Kalkstraßen-Bewohner protestieren

Wilhelm Wiggenhagen (rechts) nahm vor Ort die Protest-Unterschriften der Kalkstraßen-Anwohner in Empfang. Erich Brinkmann (2. von rechts) und CDU-Ratsherr Manfred Deneke (3. von rechts) erläuterten dem Ennepetaler Bürgermeister, warum eine Spielstraße in diesem Wohnbereich sinnvoll ist. (Foto: Frank Schmidt)

Ennepetal. (zico) „So geht das nicht! Ich entschuldige mich für das Vorgehen der Stadtverwaltung“, zeigte sich Ennepetals Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen vor wenigen Tagen „erschrocken über die Situation, die hier entstanden ist“. Hintergrund ist die Spielstraßen-Regelung für die Kalkstraße, die seit rund drei Jahrzehnten Bestand hatte und Anfang Juli ohne jede Absprache mit den Bewohnern aufgehoben wurde. Stattdessen gilt für die Straße seither „Tempo 30“ – in einer Spielstraße hingegen sind nur vier bis sieben Stundenkilometer erlaubt.

Die überraschten Bürger nahmen die Änderung indes nicht widerstandslos hin und organisierten Protest. So suchten denn auch die Sozialdemokraten vor kurzem im Rahmen ihrer Aktion „SPD vor Ort“ den Dialog mit den Anwohnern, die ihrem Ärger überdies mit einer Unterschriftensammlung Luft machten. „Es haben fast alle unterzeichnet“, erklärte Erich Brinkmann stellvertretend für seine Nachbarn, als er Wilhelm Wiggenhagen die Liste bei dessen Besuch auf der Kalkstraße überreichte. Und CDU-Ratsherr Manfred Deneke, dessen Tochter Anke vor 30 Jahren auf der Kalkstraße angefahren worden war und so seinerzeit den Anlass für die Einführung der Spielstraße gab, schilderte dem Bürgermeister die Funktion der Kalkstraße für den Wohnbereich: „Auch die Kinder aus den Nachbarstraßen kamen bislang zum Spielen hierher und konnten sich gefahrlos auf der Straße bewegen.“

Diese Situation hat die Stadtverwaltung mit ihrer Nacht und Nebel-Aktion schlagartig beendet – rechtlich zwar einwandfrei, für den Bürgermeister aber dennoch alles andere als in Ordnung: „So geht man nicht mit den Bürgern um. Wir werden uns kümmern, und für die nächste Ratssitzung liegen ja bereits Anträge von SPD und FDP vor, die in ihrem Sinne verfasst sind.“ Man werde den gesamten Bereich, also auch die umliegenden Straßen, unter die Lupe nehmen. „Wir werden uns kümmern – sie können mich an diesen Worten messen“, versprach Wilhelm Wiggenhagen und nahm so erst einmal den Zündstoff aus der Diskussion. Am 22. September 2011 ist die Verkehrsregelung auf der Kalkstraße dann Thema im Ennepetaler Stadtrat.