Gevelsberger Hilfe für die Ukraine

Gevelsberg. (zico) „Die Not der Menschen ist groß“, wissen der Gevelsberger Detlef Kranzmann und Rainer Breddermann aus Hagen. In den Kriegsgebieten der Ostukraine fehlt es an vielen Gütern, die für ’Westeuropäer selbstverständlich sind. Besonders jetzt, wo der Winter ins Land zieht, wird dringend Hilfe gebraucht. Kranzmann und Breddermann organisieren sie in der Engelbertstadt.

Sammeln im Gospel-Treff in Gevelsberg Hilfsgüter für die Ukraine: Rainer Breddermann und Detlef Kranzmann. (Foto: Frank Schmidt)
Sammeln im Gospel-Treff in Gevelsberg Hilfsgüter für die Ukraine: Rainer Breddermann und Detlef Kranzmann. (Foto: Frank Schmidt)

Breddermann hat in Hagen eine Spedition und ist damit der Motor für die Transporte. Bis zu 35 Hilftransporte schickt er pro Jahr auf den Weg. Organisiert wird das ganze über den in Gladenbach ansässigen, christlichen Verein Moldawien-Ukraine-Hilfe. „Den gibt es bereits seit den 60-er Jahren“, erklärt Breddermann, „der ebenso wie Detlef Kranzmann Mitglied einer freien evangelischen Gemeinde, der Christlichen Versammlung Gevelsberg, ist.

„Zur Stunde dürften gerade zwei Laster entladen werden“, berichtet Breddermann im Gevelsberger Gospel-Treff, dem Café der Gemeinde am Großen Markt, das ehrenamtlich geführt wird. „Unsere Laster fahren 2.500 Kilometer bis Saporoschje, dem Ort, der wegen des Zwischenfalls im örtlichen Kernkraftwerk gerade durch die Medien ging“, so der 53-Jährige weiter: „Dort werden die Hilfsgüter umgeladen und von Einheimischen zu den Zielorten nach Mariupol, Donezk und Lugansk gebracht.

Was gebraucht wird?

Dicht bepackt starten die Laster mit den Hilfsgütern in Richtung Osten. (Foto: privat)
Dicht bepackt starten die Laster mit den Hilfsgütern in Richtung Osten. (Foto: privat)

„Matrazen, Bettzeug, Schuhe, Bekleidung“, zählt Detlef Kranzmann auf, „die Sachen sollten so beschaffen sein, dass die Spender sie auch selbst noch benutzen würden.“ Und Rainer Breddermann ergänzt: „Lebensmittel sind nicht erwünscht, auch nicht als kleine Beigabe. Das würde an der Grenze bei den Kontrollen zu Problemen führen.“ Der Spediteur hat sich bei seinem Hilfsengagement auch deswegen für den Gladenbacher Verein entschieden, weil dort kein einziger Cent in deer Verwaltung versicklert, sondern auch Geldspenden zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankommen. „Alles ist sehr professionell und doch gleichzeitig ehrenamtlich organisiert“, weiß Breddermann, dessen zehnköpfige Belegschaft sich gern bei den Fahrten abwechselt. „Keiner muss fahren, aber alle wollen“, lacht der Chef.

Nun hoffen Detlef Kranzmann und Rainer Breddermann auf reichlich Spenden. „Am besten schon verpackt in Kartons, mit denen lassen sich die Lkw am ökonomischsten packen. Aber wir nehmen natürlich auch säcke und packen sie selbst um“, meint das Duo. Die Hilfsgüter können täglich von Dienstag bis Freitag zwischen 9.30 Uhr und 13 Uhr im Gospel-Treff, Großer Markt 3 in Gevelsberg, abgegeben werden. Wer zu diesen Zeiten keine Gelegenheit hat, die Sachen abzugeben, kann auch einen individuellen Termin ausmachen: Rainer Breddermann freut sich unter Ruf 0163 / 4944295 über jede Hilfe.