Die großen Brände blieben aus

Kämmerer Andreas Saßenscheidt und Bürgermeister Claus Jacobi (von links) überreichten Wachabteilungsführer Thomas Sulik und seinen Kameraden eine kleine Anerkennung. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) Kaum saß man in der Hauptfeuerwache in der Gevelsberger Körnerstraße gemütlich am Kaffeetisch, piepsten bei den Rettungsassistenten Sascha Grüggelsberg und Thomas-Manuel Diecks die Funkmelder. „Rettungseinsatz nach unklarer Synkope“, übermittelte die Kreisleitstelle den Einsatzgrund – ein medizinischer Notfall also, bei dem eine Störung der Hirndurchblutung einen Bewusstseinsverlust bewirkt hatte. „Das tut mir ja nun leid“, äußerte sich Bürgermeister Claus Jacobi zu dem Abruf aus der lauschigen Runde: „Ich glaube, ich komme noch mal zurück, wenn die beiden wieder da sind.“

Das Stadtoberhaupt war zusammen mit Kämmerer Andreas Saßenscheidt und Stadtbrandmeister Rüdiger Schäfer am Heiligabend zu den Blauröcken gekommen, um ihnen mit Kaffee, Nuss-Stollen und Nikolauskuchen sowie einer kleinen Anerkennung für ihren Dienst an diesem außergewöhnlichen Termin zu danken. „Ich weiß, dass es nicht leicht ist, in dieser Nacht ohne die Familie zu sein“, drückte es der Bürgermeister aus: „Dafür sind die Gevelsberger, denen Sie in Gefahren Hilfe leisten, sehr dankbar.“ Kurz nach diesen Worten klingelte prompt das Telefon im Bereitschaftsraum. Eine ältere Dame meldete den Tod ihrer geliebten Katze und wollte wissen, was sie nun mit dem Tier machen solle. „Dafür sind wir ja eigentlich nicht da, sondern der Bauhof“, klärte Hauptbrandmeister Thomas Sulik, an diesem Tag Wachabteilungsführer, die Anwesenden auf: „Das wird mit der Tierkörper-Entsorgung an Heiligabend aber schwierig, also fahren wir raus.“

„Solche Einsätze sind für Weihnachten typisch“, berichtete Thomas Sulik: „Die großen Feuer sind trotz Lichtern am Tannenbaum und Kerzengestecken zum Glück wegen der guten Aufklärung der Bürger seltener geworden.“ Eine Ausnahme bildeten da die ausgedehnten Brände vor 15 Jahren, als die Gevelsberger Feuerwehr besonders an der Hagener Straße einen Großeinsatz nach dem anderen fahren musste.

Bürgermeister Claus Jacobi (Dritter von rechts), Kämmerer Andreas Saßenscheidt (rechts) und Stadtbrandmeister Rüdiger Schäfer (links) brachten Leckereien vom Bäcker mit - sehr zur Freude der Feuerwehrleute (von links) Thomas Sulik, Jürgen Kampmann und Gösta Klaus. (Foto: Stefan Scheler)

Der Dienst zum Heiligen Abend endet am ersten Weihnachtstag um 7.30 Uhr. Dann können die sechs hauptamtlichen Brandschützer endlich zu ihren Familien. Bis dahin sitzen die Männer in Bereitschaft und lassen sich ein leckeres Mittag- und Abendessen schmecken. „Bei der Feuerwehr wird man zum Koch“, lachte Thomas Sulik: „Wenn unser Küchenmeister, der für den Rettungswagen eingeteilt ist, genügend lange hier bleiben darf, bekommt er vielleicht heute Abend einen gelungenen Rollbraten hin.“ Wenn hingegen die Sirenen heulen, muss nicht nur die Hauptwachen-Besatzung raus, sondern dann sind auch die Freiwilligen gefordert. „Ich kenne keinen der etwa 100 ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die bei Alarm zu Hause unterm Tannenbaum sitzen bleiben“, lobte Rüdiger Schäfer seine treuen Helfer: „Wenn Not am Mann ist, starten die sofort.“

Vom zu Ende gehenden Jahr blieb dem Stadtbrandmeister besonders der Großeinsatz auf der Eichholzstraße in Erinnerung, als gleichzeitig ein Lastkraftwagen brannte und ein Schulbus einen schweren Unfall mit vier verletzten Kindern hatte. „Da waren die Brandbekämpfung, die technische Hilfeleistung, die medizinische Versorgung und die Unfallstellen-Absicherung gleichermaßen gefordert“, umriss Rüdiger Schäfer das Szenario: „Vom Tanklöschfahrzeug bis zum Rettungshubschrauber war alles in Aktion.“

Auch ein Wohnungsbrand an der Hagener Straße ist dem leitenden Feuerwehr-Beamten in bleibender Erinnerung geblieben, weil die Personenrettung aus der fünften Etage den Blauröcken ihr gesamtes Können und der Technik ihre volle Leistungsfähigkeit abverlangte. „Solches Engagement für die Gemeinschaft macht Feuerwehr aus“, fasste es der Bürgermeister zusammen: „Die bei Ihnen herrschende Kameradschaft ist vorbildlich.“