexualität bietet das multiprofessionelle Team – bestehend aus einer Ärztin, Psychologin, Sozialarbeiterinnen und einer Youthworkerin – auch Paarberatung, Beratung zur Pränataldiagnostik und anderen medizinischen und psychologischen Themen rund um Schwangerschaft und Sexualität an.

Dipl. Sozialpädagogin Natalie Schenk (r.) und Dipl. Sozialarbeiterin Sandra Baldschus leiten jetzt die „pro familia“-Beratungsstelle in Schwelm. Mit ihrem multiprofessionellen Team können sie vielen Menschen helfen.(Foto: Anna Linne)
Dipl. Sozialpädagogin Natalie Schenk (r.) und Dipl. Sozialarbeiterin Sandra Baldschus leiten jetzt die „pro familia“-Beratungsstelle in Schwelm. Mit ihrem multiprofessionellen Team können sie vielen Menschen helfen.(Foto: Anna Linne)

Neu seit Januar

„Dabei ist es egal, ob es sich um Elterngeld oder das neue Leben mit Baby handelt. Wir beraten Familien bis zum dritten Lebensjahr ihres Kindes“, sagt Sandra Baldschus, die seit Januar die Leitung der Schwangerschaftsberatung übernommen hat. Neu ist auch der Verhütungsschutz-Fond des EN-Kreises, der bedürftigen Frauen seit dem 1. Januar die gewünschten Verhütungsmittel kostenlos zur Verfügung stellt. 15 Frauen haben sich dieses Angebotes schon bedient, darunter auch einige Flüchtlingsfrauen.

Kinderwunsch

Auch Paare, deren Kinderwunsch nicht erfüllt wird, können sich an „pro familia“ wenden und Hilfe erfahren. „Bei einer schwierigen Schwangerschaftsprognose kann unsere Ärztin auch Pränataldiagnostik durchführen, und sei es nur, um eine Zweitdiagnose einzuholen“, erklärt Natalie Schenk, die als Leiterin und systemische Kinder- und Jugend­therapeutin bei „pro familia“ tätig ist.

Arbeit an Schulen

Annete Kriese, die seit dem Sommer 2015 den Bereich Youthwork übernommen hat, bietet als Sexualpädagogin Schulklassen und anderen Jugendeinrichtungen an, vor Ort die Themen Liebe, Verhütung und Sexualität zu besprechen.

Zu „pro familia“ gehört auch die Kinder- und Jugendschutzambulanz „Kizz“ gegen sexualisierte und häusliche Gewalt, die inzwischen den größten Anteil an der Schwelmer Beratungsstelle hat. In Gewaltfällen bietet „Kizz“ Betroffenen und Angehörigen Therapie und Beratung an. Die Fachkräfte beraten auch Eltern, Lehrer und Erzieher im Umgang mit kindlicher Sexualität.

Eine Fachtagung zum Thema „Und keiner hat’s gemerkt – Netzwerke als Schutz vor sexualisierter Gewalt“ steht am 27. September auf dem Programm. Bei dieser Veranstaltung, die in Kooperation mit der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule und der Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr konzipiert wird, geht es neben einem fachlichen Austausch auch um ein gegenseitiges Kennenlernen der Akteure und eine gute Zusammenarbeit, um einen nachhaltigen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt zu bewirken.

Kontakt

„pro familia“ ist es wichtig, neben der direkten beraterischen und therapeutischen Arbeit, die Sensibilität für Kinderschutz­themen in der Bevölkerung zu wecken. Wer Hilfe braucht, kann sich unter Tel. 02336/443640 oder E-Mail en-suedkreis@profamilia.de an die Beratungsstelle wenden.