„Der Bohlen von Gevelsberg“

Gevelsberg. (Sche) Talentwettbewerbe jedweder Art haben zur Zeit auf vielen Fernsehkanälen Hochkonjunktur. Da möchte auch die Stadt Gevelsberg nicht hinten anstehen und veranstaltet gemeinsam mit der Händlervereinigung Pro City den „G Faktor“, einen Sangeswettbewerb, der Playback- und Karaoke-Auftritte umfasst.

Skurta (links) und Edison könnten beim G Faktor dabei sein. Stellvertretender Jugendzentrums-Leiter Ulrich Hückelheim, Organisator Klaus Fiukowski, Bürgermeister Claus Jacobi, Pro-City-Chef Werner Tasbier und Moderator Ryan Guzman (von links) freuen sich auf rege Teilnahme. (Foto: Stefan Scheler)

„Das ist ein ungewöhnlicher Ort für ein Vorgespräch“, begrüßte Bürgermeister Claus Jacobi die am Projekt Beteiligten im professionell eingerichteten Tonstudio des Jugendzentrums Libber vor wenigen Tagen: „Aber ein besonderes Thema erfordert einen ausgefallenen Raum.“

Am Samstag, 4. Juni, von 15 Uhr bis 17.30 Uhr, können die Besten der Vorauswahl beim Boulevard Gevelsberg auf der unteren Bühne in der Fußgängerzone Mittelstraße die Massen begeistern. Voraussetzung ist, dass sie der kritischen Jury im Auswahlverfahren gefallen haben. Diese setzt sich aus fünf Juroren mit Kenntnissen der Jugend- und Musikszene zusammen. „Dann bist du der ,Bohlen von Gevelsberg‘“, richtete das Stadtoberhaupt an die Adresse des Pro City-Vorsitzenden Werner Tasbier, der damit nach dem „Lagerfeld von Gevelsberg“ einen weiteren „Ehrentitel“ innehat.

„Die Bewerbungsfrist beginnt bereits jetzt, damit die Kinder und Jugendlichen schon in den Osterferien Zeit zum Üben haben“, begründet Ulrich Hückelheim, stellvertretender Leiter des Jugendzentrums, die Zeitplanung: „Die Auswahl selbst wird sich je nach Teilnehmerzahl über mehrere Tage hinziehen, wobei wir an einem Termin bis zu zwanzig Beiträge bewerten können.“ Die hoffnungsvollen Kandidaten können ihre Bewerbungen bis zum 30. April 2011 unter Ruf 02332/ 557011 oder 02332/ 557026 abgeben. Anfang Mai beginnt die heiße Phase der Bewertung, und am Ende des Monats findet mit den Gewinnern eine Generalprobe statt.

Der künstlerischen Kreativität sind dabei nur rechtliche und geschmackliche Grenzen gesetzt. „Rechtsradikales und Beleidigendes wollen wir hier nicht hören“, präzisiert es Ulrich Hückelheim: „Auch allzu brutale Rap-Texte passen nicht ins Bild.“ Jurist Claus Jacobi hält zudem den rechtlichen Hinweis für wichtig, dass bei den durchweg minderjährigen Aspiranten – der Altersrahmen liegt zwischen acht und 16 Jahren – unbedingt eine Einwilligungserklärung der Erziehungsberechtigten vorliegen muss.

„Ich erwarte, dass die ganze Aktion eine Nummer größer wird als vergleichbare Veranstaltungen in den Neunzigerjahren“, ist Klaus Fiukowski vom Erfolg des Konzepts überzeugt, und Ulrich Hückelheim kennt die Szene in der Engelbertstadt ganz genau. „Wir haben hier eine sehr aktive Hip-Hop-Gemeinde“, lobt der stellvertretende Jugendzentrums-Leiter: „Die Darbietungen sind intelligent und sozialkritisch, ohne unter der Gürtellinie zu liegen.“

Bei so viel Vorschusslorbeer darf man gespannt sein, wer das Rennen um die Boulevard-Teilnahme macht. Dann können die erfolgreichsten Jungkünstler unter der Moderation von Ryan Guzman zeigen, dass vielleicht in dem einen oder anderen ein kommender Star auf den Durchbruch wartet.