Großer Bahnhof für Tilo Kramer

Schwelm. (Sche) „Wir werden uns hier in der Mannschaft einige Tränchen verdrücken“, verkündete Tilo Kramer, scheidender Geschäftsführer der Gesellschaft für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung Schwelm (GSWS), bei seinem Abschiedsempfang in den Räumen der GSWS an der Römerstraße: „Die Köpfe wechseln, aber die, welche die Alltagsarbeit machen, bleiben.“

Die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Schwelm (WGS), Daniela Weithe (Mitte), und Heike Gerkau, bis vor kurzem WGS-Schriftführerin, überreichten ein Präsent an Tilo Kramer. (Foto: Stefan Scheler)

Tilo Kramer, der im Januar 2009 GSWS-Geschäftsführer wurde, stammt aus dem hessischen Gießen, hatte in Weilburg an der Lahn, einem 15.000-Seelen-Ort, einige Jahre lang Stadtmarketing betrieben und dort unter anderem auch den Hessentag ausgerichtet. Der Diplom-Geograf widmete sich in und nach seinem Studium schwerpunktmäßig dem Bereich Stadtentwicklung und hatte frühzeitig damit begonnen, im kommunalen Bereich Netzwerke zu entwickeln.

„Das bildete auch den Schwerpunkt meiner Arbeit in Schwelm“, blickte der Diplom-Geograf auf sein Wirken in der Kreisstadt zurück: „Die unternehmerischen Strukturen waren bereits vorhanden, es ging nun darum, die Kräfte zu bündeln.“ Dass ihm das gut gelungen war, zeigten die zahlreichen Gäste aus heimischen Betrieben, die dem scheidenden GSWS-Geschäftsführer für seine neuen Aufgaben alles Gute wünschten. Vor gut 20 Gästen sprach auch Bürgermeister Jochen Stobbe Tilo Kramers Verdienste an. „Er hat noch ein gutes Jahr mit meinem Amtsvorgänger Dr. Jürgen Steinrücke zusammengearbeitet“, erinnerte sich das Stadtoberhaupt: „Neben vielen organisatorischen Veränderungen stellte er vornehmlich Großereignisse wie die Schwelmer Frühjahrsmesse auf die Beine.“ In der seit elf Jahren bestehenden GSWS habe der Hesse „große Brocken auf die Seite geräumt und klar Schiff hinterlassen.“

Tilo Kramer ist das Arbeiten in anderen Bundesländern gewohnt; im niedersächsischen Einbeck war er bereits fünf Jahre lang Projektmanager für Stadtentwicklung. In Schwelm ist er als „trockener Schwamm“ durch die Stadt gelaufen und hat Eindrücke aufgesaugt, wichtige Menschen kennen gelernt und die spezifische Atmosphäre der Stadt erfahren.

Dabei hat der Mittdreißiger die klassische Wirtschaftsförderung weniger in den Fokus gestellt als Aktionen für den Einzelhandel und eine verbesserte Außendarstellung der „Kreisstadt im Grünen“ mittels spektakulärer Aktionen wie der bereits erwähnten Frühjahrsmesse, die sich als ein Magnet für das Publikum und das lokale Gewerbe, außerdem als Schaubühne für Vereine und Verbände, dargestellt hatte. Auch die Organisation von Weihnachts- und Trödelmärkten, den Einsatz für eine Erneuerung der in die Jahre gekommenen Weihnachtsbeleuchtung und das Setzen von Pflastersteinen für die Schwelmer Etappe des Jakobswegs gehen auf sein Erfolgskonto.

Bürgermeister Jochen Stobbe (rechts) dankte Tilo Kramer in einer kurzen Ansprache für das im Interesse der Kreisstadt Schwelm Erreichte. (Foto: Stefan Scheler)

„Der heutige Termin kam etwas sehr spontan, weil wir am Wochenende noch voll vom Trödelmarkt beansprucht waren“, bewies der Stadtmarketing-Manager, dass auch kurz vor seinem Abschied aus der Kreisstadt die Alltagsarbeit noch Vorrang hatte: „Die Veranstaltungen waren schließlich die Höhepunkte meiner Zeit hier.“

In seine hessische Heimat, genauer gesagt in den 12.000 Einwohner-Ort Hadamar zieht den leidenschaftlichen Tischtennis-Spieler das familiäre Umfeld, denn hier besteht für ihn und seine Frau die Möglichkeit, dass sich auch die Verwandtschaft einmal um die 17 Monate alten Zwillinge Tim und Jasmin kümmern kann. „Beide sind in Schwelm geboren“, ist sich Tilo Kramer bewusst, dass die Zeit im EN-Kreis für immer Teil der Familiengeschichte sein wird: „Meine Frau und ich haben an einem Heimatfestsamstag, dem 4. September 2010, geheiratet.“ Die Stadtverwaltung habe sich dabei sehr flexibel gezeigt und ein Abwandern ins benachbarte Wuppertal für diesen Zweck vermieden.

„In Ihrem Familienstammbuch wird für immer ,Schwelm‘ vermerkt sein“, lautete Bürgermeister Jochen Stobbes Beitrag zum Thema „Niemals geht man so ganz“: „Auch die Einrichtung ,Frühjahrsmesse‘, ein Ereignis für Schwelm, wird uns ständig an Sie erinnern.“

Vorsitzende Daniela Weithe und Schriftführerin Heike Gerkau dankten Tilo Kramer mit einem kleinen Geschenk für die gute Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft Schwelm (WGS).