Kinderschutzbund bringt Generationen zusammen

In der Kleiderkammer des KSB mit großem Angebot: Barbara Lützenbüger (links), Inken Sander sowie Norina und Leonard. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) Der einjährige Leonard genießt das Schaukeln auf dem Holzpferd, und die achtjährige Norina knuddelt ihre Puppe. So unbeschwert können sich die Dötze in den Räumen des Kinderschutzbunds Gevelsberg an der Wittener Straße 32 vergnügen. Seit 25 Jahren gibt es den Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbunds (DKSB) in der Engelbertstadt; ein Grund zur Rückschau und zum Ausblick auf die Zukunft.

„Es begann in den Achtzigerjahren alles damit, dass damals ein dringender Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder ab drei Jahren bestand“, erzählt Barbara Lützenbürger, Vorsitzende des Gevelsberger Ortsverbands: „Damals hatte man in Politik und Gesellschaft noch nicht so viel Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern; Krabbelecken fehlten vielerorts, und die Spielplätze befanden sich teilweise in einem grauenhaften Zustand.“

Für die schrittweise Verbesserung dieser Situation arbeitet die vierfache Mutter unermüdlich. „Die Beschäftigung mit dem eigenen Nachwuchs hat mir sehr deutlich gemacht, dass wir ein wesentlich kinderfreundlicheres Umfeld schaffen müssen“, erinnert sich die 56-Jährige: „Deshalb wurde ich vor 25 Jahren im KSB Gevelsberg Mitglied; damals war Hans-Georg Heller noch Vorsitzender.“

Der engagierten Erzieherin steht Inken Sander als stellvertretende Vorsitzende zur Seite. „Wir sehen die Schwerpunkte unserer Arbeit in der Elternberatung und Hausaufgabenhilfe“, geht die Sozialarbeiterin auf typische Herausforderungen ihrer Arbeit im Kinderschutzbund ein: „Problemfelder sind das Grenzen setzen bei ,Trotzkindern‘, der Umgang mit der kindlichen Gefühlswelt, die Anforderungen der Schule und das Verhindern alltäglicher Gewalt.“ Dabei seien die medienwirksamen Härtefälle glücklicherweise recht selten; häufiger gehe es um das alltägliche Überfordertsein von Eltern und Bezugspersonen. „Wir verstehen uns als Puffer vor den Erziehungsberatungs-Stellen oder dem Jugendamt“, grenzt Inken Sander den Zuständigkeitsbereich ihrer Organisation ein: „Damit machen wir es vielen Ratsuchenden leichter, weil sie sich nicht sofort mit dem ,Amtsschimmel‘ konfrontiert sehen.“

Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft sieht Barbara Lützenbürger im demografischen Wandel begründet. „Warum sollen sich die Generationen nicht intensiver begegnen?“, hat sie sich die Frage nach einem gedeihlichen Miteinander gestellt und für ihren Verein auch schon nutzbringend beantwortet: „Wir haben die Gruppe ,Kindergartenwichtel‘ ins Leben gerufen, die in lockerer Folge zusammenkommt. Dabei treffen die Kleinen auf Rentner und Pensionäre, von denen viele aus handwerklichen Berufen kommen und das ,kaputt geliebte‘ Spielzeug der Dötze mit Hingabe reparieren.“ Dabei falle dann auch die eine oder andere für die Kinder spannende Erzählung aus dem reichen Erfahrungsschatz der Älteren ab. „Das Ganze organisieren wir in Zusammenarbeit mit der Gevelsberger Seniorenstelle und dem Seniorenservice“, geht die 1. Vorsitzende des Gevelsberger KSB kurz auf die Form der Zusammenarbeit ein: „Die Kindergärten gestalten diese Generationen übergreifende Aktion wesentlich mit.“

Wie vielseitig sich der Einsatz im DKSB darstellt, zeigt auch die Kleiderkammer in den Räumen des KSB Gevelsberg, wo Kinderbekleidung in verschiedenen Größen auf ihre neuen Träger wartet. So genannte „Babysitter“ erwerben beim KSB ein Diplom zum effektiveren Einsatz. Erreichbar ist der KSB Gevelsberg unter Ruf 02332/ 757330.