„Glas leer? Dann her!“ – Gevelsberger Kirmes soll sauber bleiben

Setzen sich gemeinsam für eine saubere Kirmes ohne Glasbruch ein (v.l.): Feuerwehr-Chef Rüdiger Schäfer

Setzen sich gemeinsam für eine saubere Kirmes ohne Glasbruch ein (v.l.): Feuerwehr-Chef Rüdiger Schäfer, Bürgermeister Claus Jacobi sowie Carsten Neef und Michael Sichelschmidt vom Kirmesverein. (Foto: Sarah Schwarz)

Gevelsberg. (saz) Die Gevelsberger Kirmes ist ein ganz besonderes Fest, dass bei den Bürgerinnen und Bürgern der Engelbertstadt einen festen Platz im Terminkalender hat. „Die Bedeutung der Kirmes kommt der des eigenen Geburtstages gleich“, sagt Gevelsbergs erster Mann Claus Jacobi. „Und im privaten stellt man ja auch kein Plastik auf den Tisch.“

Glas leer? Dann her!
Deswegen halten die Veranstalter der schrägsten Kirmes Europas weiter am Getränkeausschank in Gläsern fest. Doch das ist auch mit Gefahren verbunden, denn Glasbruch kann zu unschönen und mitunter schweren Verletzungen führen. Das soll erneut die Aktion „Glas leer? Dann her!“ verhindern. Wie im vergangenen Jahr weisen große Plakate an den Zugängen zur Kirmes auf die Aktion hin und sollen die Besucherinnen und Besucher zum sorgsamen Umgang mit den Getränkebehältern anhalten.
Sammelstellen
Auf der Kirmes gibt es insgesamt 30 Sammelstellen, an den die leeren Gläser abgestellt werden können. Für das ein oder andere Glas, das auf Abwege geraten ist und seinen Weg nicht zur Sammelstelle gefunden hat, sind „Aufpasser“ unterwegs. Und auch der Bürgermeister verspricht, etwaige Streuner ihrem Bestimmungsort zuzuführen.
Seit dem letzten Jahr muss außerdem jeder Standbetreiber einen offiziellen Verantwortlichen ausweisen, der sich um die Sammelstelle kümmert und als Ansprechpartner fungiert.
Nicht zuletzt sind aber auch die Besucherinnen und Besucher bei der sorgsamen Rückführung gefragt. Dabei geht es nicht nur um eigenverantwortliches Verhalten, sondern auch darum, Missetäter auf ihr Fehlverhalten anzusprechen und so für eine scherbenfreie Kirmes zu sorgen. „Wir freuen uns über jeden, der Leute anspricht, die sich daneben benehmen“, betont Jacobi und fügt hinzu: „Unser System funktioniert und da sind wir stolz drauf.“
Die Kamapagne verhindert nicht nur Glasbruch, auch der Verlust von Gläsern ist deutlich zurückgegangen, wie der Kirmesvereins-Vorsitzende Michael Sichelschmidt erklärt. Und wenn am Ende eine Gruppe doch zu wenige Gläser hat, dann wird einfach bei den anderen nachgefragt. Denn manch ein Glas landet nicht mehr am Stand, wo das Getränk gekauft wurde, wodurch einige Gruppen am Ende der Kirmes mehr Gläser als vorher haben. Aber immerhin finden sie den Weg zu einer Sammelstelle.
Kampagne fruchtet
Feuerwehr-Chef Rüdiger Schäfer glaubt, dass die Aktion gut ankommt. „Als Feuerwehr müssen wir erst einmal kritisch sein, wenn es um Glas auf der Kirmes geht. Vor drei Jahren waren wir fast an einem Punkt, an dem wir auf Plastik umsteigen wollten.“, erklärt er. „Aber die Kampagne hat gut gefruchtet. Wenn das so bleibt, dann sind wir auf einem guten Weg.“ So gibt es aus Sicht der Feuerwehr keine Probleme mit dem Getränkeausschank in Gläsern. Das größere Problem seien sowieso mitgebrachte Flaschen. Diese sind zwar unerwünscht, aber nicht verboten.
Wenn sich alle so verhalten, wie auch zu Hause, und die Dinge direkt dorthin zurückstellen, wo sie hingehören, dann kann eigentlich nichts schief gehen. „Wir haben es in Gevelsberg mit einer mündigen Bürgerschaft zu tun, die sorgsam mit dieser Situation umgehen kann“, ist sich Bürgermeister Claus ­Jacobi sicher.