Der Heilenbecke auf der Spur

Besonders spannend im Verlauf der Heilenbecke ist natürlich die Heilenbecker Talsperre, der Dieter Schmidt viele Aufnahmen gewidmet hat. hier ist der Überlauf des zwischen 1893 und 1896 errichteten Bauwerks. (Foto: Dieter Schmidt)

Gevelsberg. (zico) Wo entspringt eigentlich die Heilenbecke? Eine Frage, die den Fotografen Dieter Schmidt vier Wochen lang in Atem hielt, hatte er es sich doch zur Aufgabe gemacht, den Lauf des kleinen Flußes von der Quelle bis zur Mündung in Text und Bild zu dokumentieren. „Irgendwo in der Nähe des Flugplatzes Radevormwald“, so lautete der erste Tipp, den ich bekam“, denkt Schmidt ein Jahr zurück. Selbst Alteingesessene hatten zunächst nicht den richtigen Fingerzeig für den 72-Jährigen parat, bevor er dann doch noch auf dem richtigen Grundstück landete. Um sich leicht entnervt an die Stirn zu tippen, denn im Nachbarhaus war der nach dem Krieg in Gevelsberg heimisch gewordene Schlesier gleich zu Beginn seiner Recherchen schon gewesen…

Dieter Schmidt hatte im vergangenen Jahr bereits eine CD mit Fotos und Erläuterungen über den Lauf der Ennepe vorgelegt, die er zum Selbstkostenpreis weitergab und noch weitergibt – neuerdings sogar in überarbeiteter Fassung, denn er hat den ursprünglich 185 Aufnahmen weitere 35 hinzu gefügt – nebst weiteren interessanten Informationen. Diese liebevolle Dokumentation stieß auf soviel Zuspruch, dass der vor 68 Jahren in die Engelbertstadt Geflohene seiner Fotoleidenschaft erneut freien Lauf ließ und einen zweiten Flußlauf in Wort und Bild festhielt. Und wie bei der Ennepe legte Schmidt peinlich genau Wert auf korrekte Angaben und sauber belichtete Aufnahmen – oft genug fuhr er mit seiner Frau Annita mehrmals zu einer Flußstelle, um den Ort bei bestem Sonnenstand aufzunehmen. 222 Fotos sind es letztlich geworden, die auf der CD namens „Die Heilenbecke – von der Lambecke bis zur Ennepe“ zu finden sind.

Dieter Schmidt hat auf einer Foto-CD 222 Aufnahmen vom Verlauf der Heilenbecke gesammelt. „Die Heilenbecke – von der Lambecke bis zur Ennepe“ heißt die mit vielen interessanten Informationen gespickte Zusammenstellung, die man für zehn Euro bei Dieter Schmidt bestellen kann. (Foto: Frank Schmidt)

Wer ein Jahr lang den Lauf eines Flußes mit Akribie studiert, fotografiert und dokumentiert, der erlebt eine Menge. Und gerät mitunter sogar in höchste Gefahr. „Fast ausnahmslos waren die Leute, die ich zum Fotografieren der Heilenbecke um die Erlaubnis bat, ihr Grundstück betreten zu dürfen, sehr nett. Oft erhielt ich wertvolle Tipps, und Mitarbeiter von Firmen wie Refflinghausen oder Hesterberg begleiteten mich sogar persönlich zu lohnenswerten Fotomotiven. Ein Anwohner schickte mich allerdings auch auf eine gefährliche Strecke. Das war unterhalb des Wittensteins, im Gebiet von Köttings Schleifkotten. Die Heilenbecke führte gerade Hochwasser und war statt eineinhalb Meter vier Meter breit. Ich stürzte auf dem kleinen Pfad und konnte mich gerade noch an Brombeeren festhalten, sonst wäre ich ins Wasser gestürzt und mitgerissen worden. Außer der durch die Dornen verletzten Hand ist mir dabei aber nichts passiert“, erlebte Dieter Schmidt einige gehörige Schrecksekunden.

Als besondere Höhepunkte auf seiner Tour entlang der Heilenbecke, die im Quellgebiet Radevormwald-Wellingrade wegen des dortigen Gutes Lembeck noch Lembecke heißt, bezeichnet der Fotograf die noch aktiven Betriebe Hast, Hammerwerk am Hasenack und Hammerwerk am Rußfeld – auch wenn die Wasserkraft heute der Stromerzeugung und nicht mehr dem Antrieb der Hämmer dient. „Früher waren die Betriebe an der Heilenbecke wie an der Perlenkette aneinander aufgereiht“, blickt Dieter Schmidt auf vergangene Zeiten zurück: „Aber auch der Bereich um die Heilenbecker Talsperre war besonders interessant. Welcher Teil seiner Arbeit im am meisten Spaß gemacht hat, vermag er gar nicht genau zu bestimmen: „Der Aufenthalt in der schönen Landschaft, das Fotografieren, die genaue Dokumentation des Gesehenen – alles macht mir sehr viel Freude“, so der Senior.

Wer dieter Schmidt auf seiner Tour antlang der Heilenbecke begleiten möchte, der kann eine Kopie der CD bei ihm gegen einen Kostenbeitrag von zehn Euro direkt bei ihm unter Ruf 0152-06253067 bestellen. Auch die Ennepe-CDs können unter dieser Telefonnummer geordert werden. „Das ist eine spannende Sache und sicherlich auch für Schulklassen interessant“, verspricht der Fotograf. Und ins Wasser fallen, so wie es Dieter Schmidt fast passiert wäre, kann man beim Ansehen der herrlichen Bilder auch nicht.