Jacobi in Gefangenschaft

Gevelsberg. (je) Fröhlich lustwandelte Bürgermeister Claus Jacobi am vergangenen Donnerstag seinen Urlaub genießend durch den Gevelsberger Stadtwald. Plötzlich ertönte lautes Gebrüll, aus dem Unterholz brachen getarnte und bewaffnete Rebellinnen und Rebellen. Sie stürmten den Waldweg und setzten das Stadtoberhaupt fest. In Fesseln gelegt, wurde er sodann tief in den Wald hinein in das Versteck der Freischärler geführt.

„Warum ich?“ wollte der verschreckte Jacobi wissen. Ganz klar: „Weil du der Bürgermeister bist und Bürgermeister sind immer reich!“ Weiß doch jedes Kind. Glücklicherweise war hier, fernab der Gevelsberger Zivilisation noch genug Handyempfang, um schnell für Lösegeld zu sorgen, das wenige Minuten später in Form eines fröhlich bimmelnden Eiswagens zur Rettung kam.

Besuch im Abenteuercamp

Was wie eine Szene aus einem Actionfilm klingt, hat allerdings einen ganz anderen Hintergrund: Auch in diesem Jahr findet im Rahmen des Gevelsberger Ferienspaßes wieder ein zweiwöchiges Abenteuercamp im Stadtwald statt. 35 kleine Abenteurerinnen und Abenteurer im Alter von 6 bis 13 Jahren lernern hier täglich von 11 bis 16 Uhr den Umgang mit Materialien aus der Natur und somit auch Achtung und Respekt vor selbiger. Davon ist auch Claus Jacobi überzeugt: „Naturschutz kann nur vermittelt werden, wenn Natur auch erlebbar ist.“

Daher ließ es sich der Bürgermeister nicht nehmen, das Camp selbst zu inspizieren. Da das diesjährige Thema „Robin Hood in Gevelswood“ lautet, passte der kleine Überfall natürlich gut ins Programm. „Im Gefängnis war ich bislang noch nie“, schmunzelt der gut gelaunte Bürgermeister.

Spaß an der Arbeit

Aber nicht nur der Bürgermeister und die Kinder haben viel Freude an der Natur, wie rundum strahlende Augen deutlich zeigen – auch das Team des Ferienspaßes ist sichtlich gut gelaunt. Und dass trotz der vermutlich harten Arbeit, die Waldpädagogin Stefanie Bentz-Beckmann (Obfrau für Lernort Natur und Naturschutz, Hegering Gevelsberg), Susanne Krause und Anna-Lena Weber (Jugendzentrum Lib­ber) sowie Karsten Förster (Stadt Gevelsberg) in das Projekt gesteckt haben.

Denn bevor es überhaupt mit dem Programm, das beispielsweise um einen Besuch eines Falkners oder einen Ausflug in den Wildwald Voßwinkel bereichert wird, stand ein großes Genehmigungsverfahren an – das Abenteuercamp liegt nämlich mitten in einem Naturschutzgebiet. Neben der Stadt Gevelsberg, deren Bezirksförster Thorsten Wack sich besonders engagierte, hatten auch der Landesbetrieb Wald und Holz NRW und die Untere Landschaftsbehörde ein Wörtchen mitzureden.

Alle Beteiligten sind sich aber auf jeden Fall sicher: Nächstes Jahr wird es wieder ein Ferienspaß-Abenteuercamp im Wald geben. Erste Programmpunkte sind sogar schon in Planung.

(Fotos: Tim Haacke und Jan Eckhoff)