„Dickenflüsterer“ eröffnet Selbsthilfegruppe in Gevelsberg

[1/2] Von 220 auf 120 Kilo: Christian Fricke hat sein Leben geändert und 100 Kilo abgenommen. So konnte er sich seinen Traum erfüllen: das Motorradfahren. (Foto: Wk-Archiv) [2/2] Dorothee Schulte (l.) und Christian Fricke arbeiten Hand in Hand: In Gevelsb

[1/2] Von 220 auf 120 Kilo: Christian Fricke hat sein Leben geändert und 100 Kilo abgenommen. So konnte er sich seinen Traum erfüllen: das Motorradfahren. (Foto: Wk-Archiv) [2/2] Dorothee Schulte (l.) und Christian Fricke arbeiten Hand in Hand: In Gevelsb

Gevelsberg. (cs) Nicht mehr mit den Enkeln im Sandkasten sitzen zu können oder sich bei der Restaurant-Wahl Gedanken über die Maße der Bestuhlung machen zu müssen: Zwei Beispiele, die Dorothee Schulte nach zahlreichen Diäten dazu bewogen haben, sich eine Magenverkleinerung zu wünschen: „Ich war nicht immer dick, aber seit die Kinder groß sind, ist es schwierig geworden mit dem Gewicht.“

Die Leiterin des Studienkreises Gevelsberg ist daher an das Adipositas-Zentrum in Hagen herangetreten und fühlte sich dort, unter anderem bei Chris­tian Fricke, direkt gut aufgehoben. „Ich habe selbst über 100 Kilogramm abgenommen und glaube, aufgrund meiner eigenen Erfahrung einen schnelleren Zugang zu Betroffenen zu finden“, erklärt er.
Neue Gruppe in Gevelsberg
Bestätigen kann diese Annahme auch Dorothee Schulte, die inzwischen seit etwa einem Jahr mit Fricke zusammen arbeitet und gemeinsam mit ihm eine neue Selbsthilfegruppe für Adipositaserkrankte in ihren Räumlichkeiten des Studienkreises an der Mittelstraße 37 in Gevelsberg anbietet.
„In Hagen traten immer mehr Betroffene aus dem EN-Kreis an mich heran“, sagt Christian Fricke und freut sich darauf, seine bereits 18. Selbsthilfegruppe zu betreuen. So möchte er gewährleisten, dass jeder, der im zertifizierten Kompetenzzentrum für Adipositas im Evangelischen Krankenhaus am Mops behandelt wird, auch einen Platz in einer Selbsthilfegruppe erhält. „Natürlich sind auch Leute willkommen, die sich woanders haben operieren lassen“, fügt er hinzu.
Wichtiger Bestandteil
Als er sich 2014 selbst einer Magenverkleinerung unterzog, gab es im Umkreis nämlich nur eine Gruppe für 300 bis 400 Operierte im Jahr. Und auch Chefarzt Dr. Claas Brockschmidt, der seit 2013 als Adipositas-Chirurg in Hagen tätig ist, bestätigt die Wirkung von Selbsthilfegruppen: „Durch meine über 10-jährige Erfahrung in der Adipositas-Chirurgie kann ich sagen, dass Selbsthilfegruppen einer der wichtigsten Bestandteile eines Therapiekonzeptes sind. Die Betroffenen müssen sich austauschen können und sich gegenseitig unterstützen, am besten wohnortnah.“
Kontaktaufnahme
Wer sich der neuen Selbsthilfegruppe in Gevelsberg anschließen möchte, kann sich bei Dorothee Schulte unter Tel. 0157 / 71038484 täglich ab 10 Uhr melden. Die Gruppe trifft sich voraussichtlich jeden zweiten und vierten Montag im Monat um 18.30 Uhr. Das nächste Treffen ist für den kommenden Montag, 24. Juli, geplant. Eine vorherige telefonische Anmeldung ist gewünscht.
Vortragsreihe: Der „Dickenflüsterer“
Neben der Organisation der Gruppen bietet Christian Fricke zusätzlich auch immer wieder Vorträge als „Dickenflüsterer“ an, in denen er unter anderem über emotionsgesteuertes Essen, falsches Essverhalten und Gründe dafür referiert. Informationen rund um die Adipositas Sprechstunde in Hagen sowie den Vorträgen erhält man unter Tel. 02331 / 4762991 oder www.adipositas-netzwerk-hagen.de.
XXL-Sommerparty
Highlight wird auch in diesem Jahr wieder die eigens organisierte Tanzparty sein, die am Samstag, 16. September, unter dem Motto „XXL Sommerparty für Mollys aus ganz NRW“ in der Tanzschule Siebenhüner in Hagen stattfindet.