Jimmy Johnes legt wieder los

„Der Junge von der Ennepe“ an Ort und Stelle: Jimmy Johnes legt mit „Lieder der Erinnerung“ seine siebte CD vor. (Foto: Frank Schmidt)

Gevelsberg. (zico) Seit über 40 Jahrzehnten steht er auf der Bühne und hat mittlerweile auch im Filmgeschäft Fuß gefasst: Dem Gevelsberger Jimmy Johnes können auch Kritiker ein enormes Durchhaltevermögen nicht absprechen. Jetzt legt der Mann, der schon in jungen Jahren Musikcassetten und Schallplatten aufgenommen hat, seine siebte CD namens „Lieder der Erinnerung“ vor!

„Es sind alles Klassiker; Lieder, die ich besonders mag und an die ich mich gerne erinnere – deshalb auch der Titel“, erzählt Günter Greis, wie Jimmy mit bürgerlichem Namen heißt. Viele der insgesamt zehn Stücke wurden im Original von Freddy Quinn gesungen, und sie entführen die Fans zumeist in maritime Gefilde. „Freddy hat fast 500 Titel aufgenommen, eine tolle Leistung“, entbietet Jimmy Johnes dem großen Kollegen seinen Respekt. „Heimweh“, „Die Gitarre und das Meer“, „Heimatlos“ – alles Titel, die der demnächst 80 Jahre alt werdende Österreicher vor 50 und mehr Jahren zu Erfolgen machte. Aber auch „Seemann, lass das Träumen“, im Original von der unvergessenen Lolita, darf nicht fehlen und wird von Günter Greis alias Jimmy Johnes in ein neues musikalischen Gewand gepackt. Manchmal verirrt sich Johnes, mittlerweile auch schon 64-jährig, aber auch ins Gebirge und beschwört die Bergvagabunden.

Für seine Rolle als Zwangsarbeiter in „Hotel Lux“ musste Günter Greis wie schon in „Der Feuersturm“ Haare lassen.

Klar, dass Jimmy Johnes, der Ende der 60-er Jahre sogar mit den Stars um Dieter Thomas Heck auf Bädertournee gehen sollte, aus beruflichen Gründen aber passen musste, seiner geliebten Heimatstadt zum 125-jährigen Bestehen auch ein besonderes Geschenk macht. „Ich habe für den Titel ,Der Junge von St. Pauli’ einen neuen Text geschrieben, weil der neue Ennepebogen so schön geworden ist. Jetzt heißt das Stück „Der Junge von der Ennepe’“, so der musikalische Dauerbrenner, der vor drei Jahren mit „Rupp di Tupp“ auch den ultimativen „Soundtrack“ zur Gevelsberger Kirmes vorlegte. Im Kirmesgeschehen ist er mittlerweile freilich nicht mehr so aktiv. „Da gibt es zu viele Leute, von denen jeder noch ein bisschen besser weiß, wie man eine Säge zu bedienen hat“, zeigt sich Johnes allergisch gegen Besserwisserei.

Mit „Mein Junge, verlass nicht die Heimat“ ist sogar ein komplett eigenständiger Titel auf dem neuen Tonträger vertreten – ein echtes Jimmy Johnes-Stück also. Den Text verfasste sein mittlerweile verstorbener Arbeitskollege Heinz Wohlgemuth aus gemeinsamen Peddinghaus-Tagen, die Komposition stammt von seinem musikalischen Partner und Keyboarder Hans-Jürgen Olschewski. „Insgesamt ist die CD Lieder der Erinnerung ein Art musikalische Zwischenbilanz, auf die ich sehr stolz bin“, so Jimmy Johnes, der in künstlerischer Hinsicht weiter Gas gibt.

So dürfen sich seine Freunde auf den demnächst in die Kinos kommenden Film „Hotel Lux“ freuen, in dem Günter Greis einen Zwangsarbeiter spielt. „Eine sehr schöne Arbeit mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle, der in diesem Film wirklich über sich hinaus wächst“, lobt Greis den großen Kollegen. Der Gevelsberger hat bereits in 13 Streifen mitgewirkt, darunter mit dem Dresden-Film „Der Feuersturm“ ein Werk, das sogar mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Zunächst aber hofft Greis nun auf regen Absatz für „Lieder der Erinnerung“ – die CD ist ab sofort unter anderem bei lotto Vorsprach in der Gevelsberger Fußgängerzone zum Preis von 9,99 Euro Euro erhältlich.