Folgen und Behandlung von Asthma – Experten am Lesertelefon

In den meisten Fällen geht es bei Asthma nicht ohne Medikamente. Akutmedikamente zielen darauf ab

In den meisten Fällen geht es bei Asthma nicht ohne Medikamente. Akutmedikamente zielen darauf ab, die Atemwege schnell zu erweitern.(Foto: WavebreakMediaMicro / Fotalia.com)

Hagen. (Red.) „Aufgrund des anhaltend trockenen Wetters ist mit starkem Pollenflug zu rechnen.“ Während sich gesunde Menschen über Sonne und Wärme freuen, bedeuten sie für Allergiker eine enorme Belastung – besonders für Menschen mit allergischem Asthma. Bei ihnen verursacht der Kontakt mit Pollen oder anderen Allergenen eine Verengung der Atemwege, die Schleimhaut der Bronchien schwillt an und es bildet sich zäher Schleim. Die Folge: Hustenanfälle, Atemnot, ein Engegefühl in der Brust und das typische Giemen beim Atmen. Zwar ist Asthma bisher nicht heilbar, aber es lässt sich so behandeln, dass Betroffene ohne große Einschränkungen leben können. Voraussetzung ist, dass die Krankheit – besonders bei Kindern – früh erkannt und wirksam behandelt wird.
Gibt es eine wirksame Vorbeugung gegen allergisches Asthma? Was sind frühe Anzeichen und wie wird die Diagnose gestellt? Wie wirken Asthma-Medikamente und mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen? Anlässlich des Welt-Asthma-Tags 2017 beantworten Experten am kostenlosen Lesertelefon unter der Rufnummer 0800 / 0604000 am Donnerstag, 4. Mai, von 15 bis 20 Uhr alle Fragen rund um Früherkennung, Diagnose und Therapie von allergischem Asth­ma.
Irrtum im Immunsystem
Pflanzen- und Gräserpollen, Tierhaare, Pilzsporen oder die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe – für einen gesunden Menschen sind diese Substanzen kein Problem. Doch bei Menschen mit allergischem Asthma setzen sie eine Reaktion des körpereigenen Immunsystems in Gang, die weit übers Ziel hinausschießt. Es bildet Antikörper, die eine Entzündungsreaktion in den Atemwegen auslösen, an der gleich mehrere Entzündungsfaktoren und Immunzellen beteiligt sind. Die Fehlsteuerung der Immunreaktion auf die Allergene ist zum großen Teil erblich bedingt: Leiden beide Eltern an allergischem Asthma, haben ihre Kinder ein deutlich erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken.
Früherkennung verringert Risiken
Allergisches Asthma hat meist eine Vorgeschichte: Häufig litten Betroffene schon als Kinder unter Neurodermitis oder Heuschnupfen. Etwa 40 Prozent aller Patienten mit einem unbehandelten Heuschnupfen entwickeln mit der Zeit ein allergisches Asthma – der gefürchtete „Etagenwechsel“. Neben der erblichen Veranlagung gibt es weitere Faktoren, die das Auftreten von allergischem Asthma begünstigen: Raucht zum Beispiel die Mutter während der Schwangerschaft oder sind Kinder Zigarettenrauch ausgesetzt, erhöht sich das Risiko ebenso wie beim gehäuften Auftreten von bakteriellen Infekten der Atemwege im Kindesalter. In der wissenschaftlichen Diskussion ist zudem, ob übertriebene Hygienemaßnahmen während der Kindheit ein Risikofaktor sein können, da der Kontakt mit körperfremden Substanzen offenbar das kindliche Immunsystem trainiert. Unbestritten hingegen ist der Erfolg der Früherkennung von allergischem Asthma: Je eher die Störung im Immunsystem erkannt wird, desto vielfältiger und erfolgversprechender sind die therapeutischen Maßnahmen.
Asthma unter Kontrolle
Nach wie vor ist Asthma nicht heilbar, doch mit Medikamenten und anderen Therapieansätzen lässt sich die Krankheit gut unter Kontrolle bringen. Erstes Ziel ist es, Asthmaanfälle so weit wie möglich zu verhindern, indem die auslösenden Allergene gemieden werden. Einen anderen Ansatz verfolgt die Spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt: Als einzige Therapie wirkt sie der Ursache entgegen, indem sie durch wiederholten, kontrollierten Kontakt mit dem Allergen dem Körper seine überschießende Immunreaktion „abtrainiert“. Allerdings erfordert diese Therapie ein hohes Maß an Geduld, Ausdauer und Mitarbeit des Patienten.
Doch in den meisten Fällen geht es nicht ohne Medikamente – sprich: Asthmaspray. Akutmedikamente zielen darauf ab, im Bedarfsfall die Atemwege schnell zu erweitern, während so genannte Controller als Langzeitmedikament die Entzündungsbereitschaft in den Bronchien dämpfen. Ergänzend sorgen Patientenschulungen dafür, dass die Betroffenen Selbsthilfetechniken erlernen, Medikamente wirksam anwenden, bei akuten Verschlechterungen richtig reagieren und ihre Krankheit besser kennen und managen lernen.