Der „Herr der Kluterthöhle“ geht

Vor dem Klutertberg: Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen (links), der scheidende Kluterthöhlen-Chef Wolfgang Kern (Mitte) und dessen Nachfolger Volker Külpmann (rechts). (Foto: Stefan Scheler)

Ennepetal. (Sche) „Man bezeichnet mich auch als Ennepetaler mit Migrationshintergund“, kokettierte Wolfgang Kern, bisheriger Geschäftsführer der Kluterthöhlen-Gesellschaft, anlässlich des Empfangs zu seinem Abschied vor wenigen Tagen im Haus Ennepetal: „23 Jahre in der Klutertstadt haben aber aus mir als Wuppertaler im Exil einen überzeugten Ennepetaler gemacht“.

In dieser Zeit hat der in Wuppertal-Ronsdorf wohnende Wolfgang Kern im Tourismus- und Freizeitbereich einiges für seine „Wahlheimat“ und deren Bürger angestoßen. Als er am 1. Juli 1990 seinen Dienst für das Haus Ennepetal und die Kluterthöhle antrat, packte er verschiedene Stiere gleich bei den Hörnern. So versuchte er gemeinsam mit dem heutigen, bei der Verabschiedung ebenfalls anwesenden Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, der damals noch Leiter der städtischen Liegenschaftsverwaltung und Wirtschaftsförderung war, am ehemaligen Stadtbad, dem heutigen „Platsch“, einen Hotelbetrieb zu installieren. Das Vorhaben misslang zwar; das Hotel gibt es bis heute nicht – trotz der landschaftlich reizvollen Umgebung mit dem Hülsenbecker Tal -, aber es erfolgte am 1. Januar 1992 eine Neuorganisation des Stadtbads. Auf den griffigen Namen „Platsch“ war übrigens Wolfgang Kern persönlich in bergischer Fröhlichkeit gekommen.

Külpmann kommt

Nun wird der mittlerweile 63-Jährige es etwas ruhiger angehen lassen und mehr Zeit mit seiner Frau, den drei erwachsenen Söhnen und den Enkelkindern verbringen. Seine Tätigkeit für Ennepetal legt er in die Hände von Volker Külpmann. Den 42-jährigen Diplom-Betriebswirt, verheiratet, mit zwei Kindern, wählte der Aufsichtsrat der Kluterthöhlen-Gesellschaft einstimmig, handelt es sich doch um einen Ortsansässigen, der für seine Heimatstadt auch neben dem Beruf manches auf die Beine gestellt hat. So ist er seit zehn Jahren Trainer der Damen F-Mannschaft im Basketball bei der TG Voerde und sieht gerade in der Verbindung von Sport, Freizeit und Erholung das ideale Tourismus-Konzept für Ennepetal. „Wir brauchen offene und transparente Konzepte“, so sein Credo, „damit Ennepetal bei seiner landschaftlich wunderschönen Lage auch auswärtige Besucher anziehen und dauerhaft binden kann“. Zum Beispiel gelte es, das Heilpotenzial der Kluterthöhle auch formell mit der Anerkennung als Heilmittel- und Kurbetrieb zu verbinden und für die verschreibenden Ärzte „kassenfähig“ zu machen. Dazu laufen laut Wolfgang Kern Luftmessungen des Wetterdienstes aus Freiburg, die die nachweislich staubfreie, für die Behandlung von Atemwegserkrankungen ideale Atmosphäre in der Höhle bestätigen sollen.

„Von der Arbeit Wolfgang Kerns wird noch auf Jahre vieles nachwirken“, dankte Wilhelm Wiggenhagen in einer kurzen Ansprache dem scheidenden Kluterthöhlen-Manager. „Seine Ideen rund um den Klutertberg haben die Stadt geprägt.“

Erfolgreiche Ideen

Einige der Veranstaltungen des Ennepetaler Freizeitlebens werden auch immer im Gedächtnis des Verabschiedeten bleiben. „Zum Beispiel ’Ennepetal auf Rollen und Rädern‘ hat mich immer fasziniert“, bekannte der gelernte Kaufmann und Lehrer für die Sekundarstufe II: „Da hatten viele Rollstuhlfahrer zum ersten Mal die Möglichkeit, unbehindert und ungefährdet vom motorisierten Verkehr ihre Heimat zu erkunden“. Man sei mit dem Vorschlag – oder vielmehr der Bitte – an ihn herangetreten, diese Möglichkeit an jedem Wochenende zu eröffnen. „Das ist jedoch technisch nicht möglich“, bedauerte der Ronsdorfer mit einem Schmunzeln. „Aber andere Freizeitaktivitäten habe ich nach besten Kräften gefördert“. Das Hafenkonzert gehört dazu. „Das erschien mir am Anfang nicht unproblematisch“, gestand Wolfgang Kern: „Immerhin leben wir an der Ennepe und nicht an der Waterkant.“ Dann habe er jedoch an den Shantychor und das Akkordeonorchester gedacht, die durchaus in der Lage seien, norddeutsches Flair zu verbreiten. Der Erfolg habe ihm recht gegeben; die Konzerte sind äußerst beliebt, genauso wie die Führungen im Industriemuseum, dem Gut Braband und dem Krenzer Hammer. „Die Besitzerfamilien Brinkmann und Krenzer sind die besten Botschafter für Ennepetal“, ist der scheidende Kluterthöhlen-Chef überzeugt. „Auch meine Mitarbeiter haben zur guten Stimmung im Tourismus-Management entscheidend beigetragen“.