GEV-Schild: CDU gegen Bevormundung

Für die Gevelsberger CDU wäre die Einführung eines Gevelsberger Autokennzeichens ein Schritt, der das Heimatgefühl stärken könnte – und somit eine gute Sache. Die Christdemokraten würden dazu gern die Bürgermeinung einholen. (Montage: wochenkurier)

Gevelsberg. (zico) Entsprechen die Städte des EN-Südkreises dem Wunsch vieler Bürger und eröffnen ihnen die Möglichkeit, ein örtlich gewidmetes Auto-Nummernschild an ihre Fahrzeuge anzubringen? Während die Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen (Ennepetal) und Jochen Stobbe (Schwelm) dem Vorhaben durchaus aufgeschlossen gegenüber stehen, stößt die nach den Plänen der Bundesregierung schon bald mögliche Liberalisierung bei Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi auf schroffe Ablehnung, wie einer entsprechenden Verlautbarung zu entnehmen war.

Der Gevelsberger CDU-Vorsitzende Wieland Rahn zeigt sich darüber verärgert, wie er im Gespräch mit dem wochenkurier erläuterte. Anders als das Stadtoberhaupt fordert er, in dieser Frage den Bürgerwunsch an die erste Stelle zu setzen. „Wir haben die Äußerungen von Bürgermeister Jacobi, mit denen er sich über die Pläne der Bundesregierung zur Einführung eigener Kfz-Kennzeichen empört, mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Ob es gut und richtig ist, dass jede kleine Stadt eigene Kennzeichen bekommt oder auch nicht, kann sicherlich diskutiert werden. Die CDU hätte es gut gefunden, wenn hier mal der Bürger gefragt wird“, so Rahn: „Wir können uns gut vorstellen, dass nicht wenige dies sogar begrüßen würden. Wenn ein GEV – Kennzeichen möglicherweise das Heimatgefühl weiter stärkt und den Zusammenhalt fördert, wäre es allemal eine gute Sache.“

Fordert in Sachen Autokennzeichen und Ehrenamtskarte mehr Bürgernähe: Gevelsbergs CDU-Vorsitzender Wieland Rahn. (Foto: Frank Schmidt)

Der politische Arbeitskreis der CDU, bestehend aus Partei – und Fraktionsmitgliedern, habe sich daher in einer Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, dieses Vorgehen anzuprangern. „Wir müssen nach Überzeugung der CDU in Zukunft auch in dieser Stadt enger zusammen rücken, damit große Zukunftsaufgaben gestemmt werden können. Nur der offene Dialog mit den Bürgern, basisdemokratisches Abwägen und die ständige Würdigung der vielen ehrenamtlich Tätigen führt zu mehr Motivation und Zusammenhalt“, stellt sich Rahn gegen eine Bevormundung der Gevelsberger: „Anstatt die Bürger mal zu fragen, wie sie diese Idee finden, wird einfach darüber hinweg entschieden. Das spiegelt sich auch beim Thema Ehrenamtskarte wieder. Auch hier wird der Antrag der CDU seit Monaten unbearbeitet liegen gelassen, obwohl das in anderen Städten gut angenommen wird.“ In Städten wie Ennepetal, Schwelm und Sprockhövel wird ehrenamtliche Tätigkeit über die Ehrenamtskarte mit Vergünstigungen belohnt, so wie es auch vom Land NRW gewünscht wird. Nur Gevelsberg hinke in dieser bürgerfreundlichen Aktion hoffnungslos hinterher.

Im Vorfeld der nächsten Ratssitzung wird die CDU-Fraktion ihr weiteres Vorgehen in Sachen Gevelsberger Autokennzeichen sowie Ehrenamtskarte beraten und festlegen, wie in dieser Hinsicht dem Bürgerwillen bestmöglich Rechnung getragen werden kann.