Schatz aus staubigen Pappkartons

EN-Kreis. (zico) „Das ist ein echter Schatz, den der Düsseldorfer Autor Andreas Schroyen da im Herbst 2010 in einem alten Lager zu Tage gefördert hat“, war Markus Holzhauer vom Erfurter Sutton-Verlag und seinen Kollegen schnell klar, was für einen außergewöhnlich Fund sie da publizieren sollten: „Natürlich haben wir sofort zugegriffen.“ Neben anderen Schätzen, bedeckt vom Staub der Jahrzehnte, fanden sich auch über 300 dunkelbraune Holzkisten – jede mit sieben bis zehn Pappschächtelchen befüllt, in denen sich wiederum zehn Glasdias befanden. 70 der Fotos, die eine Motivreihe inklusive Erläuterungen bildeten, hat der Sutton-Verlag jetzt in der Reihe Archivbilder unter dem Titel „Das Sauerland“ veröffentlicht.

Das Sauerland. Handkolorierte Diapositive der Lichtbildanstalt Carl Simon & Co. aus der Zeit um 1930; ISBN 978-3-95400-255-9; 18,95 Euro
Das Sauerland. Handkolorierte Diapositive der Lichtbildanstalt Carl Simon & Co. aus der Zeit um 1930; ISBN 978-3-95400-255-9; 18,95 Euro

„Das ist ein einzigartiger Farbbildband über das Sauerland in der Weimarer Republik“ so Markus Holzhauser: „Und es ist obendrein eine doppelte Zeitreise. Zum einen erhält der Betrachter farbige Fotos aus einer Zeit, die wir sonst nur von Schwarz-Weiß-Aufnahmen her kennen. Zum anderen geben auch die Original-Begleittexte einen Einblick in den Zeitgeist der Weimarer Republik.“

Auf 84 reich illustrierten Seiten präsentiert der Band die bislang unveröffentlichte Bildreihe über das Sauerland und seine Sehenswürdigkeiten aus dem Nachlass der Lichtbildanstalt Carl Simon & Co. Der einzigartige Fotoschatz, der sich heute in der Bilddatenbank „foticon“ befindet, birgt 70 handkolorierte Aufnahmen aus der Zeit um 1930, die faszinierende Ansichten von Arnsberg, Altena und Iserlohn, Olpe, Meschede, Plettenberg oder Winterberg zeigen. Aber auch Fotos von Gevelsberg und dem damals noch selbstständigen Milspe sind dabei. Stimmungsvolle Bilder der unvergleichlichen Gebirgslandschaften, malerischen Flüsse und beeindruckenden Talsperren sowie der zeitgenössischen Bildbeschreibungen runden diese kurzweilige Reise durch das Sauerland in der Weimarer Republik ab. Dieser Band ist ein Muss für alle Liebhaber historischer Farbbilder und Freunde des Sauerlandes.

Die stimmungsvolle Bilderreise beginnt im malerischen Glingetal. Über den Hohen Lenscheid geht es durchs Lennetal ins romantisch gelegene Nachrodt-Einsal. Über die Kämme des Rothaargebirges führt die nostalgische Wanderung den Leser ins Ennepetal nach Milspe. Nach einem Besuch im idyllischen an der Lenne gelegenen Altena mit der gleichnamigen Burg gelangt er nach Arnsberg, die Perle des Sauerlandes. Der Charme der Handkolorationen entfaltet sich besonders auf Aufnahmen vom alten Markt mit dem Rathaus und der Brunnensäule oder dem Glockenturm.

Prächtige Bilder zeigen das von herrlichsten Wäldern umgebene Iserlohn, den beliebten Erholungsort Winterberg oder das wunderschön an der Ruhr gelegene Meschede. Stimmungsvolle Aufnahmen von Plettenberg, Olpe oder Herscheid versetzen den Leser in eine längst vergangene Epoche. Der Spaziergang durch diese zauberhafte Region führt den Leser zu Naturschauspielen wie dem Felsenmeer bei Sundwig oder zur Atta-Höhle mit ihren prächtigen Tropfsteinbildungen.

Die eindrucksvollen handkolorierten Aufnahmen lassen Nostalgiker ins Schwärmen geraten und laden dazu ein, das Sauerland und seine einzigartigen Sehenswürdigkeiten neu zu entdecken.

2012 wurde die Bilddatenbank „foticon“ gegründet. Grundlage war die Diapositivsammlung der Lichtbildanstalt „Carl Simon & Co“, die der Düsseldorfer Unternehmer Carl Simon ab 1907 anlegte. Aus dem verbliebenen Lagerbestand fanden rund 7000 historische Bilder zu vielfältigen Themen Eingang in die Bilddatenbank.