Ennepetal sucht Wohnraum für Flüchtlinge

Ennepetal. (Sche) „Der frühere Bürgermeister August Born hatte so etwas schon gemacht“, wies Hans-Georg Heller, Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales, bei einem Gespräch im Ennepetaler Rathaus vor wenigen Tagen auf das Engagement des ehemaligen Stadtoberhaupts in den 90-er Jahren hin. Es ging dabei um angemessene und menschenwürdige Unterkünfte für Flüchtlinge in der Klutertstadt.

„Die Krisen und Kriege in der Welt machen auch vor unseren Stadttoren nicht halt“, analysierte Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen die aktuelle und wohl auch zukünftige Situation. Gegenüber den Vorjahren hat sich daher die Zahl der Zuweisungen von Asylbewerbern seitens des Landes NRW drastisch erhöht. Waren es 2013 noch 320 Personen, so suchten in diesem Jahr bis September bereits 257 Menschen in der Stadt Zuflucht.

„Aufgrund der weltweiten politischen Situation – Stichworte: Syrienkrise und Bürgerkrieg im Irak – ist mit einem weiteren Anstieg der Zahlen zu rechnen“, referierte Hans-Georg Heller: „Es geht nicht an, die Neuankömmlinge in Turnhallen unterzubringen, wie es mancherorts in der Vergangenheit leider oft geschehen ist.“

Das Verfahren beim Eintreffen eines Flüchtlingsstroms an den deutschen Grenzen sieht folgendermaßen aus: Der Bund als für Äußeres zuständig verteilt die Hilfesuchenden nach einem festen Schlüssel an die Länder. „Für NRW gilt derzeit eine Quote von 21 Prozent“, so der stellvertretende Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales, Michael Schmidt: „Eine weitere Quote setzt die Landesregierung dann für die einzelnen Städte fest.“ Für Ennepetal bedeutet das einen Anteil von 0,17 Prozent. „So kommen wir derzeit auf die Zahl von 257 Antragstellern, von denen sich knapp die Hälfte, genau 132 Personen, aufgrund einer Duldung in Ennepetal aufhalten.“

Die Gemeinschaftsunterkunft in der Heimstraße platzt bei diesem Ansturm aus allen Nähten, so dass man sich in der Stadtverwaltung um weiteren Wohnraum bemüht. Alle Beteiligten streben dabei des Prinzip der Privatunterbringung an, um eine Ghettobildung zu vermeiden. Aus diesem Grund sucht die Stadt Vermieter, die Wohnraum zur Verfügung stellen. Ortsübliche Mieten übernimmt die Stadt, die auch ehrenamtliche Helfer zu sogenannten Paten schult. Die ehrenamtlichen Helfer unterstützen die Beteiligten bei auftauchenden Problemen. Interessierte Eigentümer oder Besitzer von Wohnraum können sich unter Ruf 02333 / 979285 bei der Stadt Ennepetal melden.