Heimat-Kunde verbindet: Völkerverständigung auf Syrisch

Gevelsberg. (saz) „Das ist genau das, was ich mir unter
Quartiersarbeit vorstelle“, freute sich Quartiersmanagerin Monika Dammin beim
letzten Heimat-Kunde-Nachmittag.

Am vergangenen Dienstag, 27. September, standen wieder Integration und
Begegnung im Mittelpunkt in der Gevelsberger Südstadt. Dammin: „ Genau deswegen
haben wir diese Reihe ins Leben gerufen.“
Aus aller Welt
Um dieses Ziel zu erreichen, treffen sich schon seit einigen Monaten
regelmäßig jugendliche aus aller Welt, die „Young Stars“ der Awo, im
Seniorenzentrum Kampstraße und stellen den Bewohnern und allen anderen
Interessierten die Kulturen ihrer Heimatländer vor.
Am Dienstag ging es nun um Syrien. Dazu hatten die „Young Stars“ unter
anderem Tischkärtchen vorbereitet, auf denen alltägliche Redewendungen wie
„Guten Tag“ auf Deutsch und arabisch zu lesen waren, inklusive deutscher
Aussprache. Darüber kamen die Jugendlichen ins Gespräch mit den Besuchern und
Bewohnern. Berührungsängste waren von beiden Seiten überhaupt kein Problem.
Andere Seite Syriens
Die „Young Stars“ präsentierten den Besuchern des Nachmittags einmal eine für
diese ganz andere Seite Syriens, überraschten mit vielen interessanten Fakten
über das Heimatland einiger der jungen Migranten. In einer Bilderschau wurden
viele berühmte Orte gezeigt, die sich so ganz von dem unterscheiden, was
regelmäßig in den Nachrichten zu sehen ist. Wunderschöne alte Gemäuer in
idyllischer Landschaft, prunkvolle Gebäude und malerische Städte am Meer anstatt
zerbombter Häuserreihen: Das war es, was die Jugendlichen zeigen wollten. Dem
Krieg zum Trotz sollte an diesem Nachmittag gelacht werden.
Gelöste Stimmung
Und gelacht wurde viel und herzlich. Vor allem als die Jugendlichen von ihren
ersten Spracherfahrungen in Deutschland erzählten, die auch den ein oder anderen
freudschen Versprecher beinhalteten. Und auch die Darstellung einer arabischen
Mutter, die zum Essen lädt, sorgte für viel Erheiterung. Denn eins muss man
wissen: Mission einer arabischen Mutter ist es nicht, die Gäste satt zu
bekommen, sondern vielmehr 40 Jahre Kocherfahrung irgendwie in den Magen der
Bewirteten zu verfrachten. Und die Aussage, man sei satt, kommt einer schweren
Beleidigung gleich.
A propos Comedy: Die Besucher lernten viele interessante Dinge über Syrien.
So stammt beispielsweise der amerikanische Schauspieler und Comedystar Jerry
Seinfeld aus Syrien. Und auch Steve Jobs, Mitgründer der Computerfirma „Apple“,
hatte syrische Wurzeln. Diese und weitere Infos über das Land und seine
Begebenheiten hatten die „Young Stars“ ebenfalls in den Tischkärtchen
festgehalten.
Diese halfen auch bei der den Nachmittag abschließenden Runde „Jeopardy“, bei
der alle Gäste munter mitraten durften.
Viel Begeisterung
Doch vorher wurde noch getanzt und gesungen. Letzteres auf Wunsch aus dem
Publikum sogar ganz spontan. Sofort und mit viel Begeisterung waren die
Jugendlichen bereit, ein syrisches Lied vorzutragen. Schüchternheit war nicht zu
spüren. Die Jugendlichen fühlten sich sichtlich wohl zwischen Bewohnern und
Besuchern des Awo-Seniorenzentrums. Und sie freuen sich schon jetzt auf den
nächsten Heimat-Kunde-Nachmittag, der im Dezember stattfinden wird. Auch die
Bewohner, die den syrischen Nachmittag ebenfalls sichtlich genossen haben,
wollen gern dabei sein.
Offen für alle
Die Organisatoren und Teilnehmer hoffen, dass dann vielleicht auch noch
weitere Gevelsbergerinnen und Gevelsberger den Weg in den Veranstaltungsraum des
Awo-Seniorenzentrums, Kampstraße 6, finden.
Denn schließlich geht es genau darum: Neues kennenlernen, Hemmschwellen
überwinden, Integration und Begegnung leben – zwichen alt, jung, einheimisch und
zugezogen.