Gevelsberger Bürgerhausteam ausgezeichnet

Bei der Ehrung mit Urkunde (von links): Bundestagsabgeordneter René Röspel, Bürgerhaus-Leiterin Regina Potarczyk, SPD-Stadtverbandsvorsitzender Hubertus Kramer, Fördervereinsvorsitzender Thomas Weber und Bürgermeister Claus Jacobi. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) „Brot ist Freiheit, Freiheit Brot“, dichtete 1863 der sozialkritische Poet Georg Herwegh (1817 – 1875). Diesen Dichter, von dem auch die Worte stammen: „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“, zitierte Theatermann und Literaturwissenschaftler Dr. Peter Schütze in seinem Kabarett- und Persiflage-Programm anlässlich des Ehrenamtsabends im Filmriss-Kino, den der SPD-Stadtverband Gevelsberg vor wenigen Tagen dort veranstaltete.

120 Gäste, darunter (von links) Bürgermeister Claus Jacobi, Bürgerhaus-Leiterin Regina Potarczyk und Elke Kramer, verfolgten begeistert den bunten Ehrenamtsabend. (Foto: Stefan Scheler)

Anlass war das 150-jährige SPD-Jubiläum, das Stadtverbands-Vorsitzender Hubertus Kramer und seine Genossen nutzten, um in sechster Auflage verdiente Bürger oder Organisationen der Engelbertstadt zu würdigen. Den mit Urkunde und einem Geldbetrag von 500 Euro dotierten Gevelsberger „Ehrenamts-Oscar“ nahmen vor 120 Gästen Pfarrer Thomas Weber und Regina Potarczyk als Vertreter des Fördervereins Bürgerhaus Alte Johanneskirche entgegen. „Der Verein hat inzwischen über 70 Mitglieder und wächst ständig“, freute sich der Stadtverbands-Vorsitzende für die Haupt- und Ehrenamtlichen, die das Bürgerzentrum zuverlässig am Laufen halten: „Ich hoffe, heute Abend kommen noch einige dazu.“ Pfarrer Thomas Weber fungiert als Vorsitzender des Fördervereins, der die hauptamtlich von der Stadt Gevelsberg beschäftigten Mitarbeiter, darunter Regina Potarczyk als Leiterin, effektiv unterstützt. Neben ihrem beruflichen Einsatz ist Regina Potarczyk auch ehrenamtlich als stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins im und für das Bürgerhaus aktiv.

In der von der Evangelischen Kirche aufgelassenen und als Gotteshaus entwidmeten ehemaligen Kirche hat sich laut Hubertus Kramer eine wirkungsvolle und segensreiche Arbeit für den sozial benachteiligten Stadtteil Vogelsang entwickelt. Das fange bereits bei der Jugend an, denen Stadt und Förderverein in dem Gebäude an der Uferstraße 3 einen profitfreien Treffpunkt und Hinwendungsort bieten. Andere Beispiele bürgernahen Engagements seien die Lange Tafel, die gemeinsame Abendessen für die Menschen im Quartier biete, Netzwerkarbeit für Frauen mit Migrationshintergrund, verschiedene Selbsthilfegruppen und gesellschaftliche Kontakt- und Austauschmöglichkeiten für Senioren.

Ausführlich ging der SPD-Stadtverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete auch auf die Geschichte des Umbaus der alten Kirche ein. Das 1905 gebaute Bethaus wurde zunächst reguläre Kirche für den 1999 entstandenen Gemeindebezirk Berge/Vogelsang. Finanzielle Nöte zwangen die Protestanten um die Jahrtausendwende, das Objekt aufzugeben. Da man keine der nicht gerade schönen Bauruine „Grüne Gans“ entsprechende Immobilie im Stadtgebiet haben wollte, bildete sich die Idee, aus der die heute bestehende Lösung entstand.

Nachdem Regina Potarczyk und Thomas Weber stellvertretend auch für ihre vielen Mitstreiter Urkunde und Scheck entgegengenommen hatten, begann der unterhaltsame Teil des Abends, den Dr. Thomas Schütze mit einem kabarettistischen Rückblick auf 150 Jahre SPD bestritt. Begonnen mit dem bereits erwähnten Georg Herwegh leitete er über zur Weimarer Republik, in der er unnachahmlich echt im Berliner Dialekt einen Gemüsehändler der Hauptstadt darstellte, der sich zur Reichstagswahl 1930 zwischen Kommunisten, Sozialdemokraten, Katholiken und Nationalsozialisten entscheiden muss.

Besonders gut gelungene Imitationen von Willy Brandt, Walter Ulbricht und Marcel Reich-Ranicki rundeten das Polit-Kabarett mit Persiflage ab, für das Dr. Peter Schütze von Hubertus Kramer einen „guten Tropfen Rotwein“ erhielt.