Ein großer Spaßmacher aus Leidenschaft

Als Nachrichtensprecher auf Köpckes Spuren: Armin Arnts, Aufsichtsratsmitglied der Schwelmer & Soziale und begeisterter Kleinkünstler. (Foto: Frank Schmidt)

Schwelm. (zico) Seit einem halben Jahrhundert ist es seine Leidenschaft, die Menschen mit Parodien, Bonmots, Witzen und Varieténummern zu erfreuen – davon können zum Beispiel die Senioren der Schwelmer & Soziale ein Lied singen. Vor wenigen Tagen füllten zur Weihnachtsfeier wieder gut 200 Kreisstädter den Saal des Kolpinghauses, um das von Armin Arnts nicht nur zusammen gestellte, sondern auch mitgestaltete Programm mit bester Laune zu genießen. Doch nach 15 Jahren soll nun Schluss sein für den eigentlich unverzichtbaren Garanten des Frohsinns – der 71-Jährige möchte kürzer treten, jüngeren Kräften Platz machen und den richtigen Zeitpunkt für seinen Bühnenabschied nicht verpassen.

Gut 200 langjährige Mieter erlebten bei der Senioren-Weihnachtsfeier der Schwelmer & Soziale einen Nachmittag der guten Laune. (Foto: Frank Schmidt)

Dass sein Humor noch immer zündet, davon konnten sich die gut gelaunten Besucher gleich zu Beginn des vergnüglichen Nachmittags überzeugen. Nachdem Lubo Dounev vom „Duo Colors“ die Genossenschaftsmitglieder musikalisch eingestimmt hatte, servierte Armin Arnts als Nachrichtensprecher in rasantem Tempo Gag auf Gag. Vom statistischen Bundesamt war da zu hören, dass Witwen länger leben als ihre Männer, verheiratete Männer hingegen nicht länger als Junggesellen – es kommt ihnen nur so vor. Und weil auf dem Kamener Kreuz ein Lkw umgestürzt sei und eine Ladung Abführmittel verloren hat, ist an diesem neuralgischen Punkt künftig nicht mehr mit Verstopfungen zu rechnen. Mit unbewegter Miene gab Schwelms Antwort auf Karl-Heinz Köpcke immer neue, haarsträubende Nachrichten zum Besten und zeigte sich dabei brandaktuell: „Außenminister Westerwelle geht in Zukunft nur noch barfuß. So kann ihm niemand etwas in die Schuhe schieben.“ Eine feine Anspielung auf die jüngsten Enthüllungen des Internetportals „Wikileaks“.

Berndt Erlenkötter, neuer Geschäftsführer der Schwelmer & Soziale, dankte im Rahmen der Senioren-Weihnachtsfeier Armin Arnts, den FAN-Mitarbeiterinnen Sonja Finke und Dagmar Nicolay, Altentherapeutin Hedwig Pelka-Mahler, der ehrenamtlichen Spielgruppenleiterin Doris Hett und nicht zuletzt Renate Arnts für ihre Unterstützung. (Foto: Frank Schmidt)

Aber auch die von Arnts verpflichteten Stargäste blieben ihrem guten Ruf nichts schuldig. So das Duo Colors, dass mit Panflöte und Keyboard für besinnlich-stimmungsvolle Klänge sorgte. Höhepunkt des Nachmittags aber war der Auftritt des aus zahlreichen TV-Produktionen bekannten Bauchredners Jörg Jará, einem der gefragtesten Vertreter seiner Zunft. Ob mit dem knorrigen Friesen Erwin Jensen oder der prätentiösen Olga – stets traf der Humor des quirligen 51-Jährigen ins Schwarze. Etwa, als wieder der derzeit gebeutelte Außenminister als Zielscheibe herhalten musste. Ein tolles Bild hätten er und Angela Merkel, sich perfekt ergänzend, neulich auf einem Ball abgegeben: „Auf der einen Seite die weibliche Eleganz, auf der anderen Seite die Kanzlerin.“

Bauchredner Jörg Jará, hier mit der prätentiösen Olga, sorgte mit seinem quirligen Auftritt für den Höhepunkt der Senioren-Weihnachtsfeier. (Foto: Frank Schmidt)

Der Mann des Nachmittags aber, der durchs Programm führte und immer wieder selbst die Witzraketen zündete, war Armin Arnts. Weitere Auftritte, etwa als Nonne Maria Cron aus der Stiftsbrauerei Dortmund oder als Heintje-Ersatz Jantje Smith, sorgten für beste Stimmung im Publikum – so wie schon vor 50 Jahren, als Arnts als „jüngster Büttenredner Westfalens“ im Programm der Großen Bochumer Karnevalsgesellschaft debütierte, so wie bei ungezählten Auftritten, die er seither aus Spaß an der Freud’ im heimischen Raum bestritten hat.

Und so machte der neue Geschäftsführer der Schwelmer & Soziale, Berndt Erlenkötter, kein Hehl daraus, dass die Genossenschaft auf ihr Aufsichtsratsmitglied beim jährlichen Dank an die langjährigen Mieter auf keinen Fall verzichten möchte. „Im Hintergrund werde ich weiter meinen Beitrag leisten, wenn es gewünscht wird“, sagte der seit 1969 in Schwelm lebende Arnts denn auch in seiner typischen Bescheidenheit zu. Den Dank Erlenkötters, der in diesen Tagen den ebenfalls anwesenden Gerd Westermann endgültig ablöst, erfuhren ebenso die FAN-Mitarbeiterinnen Sonja Finke und Dagmar Nicolay, Altentherapeutin Hedwig Pelka-Mahler, die ehrenamtliche Spielgruppenleiterin Doris Hett und natürlich auch Renate Arnts, die so oft auch ihren Mann verzichten muss, wenn sich dieser für die Schwelmer & Soziale engagiert.