Buntes Brauchtumskaleidoskop

Enzo L. Caruso und Kerstin Heumann-Wasserkamp können den Festabend aus persönlichen und beruflichen Gründen nicht moderieren. (Foto: Stefan Scheler)

Schwelm. (Sche) Das Schwelmer Heimatfest zieht von Freitag, 2. September, bis Dienstag, 6. Dezember 2011, wieder alle Schwelmer und ihre Gäste in seinen Bann. Absoluter Höhepunkt ist am Sonntag, 4. September, wieder der Heimatfestzug, der sich nach 30-sekündigem Sirenengeheul am Kreisverkehr in Richtung Barmer Straße/Stadtmitte in Bewegung setzt und mit den phanasievollen Darstellungen der 13 Nachbarschaften für Begeisterung sorgt. Zu den weiteren Kernelementen zählt neben der Kirmes auch der beliebte Heimatfestabend, der in diesem Jahr mit einigen Änderungen aufwartet.

„Wir haben einige neue Ideen entwickelt“, schildert Gabriele Weidner, Leiterin des städtischen Kulturbüros und der Musikschule, die geänderte Konzeption des Heimatfestabends am Freitag, 2. September, ab 20 Uhr – Einlass ab 19 Uhr – in der Mensa des Märkischen Gymnasiums Schwelm: „Zusammen mit meinem Kollegen Boris Schmittutz habe ich die Verantwortung für Regie und Programm dieser Veranstaltung übernommen.“

Vor allen Dingen die formale Straffung und inhaltliche Auflockerung des Abends lag den Organisatoren am Herzen. „Die Beiträge sind in der Regel nicht länger als fünf Minuten“, nimmt Gabriele Weidner auf Kritik an den vorherigen Aufführungen Bezug, nach denen wegen zu langer Programmpunkte Langeweile aufgekommen sei: „Ausnahmen bilden Musikbeiträge, die dem Publikum so gut gefallen, dass es eine Zugabe fordert.“ Auch der Schwelmer Akkordeonclub von 1967 hat eine Sonderstellung inne, denn er bringt unmittelbar vor der Pause und gleich danach seine schmissigen Rhythmen zu Gehör.

Gabriele Weidner, Leiterin des städtischen Kulturbüros und der Musikschule, hat für den Heimatfestabend ein buntes Programm zusammengestellt. (Foto: Stefan Scheler)

In Bezug auf die plattdeutschen Vorträge waren auch Stimmen laut geworden, diese seien zu lang, nicht für jeden verständlich und animierten so zu Raucher- oder Bierpausen im Foyer. Dem hält Gabriele Weidner entgegen, dass auch diese Darbietungen die Fünfminutengrenze nicht überschreiten dürften. „Außerdem haben Irmgard Weinreich und Frederik Diergarten eine neue Art des Vortrags gewählt“, macht die Kulturbeauftragte neugierig: „Statt einfacher Erzählungen kommen Sketche zu Gehör, zu deren besserem Verständnis auf einer Leinwand im Hintergrund sozusagen ,Untertitel‘ für alle Platt-Unkundigen laufen.“

Zur Moderation hat man sich von Seiten der Stadt etwas ganz Neues einfallen lassen. Nachdem das bisherige Conférence-Duo Enzo L. Caruso und Kerstin Heumann-Wasserkamp im vergangenen Jahr seinen vorerst letzten Heimatfestabend leitete, stimmen jetzt die Dötze des evangelischen Kindertheaters Flick-Flack Schwelm unter Leitung von Sabine Masmeier-Wegemann auf die Darstellungen ein. „Mit Kerstin Heumann-Wasserkamp, welche zurzeit im Urlaub ist und deshalb ohnehin nicht dabei sein könnte, habe ich per E-Post Kontakt“, klärt Gabriele Weidner über die Hintergründe der Neugestaltung auf: „Enzo L. Caruso ist beruflich so stark eingespannt, dass er für Vorbereitung und Präsentation des Heimatfest-Abends keine Zeit erübrigen kann.“

Zudem seien die früheren Ansagen ziemlich lang geworden und als kleine Kabarett-Einlagen fast zu einem Programm im Programm mutiert. Dem wolle man jetzt mit einer zeitlichen und inhaltlichen Straffung der Veranstaltung entgegen wirken und dem Brauchtum in einem abwechslungsreichen Ablauf wieder mehr zur Geltung verhelfen. Aus den früheren drei Stunden im Jugendzentrum sollen jetzt in der Mensa insgesamt eindreiviertel Stunden heimatlich geprägter Unterhaltung werden, in deren Anschluss Bürgermeister Jochen Stobbe alle Beteiligten zu einem Bummel über die Kirmes einlädt.

„Wir schließen niemanden aus“, stellt Gabriele Weidner ganz ausdrücklich klar: „Wir haben auch schon Anfragen für das kommende Jahr und überlegen uns, aus dem Heimatfestabend – wie in früheren Zeiten – zwei Veranstaltungen hintereinander am Freitag und Samstag zu machen.“ Für den aktuellen Termin gilt, dass dieser zwar leider schon ausverkauft ist, man sich aber nach zurückgegebenen Karten unter Ruf 02336/ 801273 oder persönlich bei Boris Schmittutz im Kulturbüro, Moltkestraße 24 in Schwelm, Zimmer 207, erkundigen kann.