Elvis holt für Börkey Wagensieg

Die Wagenwertung gewann die KG Börkey mit ihren Darstellungen rund um Las Vegas. Jürgen Piorek ging voll im bunten Showrummel auf. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) Beim traditionellen Kirmesempfang im Rathaus hatte der Vorstand des Gevelsberger Kirmesvereins mit dem Vorsitzenden Michael „Willi“ Sichelschmidt, Geschäftsführer Stefan Oesterling und dem 2. Vorsitzenden und Dorfschulzen Carsten Neef vermutlich mehr Stress als bei der gesamten Festzugabwicklung. Der norddeutsche Hammerschmied Bernd Matthäi hatte sich nämlich als Katerfrühstück nach dem zweiten langen Kirmesabend die heimischen Matjes-Filets ausgedacht, aber bitte nicht einfach so vom Teller! Die armen Kirmesoberen mussten auf Anweisung von Bürgermeister Claus Jacobi ihre leckeren Meeresfrüchte von der Angel schnappen. „Aber beißt nicht zu hoch“, warnte das Stadtoberhaupt: „Da ist nämlich der Haken noch dran.“

Solcherart launig und humorig ging es dann hinaus zum Kirmeszug, der nach langen TÜV-Querelen im Vorfeld nun doch sehr heiter geriet und mit trotz diverser Sicherheitsauflagen hochoriginellen Beiträgen bei den rund 80.000 teilweise kostümierten Menschen am Straßenrand oftmals Begeisterungsstürme und spontane Mitfeier-Stimmung auslöste. Da fielen die wenigen Stockungen, ausgelöst von Rettungsfahrten für kollabierte Schaulustige, nicht so ganz negativ ins Gewicht, wenngleich auch manchen Gästen des bunten Treibens Folgendes hinter die Ohren zu schreiben ist: Erst nach dem Ende des Kirmeszugs begibt man sich wieder auf die Fahrbahn. So entstand nämlich zwei-, dreimal der Eindruck, es sei schon vorbei mit dem fröhlichen Lindwurm; derart unbekümmert strömten wahre Menschenmassen während der Stillstands-Phasen in Richtung Schaustellermeile.

Die Rodelbahn der KG Im Dörnen mit Klaus Buch ist Platz zwei der Wagenwertung und außerdem die beste heimatbezogene Darstellung. (Foto: Stefan Scheler)

Bei der Preisverleihung, dem Lohn der vielen Mühen auf den Bauplätzen, ging es am letzten Kirmesabend höchst spannend zu, denn hauchdünn war zum Beispiel in der Wagenwertung der Punkteabstand zwischen Siegern und Zweitplatzierten. Hier hatte die KG Börkey mit 203 Punkten die Nase vorn, vor der KG Im Dörnen mit 198 Zählern, die mit diesem Beitrag auch die beste heimatbezogene Darstellung ablieferte, und der KG Vie vam Kopp mit 189 Punkten.

Als Einzelgänger der KG Schnellmark heimste Stefan Pohl als „Korkenzieher“ nicht nur mit 195 Punkten in seiner Kategorie den Hauptgewinn ein, die Preisrichter sahen ihn auch als originellste Darstellung. Sein Kollege Daniel Laake aus dem Hippendorf empfahl sich zum 125-jährigen Stadtjubiläum als künftiger Bürgermeister, was die Juroren mit dem zweiten Einzelgänger-Platz und 171 Punkten honorierten. Für Marion Matthäis zackiges In Trab-Bringen der „Faulen Hunde“ ging nach einem Losentscheid bei Punktgleichheit der dritte Rang an die KG Im Dörnen.

In der Fußgruppen-Beurteilung schoss die KG Hippendorf mit ihrem „Schwanensee-Ballett“ – auch zur humorvollsten Darstellung gekürt – mit 197 „Ringen“ den Vogel ab, während Pinass Brumses bunter Kirmesbus – außerdem Gewinner des Karl-Friedrich Hückinghaus-Gedächtnispokals – mit 180 Zählern auf Platz zwei kam. Das „Seepferdchenballett“ der KG Mühlenhämmer sicherte sich punktgleich nach Losentscheid den Bronzerang.

Die holde Weiblichkeit entzückte am meisten bei der KG Hippendorf. Die liebevoll genähten Straußenkostüme der Frauengruppe verfehlten nicht ihre Wirkung auf die Bewerter: 199 Punkte, 1. Platz. Gleich dahinter schoben sich mit 188 Zählern die schönen Vampirinnen der KG Mühlenhämmer, und als Dritte kamen mit 179 Punkten die Damen von der KG Börkey trotz „Pokerface“ aufs Treppchen.

Punktgleich ging es zu bei den Kindergruppen von der KG Im Dörnen und der KG Mühlenhämmer. Jeweils 180 Zähler vergaben die Preisrichter an die Dörner „Hammerschmiedbande“ und die „Drachenfänger“ von der Mühle. Das Los entschied schließlich zu Gunsten der KG Im Dörnen. Den dritten Platz mit 176 Punkten erreichten die jungen „Schäfchenzähler“ der KG Hippendorf.