„Ennepetal steht bei uns im Mittelpunkt“

Ennepetal. (je) „Wir haben lange überlegt, ob wir die Stellen erneut besetzen,“ gestanden Bürgermeisterin Imke Heymann und Stadtkämmerer Dieter Kaltenbach am vergangenen Donnerstag. Schließlich muss Ennepetal wegen drastisch eingebrochener Gewerbesteuereinnahmen sogar unerwartet von einem Haushaltsdefizit in Höhe von 5,7 Millionen Euro ausgehen und entsprechend ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen.

Die Stellen – damit ist zum einen eine seit bereits seit weit über einem Jahr unbesetzte Position in der Wirtschaftsförderung sowie die Leitung des Amtes der Bürgermeisterin gemeint. „Es war eine schwere Entscheidung, doch die Zuständigkeiten dürfen nicht auf der Strecke bleiben,“ ist Heymann sicher. „Sonst unterlaufen uns Fehler und noch mehr Unternehmen ziehen weg.“

Wirtschaftsförderung

Es ist wirklich eine große, eine vertrauensvolle Aufgabe, die auf Ennepetals neue Wirtschaftsförderin Rabea Kreikenbaum zukommt. Die 31-jährige Remscheiderin, gelernte Bankkauffrau und studierte Wirtschaftswissenschaftlerin, soll das neue Gesicht der Stadt gegenüber den Unternehmen werden. In einer Lotsenfunktion soll sie unterstützen sowie bei der Standortsicherung helfen.
„Und nicht nur das“, betont die Bürgermeisterin, „sie ist auch unser schlechtes Gewissen und muss Politik und Verwaltung darauf aufmerksam machen, wenn wir in unseren Planungen die Unternehmen aus den Augen verlieren.“

Amt der Bürgermeisterin

Ebenfalls neu besetzt wird die Leitung des Amtes der Bürgermeisterin. Dieses hatte bislang Anne Velten-Franke inne, die nun ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten hat. Ihre Nachfolge übernimmt das städtische „Eigengewächs“ Adriane Dulk. Die 36-Jährige ist bereits seit 1999 bei der Stadt beschäftigt, absolvierte hier ihre Ausbildung und war danach zunächst beim Ordnungsamt beschäftigt. Und zwar „immer an der Front,“ wie sie es selbst beschreibt.

Nach achteinhalb Jahren als Ordnungshüterin, in denen Dulk auch so manche tiefen Schatten des menschlichen Lebens in einer Stadt erleben musste, war es Zeit für einen Wechsel. Zunächst war sie einige Jahre als Assistentin von Dieter Kaltenbach tätig und zuletzt etwa eineinhalb Jahre in der Leitung des städtischen Kulturbereichs. Die Anfrage, als Referentin bei der Bürgermeisterin anzufangen, kam für Adriane Dulk überraschend: „Wir kannten uns ja kaum, da wird schon sehr viel Vertrauen in mich gesetzt.“

Doch Imke Heymann ist von ihrer Entscheidung überzeugt: „Ich brauche hier eine Person, die sich auskennt, die mit Menschen umgehen kann – und das auch hierachieübergreifend. Wir müssen alle an einen Tisch bringen, denn Ennepetal steht bei uns im Mittelpunkt.“