Kirmesspaß in der Nirgena-Arena

Gevelsberg. (zico) Irgendwie ist so ein Gevelsberger Kirmeszug ja fast wie eine Fußball-Europameisterschaft: Gruppen oder Mannschaften streiten um den Sieg, die Zuschauer gehen begeistert mit, und am Ende gibt Medaillen und Pokale für die Besten.

Und ebenso, wie ein Fußballspiel für viele Beobachter nochmal so spannend ist, wenn es mitreißend kommentiert wird, gewinnt auch ein Kirmeszug unter einer launigen Moderation, wissen Achim Brockhaus und Sascha Hilder, die diese Aufgabe nunmehr im dritten Jahr versehen. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, in der „Nirgena-Arena“ auch 2012 für mächtig Stimmung zu sorgen und diesen Standort mit ihren Sprüchen zu beleben.

„Die Aufgaben dabei sind klar verteilt“, so Blaukittelträger Achim Brockhaus: „Während ich mit Hilfe der Kirmesunterlagen die sachlichen Informationen humorvoll verpacke, ist Sascha als Außenreporter praktisch der Mann für die Originaltöne und die Atmosphäre. Er mischt sich unters Kirmesvolk, so wie Kai Ebel bei den Formel-1-Rennen in der Boxengasse unterwegs ist .“ Wobei die feste Maßgabe gilt, dass der Zug von der Moderation nicht aufgehalten werden darf – da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Das Moderatorengespann ist übrigens schon ab 14 Uhr „auf Sendung“, deutlich früher also, als der Zug am Nirgena ankommt. Bis dahin verkürzen Brockhaus und Hilger den Schaulustigen am Straßenrand die Zeit mit Interviews, wo bei auch Interviews mit lokaler Prominenz auf dem Programm stehen. Egal ob Bürgermeister Claus Jacobi oder Landrat Dr. Arnim Brux – vor den mitunter nicht ganz ernst gemeinten Fragen von Sascha Hilger ist niemand sicher.

Hilger nämlich ist am Mikrophon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Der 27-Jährige ist als DJ Sascha Stimmungsgarant auf Veranstaltungen und hat 2006 sogar schon für 1Live im Rahmen des Schulduells landesweit Wettbewerbe moderiert. Kirmes-Urgestein Achim Brockhaus, der im Vorstand der Mühlenhämmer unter anderem 15 Jahre als Geschäftsführer aktiv war und auch schon als 2. Vorsitzender für die „Mühle“ aktiv war, sorgt mit umfassenden Informationen unterdessen für den Rahmen, an dem sich sein Co-Moderator und das Kirmesvolk orientieren. Wobei es Brockhaus mitunter selbst schwer fällt, den Überblick zu behalten, denn: „Ich habe zwar die Zugaufstellung, doch gerade bei den Fanfarenzügen und Musikgruppen wird mitunter improvisiert, so dass nicht alle Angaben stimmen. Bei den Orchestern halte ich stets Ausschau nach der Pauke, denn da steht in aller Regel der richtige Name des Klangkörpers drauf.“

Sowohl Brockhaus als auch Hilger bereiten sich akribisch auf ihre Aufgabe vor. Während Achim Brockhaus die Kirmesgruppen gern auf eigene Faust besucht, hat sich Sascha Hilger vorgenommen, an der Bauplatzbereisung des Kirmesvereinsvorstandes teilzunehmen. Immerhin tritt das Gespann ja in große fußstapfen – in früheren Zeiten moderierten Unterhaltungskönner wie Fritz Sauer, der leider viel zu früh verstorbene Marcus Bremkamp und nicht zuletzt der heutige kirmesvereins-Vorsitzende Michael Sichelschmidt den Zug.

Sichelschmidt war es auch, der auf die Idee kam, das Gespann Brockhaus/Hilger als Moderatoren zusammen zu bringen – er hatte „DJ Sascha“ bei einem Karaokeabend erlebt und war begeistert. Und seither sind der 59-jährige Brockhaus und sein 27-jähriger „Außenreporter“ mit Freude bei der Sache. „Es macht uns einfach Spaß, die Leute zu unterhalten“, bekennen Achim und Sascha. Und dem Publikum umgekehrt auch.