Geruchsbelästigung: Biobeet als Ursache

Schwelm. (pen) Seit Mitte Mai hatten sich Bürger massiv über Geruchsbelästigungen der vom Unternehmen Schmidt & Geitz in Schwelm betriebenen Anlage zur Verarbeitung von Schlachtabfällen beschwert, seit Wochen beschäftigen sich Mitarbeiter der Kreisverwaltung, des Unternehmens sowie ein von der Firma beauftragter Sachverständiger mit dem Problem. Jetzt liegen dem Umweltamt deutliche Hinweise auf die Ursachen vor: Zu trockene Holzhackschnitzel und kleinere Defekte an Anlagen.
Holzhackschnitzel
Die Holzhackschnitzel sind ein wesentlicher Bestandteil des sogenannten Biobeetes, also der biologischen Abluftreinigung, die Schmidt & Geitz einsetzt. „Im April“, so heißt es aus dem Kreishaus, „ist das Biobeet teilweise mit neuen Holzhackschnitzeln befüllt worden. Dabei ist entweder zu trockenes Material verwendet worden oder die Holzhackschnitzel sind aufgrund der Witterung zu stark ausge­trocknet“.
So oder so: Der für das Reinigen der aus der Halle zugeführten, stark riechenden Abluft notwendige biologisch aktive Bakterienrasen konnte sich nicht vollständig entwickeln. Die von den Bürgern gemeldeten Geruchsbelästigungen waren die Folge.
Verbesserung durch Wässerung
„Nachdem die Holzhackschnitzel in den letzten zwei Wochen von außen bewässert worden sind, wird die Reinigungsleistung des Biobeetes Stück für Stück wieder besser. Noch hat es seine volle Leistungsfähigkeit aber nicht erreicht“, erläutert Wolfgang Flender vom Umweltamt. Damit die Bakterien am Leben bleiben und ihre Aufgabe – den Abbau der Gerüche – erfüllen können, sei es zudem erforderlich, dass sie regelmäßig Abluft und Sauerstoff aus der Halle, in der die Abfälle verarbeitet werden, erhalten. „Dies war und ist der Fall. Die Abluftanlage ist zeitlich völlig ausreichend in Betrieb“, betont Flender.
Gearbeitet wird aktuell auch an einigen dem Biobeet vorgeschalteten Anlagen. Hier wurden punktuell Defekte festgestellt, die die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen. Der Austausch der betroffenen Teile läuft.
Die parallel veranlassten Untersuchungen der Abluftströme haben keine Hinweise auf Mängel ergeben. Aus den Hallen, in denen die Abfälle gelagert und beseitigt werden, gelangt keine Abluft, die mit Gerüchen belastet ist, nach draußen. „Die vorhandene Anlage sorgt für den notwendigen Unterdruck in den Gebäuden. Folge: Die vorschriftsmäßige Luftbewegung von außen nach innen findet statt. Auch dann, wenn die Hallentore geöffnet sind, weil Lieferfahrzeuge ein- oder ausfahren“, so Flender.
Nicht gezielt
Abschließend heißt es aus dem Kreishaus: „Für die seitens von Bürgern immer wieder geäußerte Vermutung, die Firma lasse an Abenden oder an Wochenenden gezielt Stoffe in die Atmosphäre, gibt es keine Hinweise.“