Bücherei Gevelsberg: Gut aufgestellt zum Thema Demenz

Gevelsberg. (saz) Bereits im vergangenen Jahr hatte der Aufbau eines breiten Angebots von Medien zum Thema Demenz in der Stadtbücherei Gevelsberg begonnen. „Wir haben festgestellt, dass wir das Angebot in diesem Bereich ausbauen sollten und nachhaltig aufforsten müssen“, erklärt Büchereileiterin Stephanie Kron. Diese Aufgabe wurde von Gabriele Linden übernommen, die mit viel Hingabe eine breite Auswahl an Medien beschafft hat.

So finden sich im Regal unter dem Schild „Demenz, Alzheimer“ neben passenden Büchern (sowohl Sachbücher als auch Belletristik) beispielsweise auch Großpuzzle, die aus vier großen Teilen bestehen und als Motiv Erinnerungsstücke aus dem Alltag vorweisen. Desweiteren bietet die Bücherei Koffer zur Ausleihe an, die passende Utensilien zu einem bestimmten Thema beinhalten. So gibt es beispielsweise einen, in dem unter anderem Kochgeschirr, Bilder von Lebensmitteln und Kochbücher mit alt-bekannten Rezepten zu finden sind. Diese können genutzt werden, um beim Demenzkranken zum einen Erinnerungen wachzurufen, als auch zu einer aktiven Teilnahme zu animieren und die erkrankte Person so aus der „Starre“ herauszuholen. So kann der Erkrankte wieder auf eine gewisse Art und Weise Teil des alltäglichen Lebens werden.

Neuer Baustein im Demenzregal stellt das Kamishibai da, ein Papiertheater, bei dem mit großformatigen Erinnerungskarten eine Geschichte erzählt werden kann. Dies kann bei der Biografie- und Erinnerungsarbeit helfen. „Wir haben auch alte Aufnahmen aus Gevelsberg drucken lassen, die bei der Erinnerungsarbeit mit älteren Gevelsbergern helfen können“, sagt die Büchereileiterin.

Bei der Auswahl wurde an alle Beteiligten gedacht, an dementiell veränderte Personen, pflegende Angehörige und natürlich auch an die Kinder, die es plötzlich mit einer Oma oder einem Opa zu tun haben, die irgendwie anders sind, als vorher. Und auch Pflegepersonal soll mit dem Angebot angesprochen werden. „Wir würden gerne aus Pflegekräften regelmäßige Büchereigänger machen“, so Demenzfachberaterin Pia Grebe vom Netzwerk Demenz.