Caritas-Suchthilfe Schwelm

Zur Einweihung der neuen Räume kamen (vorn, von links) Bürgermeister Jochen Stobbe, Propst Heinz Ditmar Janousek, Kabarettistin Ulrike Böhmer und (ganz rechts) die stellvertretende Landrätin Sabine Kelm-Schmidt. (Foto: Stefan Scheler)

Schwelm. (Sche) „Hier haben wir wesentlich mehr Platz als früher an der Hauptstraße“, freute sich die Leiterin des Suchthilfezentrums der Caritas in Schwelm bei der offiziellen Einweihung vor wenigen Tagen über das neue Domizil der katholischen Hilfsorganisation an der August-Bendler-Straße 12: „Helle und freundliche Räume machen auch für unsere Klienten den nicht immer einfachen Besuch bei uns angenehmer.“

Einrichtungsleiterin Rita Köster und Caritas-Direktor Dominik Spanke führten durch das Haus und die freundlichen Sozialräume. (Foto: Stefan Scheler)

In den elf Dienstzimmern auf zwei Etagen – dazu gibt es noch einen Lagerraum – kümmern sich drei Suchtberater mit Einrichtungsleiterin Rita Köster um Menschen, die in Süchte nach legalen oder illegalen Drogen verfallen sind. „Dazu gehören bei den gesetzlich erlaubten Verführern Alkohol, Nikotin, Computerspiele und Angebote im virtuellen Netz“, erläuterte Sozialarbeiterin Barbara Wolf die Aufgaben der Sucht- und Drogenberatung: „Dazu kommen die verbotenen Rauschgifte. Da wir die Erfahrung gemacht haben, dass Männer und Frauen sich lieber von Geschlechtsgenossen betreuen lassen, sind wir paritätisch mit Kollegen und Kolleginnen besetzt.“ Im Bedarfsfall stünden auch Hausbesuche bei den Betroffenen auf dem Programm.

Bei der Feierstunde zur Einweihung des neuen Caritas-Zentrums waren rund 100 Gäste erschienen, unter ihnen auch Vertreter der Partnerorganisationen Pro Familia, Kiss, Diakonie sowie von Jugendamt, Gesundheitsamt und Polizei. Auch aus den Städten Ennepetal und Breckerfeld waren Abordnungen anwesend, und Schulen im Kreisgebiet gaben der Caritas ebenfalls die Ehre. Nicht zuletzt wünschte das Ehepaar Radau, Eigentümer der Immobilie, den neuen Mietern für ihre verantwortungsvolle Arbeit alles Gute.

Das Team der Caritas in Schwelm hat sich vor dem Eingang des Hauses an der August-Bendler-Straße 12 versammelt. (Foto: Stefan Scheler)

Schirmherr der Drogenberatung ist Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe, der auch eine kurze Ansprache hielt. „Angelika Beck und Rita Köster stehen für dieses Haus“, bezog er die Leiterin der sozialen Dienste in seine Grußworte ein: „Hier ist jetzt alles unter einem Dach; das hätte ich im Rathaus auch gern.“ Das Stadtoberhaupt hob hervor, dass die Caritas dafür einstehe, bei den Problemen anderer nicht wegzuschauen. Eine besondere Stärke der kirchlich ausgerichteten Organisation sei das Schaffen zielführender Netzwerke.

„Der Landrat ist heute beim Papst“, entschuldigte die stellvertretende Landrätin Sabine Kelm-Schmidt ihren Dienstherrn: „An seiner Stelle wünsche ich Ihnen viel Mut für ihre wichtige Arbeit in vorbildlichem Zusammenwirken mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis.“ Sie lobte dabei auch die stilvolle und freundliche Ausgestaltung insbesondere der von den Klienten aufzusuchenden Warte- und Beratungsräume.

Für die katholische Kirche nahm danach Propst Heinz Ditmar Janousek das Wort. Statt einer förmlichen Rede erbat er in einer kleinen Andacht für die neue Einrichtung Gottes Segen und sprach mit der Versammlung gemeinsam das Vaterunser.

Schließlich setzte die Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer als Erna Schabiewsky aus Dortmund einen humorvollen Schlusspunkt unter den offiziellen Teil, bevor es an das reichhaltige Buffet ging. „Man soll sich öfter streicheln“, bezog sie sich auf ein Plakat im Foyer des Caritas-Hauses.

„Die Gestaltung dieser kleinen Feier zeugt von gelebter Caritas-Atmosphäre“, zeigte sich der Caritas-Direktor für Hattingen und Schwelm, Dominik Spanke, von der Einweihungszeremonie sehr angetan.