Für neuen Roman riskierte Uwe Schumacher Kopf und Kragen

Das Denkmal von Jakob Christoffel von Grimmelshausen, dem Autor des Schelmenromans „Simplicissimus“, war nur eine der Stationen der Recherche-Reise, die Autor Uwe Schumacher, Verleger Bernd Arnold, Fotograf Bernd Kortmann (von links) und Mittelalter-Experte Artur Pollack-Hoffmann vor wenigen Tagen unternahmen. (Foto: Artur Pollack-Hoffmann)

Ennepetal. (zico) Was veranlasst einen Ennepetaler im fortgeschrittenen Alter, im Hochsommer auf einem Felsen in Baden herumzukraxeln und dabei Kopf und Kragen zu riskieren? Wenn es sich um den Schriftsteller Uwe Schumacher handelt, ist die Antwort klar: Der Vater der Klutertromane, die auf einzigartige Weise historisches Geschehen und spannende Romanhandlungen verknüpfen, recherchiert für ein neues Werk! Vor wenigen Tagen kehrte der 56-Jährige mit vielen neuen Erkenntnissen für sein jüngstes Buch „Intrige im Schatten des Sonnenkönigs“, den zweiten Band der Trilogie „Wielands magischer Zauberstein“ aus Süddeutschland zurück.

Auf dem „Karlsruher Grat“ riskierten Uwe Schumacher und Artur Pollack-Hoffmann Kopf und Kragen, um einen der wichtigsten Schauplätze des neuen Schumacher-Romans genau zu erkunden. (Foto: Bernd Kortmann)

Zu einigen Handlungsorten des Romans, der im November vorgestellt wird, begleiteten den Klutertstädter sein Verleger Bernd Arnold, Mittelalter-Experte Artur Pollack-Hoffmann und Fotograf Bernd Kortmann.

Große Teile der neuen Geschichte handeln im Schwarzwald und erzählen von der abenteuerlichen Jagd der bereits aus dem ersten Band bekannten Hauptpersonen Pui Tien, Frauke Jellinghaus, Didi und Yumi. Sie jagen nach dem ehemaligen britischen Spion James Cunningham, der sich am Ende des Vorgänger-Romans „Klutertschwestern“ mithilfe des gefährlichen Steins und dessen unheimlicher Eigenschaft, sich durch die Zeit zu bewegen, ins 17. Jahrhundert abgesetzt hat.

Das erklärte Ziel der vier ist weiterhin, dem Engländer den Stein abzunehmen und diesen irgendwie unschädlich zu machen, denn der Zauberstein ist nicht zuletzt auch eine gefährliche Waffe. Der britische Spion möchte unterdessen dem Sonnenkönig Ludwig XIV.ans Leder, um den Lauf der Geschichte zu verändern. Pui Tien und Frauke sind dem Engländer dicht auf den Fersen, wobei sie während ihrer Suche von der Grafschaft Mark bis in den Schwarzwald gelangen und bemüht sind, den Anschlag zu verhindern, während Yumi und Didi in der Gegenwart versuchen, den Kontakt zu ihren Freunden in der Vergangenheit aufrecht zu erhalten. Denn wie sich im ersten Band erwiesen hat, verband alle vier über den Abgrund der Zeit hinweg ein unsichtbarer Draht zueinander, der es ihnen ermöglichte, im entscheidenden Moment für einander da zu sein.

Uwe Schumacher bleibt seiner erklärten Absicht treu, dem Leser tatsächliche geschichtliche Ereignisse aus der märkischen Heimat und anderen Handlungsorten neben der spannenden Romanhandlung näher zu bringen. Deshalb nimmt er sich immer wieder in die Pflicht und bereist auch jene Schauplätze, die nicht „vor der Haustür“ liegen. „Es gibt durchaus Leser, die so etwas überprüfen und sogar schon in Schottland, wo eines meiner früheren Bücher spielte, auf Spurensuche gingen“, staunt Schumacher immer wieder. So sah sich der Autor zum Beispiel in einem Karlsruher Museum um, das er zuletzt in den 80-er Jahren besucht hatte, um Raumaufteilung und technische Ausstattung in Augenschein zu nehmen. „Gott sei Dank war alles am richtigen Platz, und die fiktive Szene, die ich mir für meinen Roman ausgedacht hatte, könnte in diesem Museum tatsächlich so stattfinden“, freute sich der Ennepetaler.

Auf dem „Karlsruher Grat“ aber, den Schumacher und Artur Pollack-Hoffmann in halsbrecherischer Manier erklommen, spielt sich im Roman eine ungemein gefährliche Kampfszene ab, die auch auf dem Titelbild des Buches zur Geltung kommen wird. Deshalb durfte auch Fotograf Bernd Kortmann nicht fehlen, der vor Ort die passenden Aufnahmen auf seinen Kamerachip bannte. Einige weitere Stationen der Reise waren der sagenumwobene „Mummelsee“, das Denkmal von Jakob Christoffel von Grimmelshausen, dem Autor des Schelmenromans „Simplicissimus“, und das „Turenne-Museums“ in Sasbach.

So sieht der Buchdeckel für „Intrige im Schatten des Sonnenkönigs“, dem zweiten Band der Trilogie „Wielands magischer Zauberstein“, aus. (Foto: Klutertverlag)

Freunde der Schumacher-Romane, die nun befürchten, die heimischen Schauplätze würden im neuen Werk zu kurz kommen, dürfen übrigens beruhigt sein – auch die heimische Region wird in der „Intrige im Schatten des Sonnenkönigs“ wieder hinreichend bespielt. So ist der Aufhänger für dieses Buch ein schlichter Eintrag in das Gevelsberger Kirchenregister für den April 1673 gewesen, in dem beschrieben wird, dass die Bewohner des Dorfes Voerde allesamt vor der französischen Besetzung ihres Dorfes in die Kluterthöhle geflohen sind und nun ein dort gestorbenes Kind zur Beerdigung nach Gevelsberg bringen müssen.

Allerdings müssen sich die zahlreichen Leseratten, die Schumachers Bücher mit Leidenschaft verschlingen, noch ein wenig gedulden: Vorgestellt wird „Intrige im Schatten des Sonnenkönigs“ voraussichtlich in der zweiten Novemberhälfte. „Natürlich wieder in passendem Ambiente und mit historischen Kostümen. Mehr aber möchte ich noch nicht verraten“, hält Schumacher die Spannung hoch. Ganz so, wie es sich für einen guten Schriftsteller gehört…