Die Ennepetaler Nachkriegszeit

Ennepetal. (zico) „Die Veränderung des Stadtbildes, von denen die Fotos künden, weckt stets Interesse. Besonders spannend aber wird es immer dann, wenn die Menschen ins Spiel kommen“, weiß Markus Holzhauer vom Erfurter Sutton-Verlag aus Erfahrung. Das neueste Werk des Ennepetaler Autorenpaares Helma Fischer-Pöpsel und Hans Hermann Pöpsel mit dem Titel „Ennepetal in der Nachkriegszeit – 1945 bis 1970“, das vor wenigen Tagen im Ennepetaler Rathaus vorgestellt wurde, zeigt Beides – die sich verändernde Klutertstadt und ihre Einwohner.

„Ennepetal in der Nachkriegszeit - 1945 bis 1970“ heißt ein neues Buch über die Klutertstadt, zu dessen Lektüre (von links) Stadtarchivarin Frauke Blum, die Autoren Hans Hermann Pöpsel und  Helma Fischer-Pöpsel sowie Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen ermuntern. (Foto: Frank Schmidt)
„Ennepetal in der Nachkriegszeit – 1945 bis 1970“ heißt ein neues Buch über die Klutertstadt, zu dessen Lektüre (von links) Stadtarchivarin Frauke Blum, die Autoren Hans Hermann Pöpsel und Helma Fischer-Pöpsel sowie Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen ermuntern. (Foto: Frank Schmidt)

Das Ehepaar Pöpsel präsentierte im Beisein von Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, Stadtarchivarin Frauke Blum und Stadtpressesprecher Hans-Günther Adrian damit bereits ihr drittes gemeinsames Werk – und kaum waren die ersten Ansichtsexemplare ausgeteilt, begann man allgemein in dem 128 Seiten starken Buch zu blättern: „Kannst Du Dich noch daran erinnern…“

Historischer Bildband zur Nachkriegszeit

Nach dem großen Erfolg ihrer bisherigen historischen Bildbände über Ennepetal begeben sich Helma Fischer-Pöpsel und Hans Herman Pöpsel erneut auf eine kurzweilige Reise in die Vergangenheit ihrer Heimatstadt. Auf 128 Seiten dokumentieren sie das Alltagsleben der Menschen zwischen 1945 und 1970. Die mehr als 200 bislang zumeist unveröffentlichten historischen Aufnahmen, die aus dem Stadtarchiv und privaten Sammlungen stammen, ermöglichen einmalige Einblicke in den Arbeitsalltag der Bewohner, das rege Vereinsleben, bedeutende Ereignisse und traditionelle Veranstaltungen. Dieser liebevoll gestaltete Bildband weckt unzählige Erinnerungen und ist ein Muss für alle, die sich für die Geschichte Ennepetals und den Alltag in der jungen Bundesrepublik interessieren.

Vereinsleben erblühte wieder

Viele Ennepetaler schöpften Anfang der 50er-Jahre nach den schweren Kriegs- und Nachkriegsjahren neue Kraft und neuen Mut, und so konnte auch das Freizeit- und Vereinsleben wieder erblühen. Eindrucksvolle Aufnahmen vom Festumzug zum 25-jährigen Bestehen der Deutschen Jugend-Kraft (DJK) 1954 oder der alljährlich am ersten Juni-Wochenende stattfindenden Voerder Kirmes wecken so manche Erinnerung. Auch aus den Schulen und Kindergärten Ennepetals finden sich viele alte Momentaufnahmen und Klassenfotos, auf denen sich der ein oder andere Betrachter vielleicht sogar selbst wiederfindet. Seltene Einblicke in die Arbeitswelt gewähren Fotos von alten Traditionsgeschäften wie der Metzgerei Lehmhaus oder der Drogerie Frielinghaus. Auch das eifrige Treiben der Mitarbeiter in den Produktionshallen des Kunststoffwerkes wurde im Bild festgehalten.

Menschen prägen Gesicht der Stadt

Ein weiteres Kapitel widmet sich den Menschen, die das Gesicht der Stadt prägten. Neben dem Ehepaar Margarete und Otto Kumm, die entscheidend zur Entwicklung des kulturellen Lebens in Ennepetal beitrugen, findet sich auch Laura Grünwald, die einen kleinen Kolonialwarenladen mit Bäckerei führte. Ebenso dokumentieren zahlreiche historische Fotografien die Entwicklung der Infrastruktur der Stadt. Hier darf sich der Leser auf Bilder vom bekannten Schienenbus Teckel oder der traditionsreichen Straßenbahnen freuen, die einst die Ennepetaler Straßen durchfuhren und in späteren Jahren durch den Omnibus ersetzt wurden. Auch eine Reminiszenz an die berühmte straßenbahnlinie 11, die 1963 eingestellt wurde, fehlt nicht.

Wilhelm Wiggenhagen entdeckte sich selbst

Hans Hermann Pöpsel, Jahrgang 1948, ist Germanist und Historiker und war bis zu seiner Pensionierung Zeitungsredakteur in Ennepetal. Er ist Vorsitzender des Vereins „Arbeitskreis Ennepetaler Stadtgeschichte“. Seine Frau Helma Fischer-Pöpsel, geboren 1951, arbeitet bis zur Pensionierung als Diplom-Sozialarbeiterin im Evangelischen Krankenhaus am Mops in Haspe. Bisher veröffentlichten sie gemeinsam zwei Bildbände, zuletzt vor fünf Jahren in der Reihe Bildergeschichten Ennepetal – Fotos erzählen von früher. „Unser besonderer Dank gilt Stadtarchivarin Frauke Blum, die uns beim Sichten und Scannen der Bilder sehr geholfen hat“, so Hans Hermann Pöpsel.

Die teilweise bisher unveröffentlichten Bilder stammen sowohl aus dem Ennepetaler Stadtarchiv als auch von Privatleuten, die ihre Fotoalben für das Ehepaar Pöpsel geöffnet haben. Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen entdeckte sich sogar selbst auf einem der Bilder: „Das ist eine interessante Reise in die Geschichte unser Stadt“, so sein Resümee.

„Ennepetal in der Nachkriegszeit – 1945 bis 1970“ (ISBN 978-9-95400-285-6) ist ab sofort zum Preis von 18,95 Euro im heimischen Buchhandel erhältlich.