Ennepetals Leuchtturm

Ennepetal. (je) „Die Kluterthöhle ist ein Leuchtturm für Ennepetal, das müssen wir nutzen. Doch ohne ehrenamtliches Engagement wären wir in vielen Dingen nicht so weit.“ Mit diesen klaren Worten leitete Volker Rauleff, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Betreibergesellschaft „Kluterthöhle & Freizeit“,  seinen Dank an Stefan Voigt und die weiteren ehrenamtlichen Mitglieder des Arbeitskreises Kluterthöhle ein.

Denn dem bekannten Hobby-Höhlenforscher Voigt ist es jetzt zu verdanken, dass Ennepetals Leuchtturm noch etwas schöner strahlen kann – im sprichwörtlichen wie auch im direkten Wortsinne.

Denn Stefan Voigt konnte für die laufenden Sanierungsarbeiten in der Höhle eine 50.000-Euro-Förderung durch die NRW-Stiftung sichern. Die in fünf Abschnitten bereits seit 2014 laufenden Arbeiten dienen in erster Linie dazu, die Höhle mit einer modernen, kostensparenden und stimmungsvollen LED-Beleuchtung auszustatten. Von der „Kluterthöhle & Freizeit“ war bislang ein Kostenrahmen von 250.000 Euro für die Arbeiten vorgesehen; nun sind weitere Arbeiten möglich, etwa eine erweiterte Renaturierung und die Verbesserung der Barrierefreiheit in einigen Teilen der Höhle.

Schätze entdeckt

Ausschlaggebend für die Förderung war wohl ein ganz besonderer Zufallsfund: Im Zuge der Arbeiten am ersten Bauabschnitt waren in der Höhle auch Reinigungen durchgeführt worden. Dabei traten unter einer zentimeterdicken, jahrhundertealten Schlamm- und Dreckschicht plötzlich wunderschöne, seltene Fossilien zutage. Und das nicht nur an einer Stelle, sondern fast überall im zugänglichen Teil des Höhlensystems, das mit etwa einem Kilometer den längsten Führungsweg aller deutschen Schauhöhlen hat.

Durch die besonderen Entdeckungen ist die Höhle nun auch zum Forschungsobjekt der Archäologen der Ruhr-Universität Bochum geworden. Aktuell sind hier bereits eine Bachelor- und eine Masterarbeit entstanden. Auch steht die Höhle auf der Nominierungsliste zum „Nationalen Naturmonument“. Eine Ehre, die sie in NRW mit nur wenigen weiteren Objekten, etwa den Externsteinen, teilt.

Dass die Förderung trotz all dieser Voraussetzungen zustande kommt, überraschte Stefan Voigt dennoch: „Ich dachte, ohne persönliche Beziehungen wird das eh nichts. Aber ich habe es trotzdem versucht und scheinbar fand man unsere Höhle und die ehrenamtliche Arbeit des Arbeitskreises so beeindruckend, dass das Geld bewilligt wurde.“

Besuch stets möglich

Durch die weitläufigen Führungswege in der Höhle ist übrigens während der gesamten Zeit der Sanierungsarbeiten der Besuch möglich. Das gilt sowohl für die verschiedenen angebotenen (Erlebnis-)Führungen als auch für das Kur-Angebot und die Nutzung als Veranstaltungsort.