Gratis-WLAN in Gevelsbergs Innenstadt?

Gevelsberg. (zico) Mit innovativen Maßnahmen die Weichen in Richtung Zukunft stellen und gleichzeitig persönliche Kontakte pflegen – dieses Veranstaltungskonzept der Gevelsberger Werbegemeinschaft „Pro City“ kam vor wenigen Tagen im Filmriss-Kino an der Rosendahler Straße bestens an. Fast 50 Mitglieder folgten dem Ruf von Stadtmanager Frank Manfrahs und Pro City-Vorsitzendem Werner Tasbier, die zum „1. Pro City-Mitgliedertreffen in das Lichtspielhaus eingeladen hatten.

Perspektiven für die Zukunft

„Wir möchten die Nähe unter den Mitgliedern, aber auch zum Vorstand fördern“, erklärte Werner Tasbier den Sinn der Zusammenkunft abseits des oft hektischen Alltagsgeschäfts. Bevor man bei Gulaschsuppe und belegten Brötchen jedoch zu allgemeinen Plaudereien überging, servierte Frank Manfrahs Zukunftsperspektiven, die er anschließend zur Diskussion stellte. „Einzelhandels- und Innenstadtförderung im Internet: Eine Zukunftsaufgabe für Pro City?“ lautete die Fragestellung, der Manfrahs in seinem 45-minütigen Vortrag nachging.

„Wurden im Jahr 2008 noch 86 von 100 Käufen im stationären Einzelhandel getätigt, werden es 2015 nur noch 73 sein“, berichtete der Stadtmanager Manfrahs: „Schon heute sind von 100 verkauften Handies 90 internetfähige Smartphones. Dabei ist die deutsche Internet-Infrastruktur noch relativ schlecht.“ Mehr und mehr Anbieter der unterschiedlichsten Branchen vertreiben ihre Ware im Netz – sogar Lebensmittel oder als beratungsintensiv geltende Artikel wie zum Beispiel Brillen. Doch noch immer hat der Einzelhandel eine starke Stellung. So werden elfmal mehr Käufe beim stationären Handel (sprich: im Ladenlokal) im Internet vorbereitet als umgekehrt Online-Käufe mit vorherigem Stöbern in Geschäften.

Internetpräsenzen ausbaufähig

Die Gesamtpräsenz des Gevelsberger Handels im Internet bezeichnete Manfrahs als ausbaufähig. Von 68 Pro City-Mitgliedsbetrieben haben 42 (=62 Prozent) eine Internetseite; 9 bieten die Möglichkeit zum Online-Kauf. „Für viele Händler ist die Seite nicht mehr als eine digitale Visitenkarte. Auch veraltete Inhalte mindern mitunter die Attraktivität. Erkennbar ist, dass die Gastronomie deutlich besser aufgestellt ist als der Handel – viele Restaurantseiten laden zum Beispiel zu einem virtuellen Rundgang durch das lokasl ein“, nannte Manfrahs Merkmale seiner Bestandsaufnahme. Die eigene Pro City-Seite habe man deutlich mit regelmäßigen Neuigkeiten und Vorstellungen von Mitgliedsbetrieben aufgefrischt.

Als eine Maßnahme, die Chancen des Internetzes besser zu nutzen, präsentierte Frank Manfrahs ein Projekt des „Freifunks Rheinland“, der für Innenstädte kostenfreie WLAN-Netze aufbaut. Diese ermöglichen Smartphone-Besitzern die kostenlose Nutzung des Internets in einem bestimmten Gebiet. In Düsseldorf gibt es zum Beispiel rund 50 so genannte WLAN-Hotspots, die in der Landeshauptstadt schon heute den Weg ins Netz ebnen. Auch ein Modell für Gevelsberg?

Vorreiterrolle für Gevelsberg

Diese Frage wurde allgemein bejaht. Allerdings möchte Pro City-Mitglied Horst Hedtstück zuvor die genauen Kosten ermittelt haben. „Sehr überschaubar“, etikettierte Frank Manfrahs den Finanzrahmen die Maßnahme als sehr moderat. Bürgermeister Claus Jacobi mahnte einen umfangreichen Testlauf an: „Ich bin dafür; allerdings muss es auch perfekt funktionieren.“ Thomas Meckel verwies auf einen privat gestarteten Versuch im Rahmen der Veranstaltung „Dickes G“ am Ennepebogen, der reibungslos funktioniert habe. Den Tenor der Versammlung brachte Reimund Hess auf den Punkt: „Es stünde uns gut zu Gesicht, auch auf diesem Gebiet Vorreiter zu sein.“

Weitere Möglichkeiten, sich im Netz zu präsentieren, sind laut Frank Manfrahs die Nutzung von Facebook und Twitter. Auf Facebook spiegele Pro City schon jetzt die eigene Internet-Präsenz, und auf Twitter könne man zumindest herausragende Veranstaltungen mit verkaufsoffenem Sonntag unter die „Follower“ bringen. Angedacht ist außerdem die Gründung einer Arbeitsgruppe mit dem Namen „City Gevelsberg online“.

Der Manfrahs-Vortrag lieferte reichlich Gesprächsstoff für die gemütlichen Runden, die sich anschließend an den Tischen bildeten. Aber auch Persönliches wurde unter den Mitgliedern bei Pianoklängen, die Marius Pietruska darbot, ausgetauscht. So durfte Werner Tasbier am Ende resümieren: „Dieses erste Mitgliedertreffen in zwanglosem Rahmen war ein voller Erfolg.“