Dem Alter mehr Bewegung schenken

Raus aus dem Alltag

Raus aus dem Alltag, rein ins kühle Nass: Hildegard Tycner (2.v.l.), Lieselotte Schlösser, Wilhelm Schnieders und Mariane Schönlau hatten viel Spaß bei ihrem Besuch im Schwimm-In in Gevelsberg. Im Rahmen eines Engagement-Wettbewerbs der AVU Gevelsberg hat

Gevelsberg. (lz) „Ich bin schon immer eine Wasser­ratte gewesen“, erzählt Mariane Schönlau. Die Bewohnerin des Altenheims „Haus Elisabeth“ in Ennepetal hatte sich nach ihrer vierwöchigen Reha so sehr gewünscht, wieder schwimmen gehen zu können. Und schon wurde dieser Wunsch Wirklichkeit. Im großen ­Becken des Schwimm-In in Gevelsberg schaffte sie ganze vier Bahnen. „Ich hab mich sonst ja immer mit Aqua-­Jogging fit ­gehalten“, erzählt sie. Auch Lieselotte Schlösser gerät ins Schwärmen: „Ich geh immer gerne mit, wo was los ist“, sagt sie. „Und das Schwimmen heute hat mir richtig Spaß gemacht.“ Hildegard Tycner ist an diesem Montag, 17. Juli, zum ersten Mal dabei und meint: „Schwimmen ist etwas – das hat man immer schon gemacht. Wir sind früher zum Schwimmen gegangen, vor allem auch im Sommer und jetzt hier zu sein, das war wirklich eine ­tolle Überraschung.“
Gewinner der EN-Krone
Doch ganz so überraschend kommt das Projekt aus dem Haus Elisabeth nicht daher. Ein Team der Mitarbeiter aus dem Bereich Betreuung hatte sich für den Engagementpreis EN-Krone der AVU Gevelsberg im Bereich Sport beworben und gewonnen. Ganze 500 Euro gab es, die nun die regelmäßigen Ausflüge wie den ins Schwimmbad möglich ­machen.
Gemeinsam erleben
Auch Wilhelm Schnieders liebt die Ausflüge ins kühle Nass. Beinahe meditativ liegt er im Wasser und genießt das Treiben mit Brett oder Poolnudel. Zusammen mit den Betreuerinnen Heike Hölter, Tamara Erdmann, Maria Henoch und Katja Zaharova stärkt sich das Schwimmer-Quartett, das auch unter dem Namen „Lisbeth Schnorchler“ bekannt ist, nach dem Baden beim gemeinsamen Essen im Foyer des Schwimm-In.„Auch das ist eine Sache, die hier extra für uns möglich gemacht wurde“, erklärt ­Tamara Erdmann. Gemeinsam nach dem Sport zusammen ­sitzen, das Essen frei wählen und dabei in lockerer Runde ein Pläuschchen halten: Der Tag im Schwimmbad ist weit mehr als nur ein Ausgleich zum Alltag.
Wasser für mehr Wohlbefinden
Es ist die Erfahrung mit dem Element Wasser und die Steigerung des eigenen Wohlbefindens. Außerdem stärkt das Miteinander die sozialen Kontakte und verbessert die Körperwahrnehmung um ein Vielfaches. Mit zum Schwimmen darf jeder Bewohner aus dem Haus Elisabeth der oder die Spaß am Schwimmen hat, ganz gleich ob Nichtschwimmer oder Profi. Daher treffen hier immer neue Leute aufeinander. „Ich kenne das schon“, erzählt Lieselotte Schlösser. „Das ist wirklich mal was anderes“, sagt sie. „Obwohl ich ja nicht so gut schwimmen kann.“
Helfende Hände
Immer mit an der Seite: die helfenden Hände der Betreuerinnen und Betreuer. Im Haus Elisabeth an der Kirchstraße 76 in Ennepetal wird den Bewohnern neben dem monatlichen Schwimmbad-Besuchen ein umfangreiches Programm geboten, um dem normalen Alltag ein wenig zu entfliehen.
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Veränderungen nicht nur äußerlich
Allgemein hat es viele Veränderungen in den letzten Jahren in der Kirchstraße 76 gegeben. „Der Umbau war vermutlich die größte Veränderung“, sagt Tamara Erdmann, die als Mitarbeiterin im Sozialdienst dem Haus Elisabeth im nächsten Jahr bereits seit 25 Jahre die Treue hält. „Insgesamt beherbergt das Haus derzeit 108 Bewohner. Diese wohnen in 100 Einzelzimmer und vier Doppelzimmer, alle Zimmer haben ein eigenes Badezimmer. Die hellen und freundlichen Zimmer können mit eigenen Möbeln ergänzt werden. Außerdem wurde die Kapelle neu gestaltet.“ Und zusätzlich hat sich das Augenmerk auf das menschliche Wohl in den Bereich von Sport und Prävention verlagert. Auf den Gewinn der EN-Krone sind Bewohner und Betreuer nach wie vor sehr stolz. Durch die damit gewonnenen 500 Euro konnte eine Idee wie die der Schwimmgruppe erfolgreich umgesetzt werden. Sichtlich zufrieden mit dem Ausflug ins Schwimm-In resümiert Hildegard Tycner die Stunden im Schwimmbad und die Frage „Kommen sie nochmal mit?“ mit den Worten: „Das werde ich. Auf jeden Fall!“