Bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden

Auf einem 2.500 Meter großen Areal an der Hochstraße in Gevelsberg entstehen 32 Häuser in zwei Wohnungen sowie eine Tiefgarage. (Foto: Frank Schmidt)

Gevelsberg. (zico) Die Herausforderungen des demographischen Wandels nimmt ein Bauprojekt auf, das derzeit in Gevelsberg in den Blickpunkt rückt. An der Milsper Straße, Ecke Hochstraße in Gevelsberg, sind seit einigen Wochen auf einem rund 2.500 Quadratmeter großen Grundstück umfangfreiche Tiefbauarbeiten zu beobachten. Bei günstiger Witterung bis Ende 2013, spätestens aber bis Mitte 2014 errichtet die Noss-Haas-Stiftung hier zwei Häuser mit insgesamt 32 Mietwohnungen. Der Kran für die Hochbauarbeiten steht bereits, so dass der Bau schon in der kommenden Woche fortgesetzt werden kann – wenn Petrus mitspielt.

Der Kran für die Hochbauarbeiten steht bereits, so dass der Bau der barrierefreien Wohnungen bei günstiger Witterung schon in der kommenden Woche fortgesetzt werden kann. (Foto: Frank Schmidt)

Das Grundstück, welches die Stiftung von der Stadt Gevelsberg erworben hat, grenzt an die verkehrsberuhigte Wohn- und Spielstraße vor dem früheren Krankenhaus, dass seit einigen Jahren der Fliedner-Stiftung gehört und unter dem Namen „Stadtwohnen Hagebölling“ ebenso wie das „Dorf am Hagebölling“ betreutes Wohnen anbietet. Die seit 1998 bestehende Noss-Haas-Stiftung widmet sich Unterstützung der Altenpflege, speziell der Wohnqualität im Dorf am Hagebölling, der Diakoniestation und dem Hospiz Emmaus. Die neuen Wohnungen werden frei finanziert; angedacht ist nach Auskunft von Gerd Westermann eine Kooperation mit der Fliedner-Stiftung, etwa bei Pflege oder Mittagstisch. Westermann, ehemaliger Geschäftsführer der Schwelmer & Soziale, berät die Noss-Haas-Stiftung bei dem Projekt.

Gedacht sind die neuen Wohnungen jedoch nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für junge Familien, für Menschen aller Altersgruppen also. Das Konzept sieht vor, dass man hier auch im Alter komfortabel in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben kann. Deshalb sind alle Wohnungen barrierefrei; im Erdgeschoss überdies Rollstuhl gerecht barrierefrei. „Das bedeutet zum Beispiel, dass die Waschbecken im Rollstuhl unterfahren werden können, dass die Türen breiter sind und die Duschen größer“, erläutert Gerd Westermann.

Die Hochstraße im Baubereich wird weiter verkehrsberuhigt bleiben. Zu den beiden Häusern wird eine Tiefgarage gehören, die am Fuße der Hochstraße ihren Eingang hat – auch für Bewohner, die per Pedes zum Beispiel Besorgungen in der Stadt machen können, ohne den steilen Anstieg die Hochstraße hinauf bewältigen zu müssen. Für die energieeffizienten, barrierefreien Wohnungen sollen erschwingliche Mietpreise erhoben werden.

Die Noss-Haas-Stiftung geht auf das Testament der Eheleute Adolf und Inge Noss, geb. Haas, zurück, in dem die Gründung der Stiftung verfügt worden war. Das Kuratorium besteht aus dem Vorsitzenden, Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Hermes, sowie Bankkaufmann Manfred Fischer und Wirtschaftsprüfer Franz Johann vor der Sielhorst. Die Stiftung unterstützt und fördert das „Dorf am Hagebölling“, das mit dem Geld Anschaffungen und zusätzliche Angebote finanziert. Mit einer Umschichtung von der Kapitalanlage in den Mietwohnungsbau soll die Stiftung nun noch leistungsfähiger werden.