Hannelore Kraft in Sprockhövel

Sprockhövel. (Sche) „Kaffee und Kuchen schmecken; alles okay“, zeigte sich NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bei ihrem Besuch der Freiwilligenbörse Sprockhövel vor wenigen Tagen zufrieden: „Wer bringt die leckeren Sachen?“

„Wir sind ein Zusammenschluss von etwa 30 Ehrenamtlichen“, klärte Ilona Kellner, Leiterin der Freiwilligenbörse mit Sitz an der Hauptstraße 44, die Landesmutter auf: „Die kümmern sich nicht nur um das Kaffeegedeck heute, sondern leisten mannigfaltige soziale Arbeit.“ Dazu gehören kleine handwerkliche Tätigkeiten für alte oder gebrechliche Menschen, Hilfe beim Ausfüllen behördlicher Formulare, Einkaufsdienste, Arztbegleitung und vieles mehr. Damit bei alldem die Geselligkeit nicht zu kurz kommt, trifft man sich an jedem Donnerstag von 10 bis 12 Uhr zum „klönen“. Mit Rücksicht auf den hohen Besuch verschoben die Freiwilligen jetzt ihr Treffen auf den Montagnachmittag. Der SPD-Ortsverein Niedersprockhövel-Stüter mit seiner Vorsitzenden Marion Prinz hatte den Nachmittag organisiert. „Damit sagen wir den Ehrenamtlichen einmal deutlich ,Danke‘“, meinte diese zu der Veranstaltung.

Im Hinblick auf Kommunal- und Europawahl blieben politische Themen nicht außen vor. „Reden Sie hier auch darüber?“, wollte der Gast aus Düsseldorf wissen. „Eigentlich nicht so viel“, kam die einhellige Antwort. Jedoch verführte die Anwesenheit von SPD-Kommunalspitzenkandidat Klaus Knippschild und dem Europa-Kandidaten der SPD, Dietmar Köster, der für den Unterbezirk EN antritt, zu entsprechenden Diskussionen. Klaus Knippschild nahm zum Beispiel zum Ikea-Homepark Stellung. „Die Sache hat die Landesregierung gut geregelt; danke schön“, lobte er die Ministerpräsidentin. Diese lehnte allerdings Aussagen über die Lage in Sprockhövel ab. „Der Kommunalwahlkampf ist eine Sache der Menschen hier“, gab sie keinen weiteren Kommentar über Gemeindeangelegenheiten. Dagegen brach sie eine Lanze für den Europa-Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten. „Es ist das erste Mal, dass Europas Bürger den Kommissionspräsidenten unmittelbar wählen“, war Hannelore Kraft erfreut über mehr Demokratie auf dem „alten Kontinent“. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) steht für den Vorsitz der EU-Kommission zur Wahl. Der von Silvio Berlusconi, Ex-Regierungschef Italiens, als „Capo“ beschimpfte Politiker spreche viele Sprachen und kommuniziere daher direkt mit den europäischen Polit-Größen, hob die Ministerpräsidentin hervor. Er sei dennoch nah bei den Menschen in Europa.

Mit Blick auf verschiedene Großprojekte in NRW bezog die Landesvorsitzende der SPD eindeutig Stellung. „Wir wollen nicht zusehen, wie man unser Land immer weiter zubaut“, brach sie eine Lanze für mehr unberührte Landschaft. Diese fand sie zu ihrer Freude bei der Tour durch den EN-Kreis reichlich vor. „Erhalten Sie diese landschaftlich reizvolle Region“, gab sie den anwesenden Lokalpolitikern, darunter Landtagsabgeordneter Rainer Bovermann, mit auf den Weg: „Für die Menschen aus dem Ruhrgebiet, aus dem ich selbst komme, lädt das Umland immer wieder zu Entspannung und Erholung ein.“

Bei den zwölf Klönrunden-Teilnehmern erkundigte sich Hannelore Kraft auch nach der Wunschbaum-Aktion zu Weihnachten, bei der es zum Beispiel Schuhe für Kinder aus nicht so reichen Familien gibt. „Bei den Kleinen braucht man innerhalb weniger Jahre vier bis fünf neue Schuhgrößen“, weiß die Mutter eines mittlerweile erwachsenen Sohns. Auch das Projekt „Leihgroßeltern“ fand sie sehr interessant. Dabei passen ältere Mitbürger auf die Kinder von gestressten Berufstätigen auf, die zum Beispiel Besorgungen mit dem Bus machen müssen und den Nachwuchs nicht mitnehmen können. Blieb für die Ministerpräsidentin noch die Frage, wie die Menschen von diesen Dienstleistungs-Angeboten erfahren. „Das passiert mit Mund zu Mund-Propaganda“, lachte Ilona Kellner. Wer es etwas präziser braucht: Die Freiwilligenbörse ist unter Ruf 02339/ 1319134 zu erreichen.