Ennepebogen-Einweihung mit Tamtam

„Alltagsmensch“ Willi, Blaumannträger der AVU, den Klaus Bruder vom Marketing des Energieversorgers enthüllte, hält vor dem neuen Umspannwerk Wache. (Foto: Stefan Scheler)
„Alltagsmensch“ Willi, Blaumannträger der AVU, den Klaus Bruder vom Marketing des Energieversorgers enthüllte, hält vor dem neuen Umspannwerk Wache. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) Willi steht vor dem AVU-Umspannwerk und schaut über den neu gestalteten Ennepebogen. Seinem Gesicht ist trotz der reizvollen Kulisse null Regung zu entnehmen. Kein Wunder, denn Willi ist aus Beton. Als eine von zwei Figuren der Wittener Künstlerin Christel Lechner präsentierte die AVU den Blaumannträger vor wenigen Tagen bei der feierlichen Eröffnung des neuen Erholungsgebiets am Ennepebogen. Die zweite Figur, Ben, verkörpert im Anzug das neue Gesicht des Energieversorgers.

Stadt-Veranstaltungsmanager Klaus Fiukowski kümmerte sich im strömenden Regen zusammen mit Elektrotechniker Thomas Meckel um den richtigen Klang von der Bühne an der Sparkassen-Terrasse. Dort heizten Franz Wüstenberg und Tim Herbrig mit der Irish Folk Band „The O‘Reillys and the Paddyhats“ den zunächst nur vereinzelt erschienenen Gästen ab 15 Uhr schon kräftig ein. Die Besucher, die unter Zelten und Markisen vor dem strömenden Regen Schutz suchten, konnten dort Kaffee und Kuchen des Café Kartenberg, Gyros vom Restaurant „Alter Postwagen“, Wein von Feinkost Hedtstück oder Bratwürste vom Neuen Gevelsberger Kulturverein genießen. Wer trotz des vielen Wassers vom Himmel noch durstig war, bekam bei Getränke Rehfeld eine zusätzliche Erfrischung.

Schottischer Tau schadet nicht

„Das Wetter passt zum Thema ,Highland Games‘“, meine einer der „Kelten“, die den Programmrahmen der Einweihungsfeier bildeten: „So ein schottischer Morgentau hat noch niemandem geschadet.“

Pünktlich zu den offiziellen Festlichkeiten um 16 Uhr ließ der Regen dagegen nach, wie es schon bei der B7-Eröffnung der Fall gewesen war. „Die Bürger sind stolz auf diese neue Visitenkarte unserer Stadt“, meinte Bürgermeister Claus Jacobi zum umgestalteten Gesicht des Ennepebogens: „Ich bin es auch und danke allen Planern und Organisatoren, dass sie dieses schon unter Altbürgermeister Klaus Solmecke geplante Projekt jetzt verwirklicht haben.“ Das Lob des Stadtoberhaupts ging auch an Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann, der zum Eröffnungstermin leider verhindert war. „Ohne die Zustimmung des Regierungspräsidiums wäre das alles nicht möglich gewesen“, wies das Stadtoberhaupt auf die großen Anstrengungen zur Verwirklichung des Traums vom Erholungsgebiet auf einer Industriebrache hin: „Es war allen ungewiss, ob dieses gesellschaftliche Konstrukt funktioniert.“

Als zur Einweihung mit den ersten zaghaften Sonnenstrahlen die Besucher strömten, schien das Konzept aufzugehen. Moderiert von Jan Schulte und unter Dudelsack-Klängen, mit denen Ralf Berger von den „Friends of Clan MacLaren“ den Highland-Klassiker „Scotland the Brave“ vortrug, fanden sich vor und auf der Bühne die Ehrengäste des Tages ein.

Radlegende stellt Erinnerungsstücke aus

Bundestagsabgeordneter René Röspel stand neben AVU-Vorstand Dieter ten Eikelder, und auch die Bürgermeister-Stellvertreter Annette Bußmann und Klaus Krägeloh sowie Radfahrlegende Klaus-Peter Thaler mit Ehefrau Jutta gaben dem besonderen Anlass die Ehre. Der ehemalige Amateur-Weltmeister und Radsport-Bundestrainer stellte im Sparkassengebäude unter dem Titel „50 Jahre Leben für den Radsport“ neben anderen Exponaten fünf Rennräder und historische Trikots aus.

Sportlich trieben es auch die 42 Aktiven, die – überwiegend im Kilt – auf der Wiese die „schottische Olympiade“ ausspielten. Baumstämme wirbelten durch die Luft, gefolgt von Strohsäcken. Man stapelte Hinkelsteine oder zog am Tau. All dies sorgte für ein zünftiges Spektakel, dem Claus Jacobi mit Gerd Walter Kaul, dessen Frau Biggi und Liesel Laube noch einen draufsetzten: Sie weihten an der Ennepebrücke ein Areal ein, an dem Verliebte gravierte Vorhängeschlösser anbringen können. Die ersten Symbolobjekte fanden gleich einen passenden Ort am Schlossgarten-Gitter.

Auf dem Parkplatz vor dem Festgelände präsentierte Wilhelm Barth, Pfarrer im Ruhestand und Wohnmobil-Fan, zwei neue Stellplätze für die rollenden Heime nebst Säule für die Versorgung mit Strom und Wasser sowie die Entsorgung menschlicher Hinterlassenschaften.