Ennepetaler Schüler radeln von Berlin nach Auschwitz

Sechs Ennepetaler Schüler und drei Betreuer werden vom 19. bis 29. Juni eine Reise tun: Von Berlin aus geht es bis zum Konzentrationslager nach Auschwitz. (Foto: LNS)

Sechs Ennepetaler Schüler und drei Betreuer werden vom 19. bis 29. Juni eine Reise tun: Von Berlin aus geht es bis zum Konzentrationslager nach Auschwitz. (Foto: LNS)

Ennepetal. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Vorfreude ist groß: Am 19. Juni machen sich sechs Jugendliche der Loher-Nocken-­Schule und drei Betreuer auf den Weg nach Berlin. Einen Tag später starten sie ihre Tour nach Oswiecim, zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz.

Fast 600 Kilometer Straße liegen vor den Schülern, die sie allein mit ihren Rädern bewältigen wollen. Ohne Handy, nur mit Campingutensilien ausgestattet und einer Lektüre im Gepäck: „Der Junge im gestreiften Pyjama“, eine Geschichte, die in Berlin beginnt und in Auschwitz endet.
Eigene Grenzen
„Die Jugendlichen setzen sich mit ihren eigenen Grenzen und auch denen der anderen auseinander, körperlich und psychisch“, betont Schulleiter Christian Butz, der die Gruppe gemeinsam mit seinen Kollegen Ingo Krüll und Christian Bahr begleitet. Eine enorme Herausforderung, der sich die Jugendlichen stellen, der Ausgang des Projekts ist ungewiss. „Das Ziel der Tour ist es, die Herausforderung gemeinsam zu meistern, einander zu unterstützen, das Selbstwertgefühl jedes Einzelnen zu stärken“, erklärt Butz. „Jeder Teilnehmer wird seine Erfahrungen aus den Erlebnissen mitnehmen und davon profitieren.“
Besuch im Bundestag
Auch die kommunale Politik unterstützt das Projekt, hat auf Anfrage der Evangelischen Stiftung Loher Nocken eine Führung im Deutschen Bundestag für die Jugendlichen und ihre Betreuer am Ankunftstag in Berlin organisiert.
Am 20. Juni startet die Gruppe dann in Richtung der polnischen Grenze, ehe nach der dritten Etappe ein Ruhetag mit Bustransfer und Stadtbesichtigung in Breslau geplant ist. Dann geht’s weiter in Richtung Oswiecim, wo die Gruppe am 27. Juni das Stammlager Au­schwitz und das Lager Birke­nau besichtigt und sich am 29. Juni auf den Weg zurück in die Heimat macht.
Vorbereitung
Vorbereitend auf diese Tour haben Schulleiter Butz und seine Kollegen bereits eine zweitägige Rad-Exkursion von Arnsberg nach Duisburg organisiert: 160 Kilometer unter ähnlichen Bedingungen wie die „richtige“ Tour.
Emotionale Entwicklung
Geschichtslehrer Michael Menken arbeitete derweil gemeinsam mit den Jugendlichen die historischen Entwicklungen, Aspekte der sensiblen Thematik der NS-Zeit und des Holocausts heraus. Denn gerade an der Loher-Nocken-Schule mit dem Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ sind viele Schüler vorbelastet, sodass die Auseinandersetzung mit solchen bedrückenden Ereignissen aus der Geschichte vielfach schwierig ist.
Das Projekt soll so dazu dienen, die historischen Aspekte für die teilnehmenden Jugendlichen erfahrbar zu machen.
Auf dem eigenen Youtube-Kanal (LNS EN) wird die Gruppe jeden Abend von ihren Erfahrungen und Erlebnissen berichten, die sich alle Schüler in der Loher-Nocken-Schule am Morgen im Rahmen des Unterrichts anschauen.