In Gevelsberg lebt der Einzelhandel

Gevelsberg. (cs) „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich an einem Donnerstagabend so viele Gevelsberger versammeln, um über ihre Stadt zu sprechen“, betonte Bürgermeister Claus Jacobi, als er die Pro-City-Mitglieder im Ratssaal der Stadt Gevelsberg zur diesjährigen Jahreshauptversammlung begrüßte.

Kunde ist König
Als Gast hatte der Vorstand der Werbe- und Händlergemeisnchaft Stephanie Erben von der SIHK Hagen eingeladen. Sie stellte Anwesenden das Projekt „Einzelhandelslabor Südwestfalen“ vor und in diesem Zuge das veränderte Einkaufs- und Verkaufsverhalten in den Städten in unserer Ragion. Maßgeblicher Unterschied zu frühen Zeiten sei, dass nicht mehr der Verkäufer der König ist sondern der Kunde. Gab es vor 50 Jahren noch wenige Geschäfte, aber viele Kunden, hat sich dieses Verhältnis nun umgekehrt. Zu den vielen lokalen Einzeöhändlern kommt zudem noch der florierende Online-Handel, dessen Einführung Stephanie Erben auch den Gevelsberger Gewerbetreibenden ans Herz legte.
Wenig Leerstand
Auch in Gevelsberg spiegelt sich diese Theorie wider: Insgesamt gibt es aktuell zwar nur acht leerstehende Ladenlokale in der gesamten Gevelsberger Mitte, während es 2008 noch zwanzig waren. „Von den acht in der Statistik aufgeführten Ladenlokalen werden aber einige gar nicht mehr zur Miete angeboten, praktisch gibt es also noch weniger Leerstand“, erklärt City-Manager Frank Manfrahs. Daraus resultierte die Idee, zumindest die leeren Schaufenster als Werbefläche zu nutzen. Begeistert ist man in Gevelsberg außerdem vom Konzept der Übergangsnutzung von Ladenlokalen. So eröffnete in der ehemaligen Metzgerei Hess zum Beispiel für sechs Monate eine Damenboutique (der Wochenkurier berichtete).
Projekte
Ebenso positiv blicken die Einzelhändler auf die zahlreichen von Pro City durchgeführten Veranstaltungen im letzten Jahr zurück und kündigen an, 2017 auf keines der Projekte verzichten zu wollen. Vor allem der Gevelsberger Frühling wie auch der Boulevard sind besuchermäßig ein voller Erfolg gewesen und bleiben ein „Must-Have“ im Gevelsberger Veranstaltungskalender. Für den 2016 zum zweiten Mal durchgeführten Adventskalender wünsche man sich jedoch bei der Planung und Organisation mehr Unterstützung aus den eigenen Reihen. Denn die Angebote waren gut – wo anfangs 24 Aktionen den typischen Weihnachtsmarkt ersetzen sollten, standen im letzten Jahr bereits 35 Ideen. Diese galt es aber mit großem Aufwand zu koordinieren.
Gut angenommen worden sei auch das „City-Klavier“, das im letzten Jahr angeschafft und eingeführt wurde. „Besonders Kinder nutzen das Angebot vom Klavier in der Innenstadt und hauen einfach in die Tasten“, so Manfrahs.
Ein paar Zahlen
Ein wenig trockener doch nicht minder wichtig sind die Zahlen des vergangenen Pro-City-Kalenderjahres: Eine deutliche Umsatzsteigerung wurde unter anderem durch den gemeinsamen Geschenkgutschein eingefahren. Im Vergleich zu 2015 konnten die Einnahmen um 14 Prozent gesteigert werden. Ein Loch in die Kasse hat lediglich die neue angeschaffte Weihnachtsbeleuchtung gerissen, die für etwa 10.000 Euro angeschafft wurde. Dennoch schließt Pro City das Jahr 2016 mit einem Plus auf dem Konto ab und freut sich über 14 neue Mitglieder. „Unser Ziel war es immer, die 200 zu knacken, bald ist es soweit“, freut sich Frank Manfrahs und ist stolz auf die 195 Gevelsberger Geschäftsleute, die sich im Sinne einer Stärkung des heimischen Einzelhandels zusammen geschlossen haben.
Als nächstes großes Ereignis steht vom 26. bis 28. Mai der Gevelsberger Boulevard an.