„Haben uns aneinander gewöhnt“

von Violetta Olibiadou

Gevelsberg. Die Rede des Bundespräsidenten Christian Wulff anlässlich des 20. Jahrestages der deutschen Einheit hat hohe Wellen geschlagen. Der Grund: Wulff hatte geäußert, der Islam gehöre inzwischen zu Deutschland. Ein Zitat, dass ihm Zustimmung, aber auch zahlreiche Proteste einbrachte. Der wochenkurier fragte Bürger in Gevelsberg nach ihrer Meinung zu der umstrittenen Äußerung.

Carolin Gratzke (24): Ich denke, dass wir schon seit vielen Jahren mit Muslimen in Deutschland zusammen leben und sie dazu gehören. Zwar haben sie eine andere Religion, aber dies macht sie nicht zu minderwertigen Menschen.

Nicole Remmers (35): Meiner Meinung nach soll alles so bleiben wie es momentan ist. Jeder hat seinen eigenen Glauben, und dieser hat eine Bedeutung. Der Islam gehört dazu, da es jedem selbst überlassen ist, woran er glaubt und welcher Religion er angehören will.

Lisa Mohr (18): Muslime, Christen und Juden haben sich aneinander gewöhnt, und es geht nicht darum, welcher Religion man angehört. Ich persöhnlich sehe Muslime an wie jeden anderen Menschen auch.

Sadik Sadiku (16): Es stimmt schon, dass der Islam ein teil Deutschlands ist. Ob das sinnvoll und richtig ist kann ich nicht sagen, denn ich weiß, dass es viele Vorurteile gibt. Sowohl von der Christlich- und Jüdischen Seite als auch von der Islamischen.

Gabi Schrader (49): Ich finde diese Diskussionen unnötig, denn im Endeffekt ist es doch dasselbe. Alle drei Religionen glauben an eine höhere Macht. Ob diese nun Gott oder Allah heißt, ist eigentlich egal.

Werner Kaul (68): Ich fürchte, die Aussage von Herrn Wulff war etwas voreilig. Ich habe nichts gegen den Islam, aber ich denke, dass man ihn nicht direkt mit dem Christen- und Judentum auf eine Ebene setzten kann.

Nils Ebbinghaus (18): Im Prinzip bin ich neutral, weil ich selbst mit Muslimen befreundet bin. Doch ich denke, dass die Muslime sich anpassen und vor allem korrekt verhalten sollten. Wenn die beiden anderen Religionen dem Islam noch etwas entgegenkommen, wäre es perfekt.

Nadine Pelz (16): Ebenso wie wir von anderen erwarten, dass sie unsere Religion respektieren, müssen wir auch alle anderen Religionen respektieren, auch die islamische. Schließlich ist Religionsfreiheit ein Grundrecht.

Fotos: Violetta Olibiadou